Kapitel 8

16 2 1
                                        

Wie sich heraus stellte, lag Blütenschweif mit ihrer These völlig falsch. Sie musste laut Anweisung von Finkenfeder schon nach knapp einer Woche in die Kinderstube ziehen. Dennoch ging sie mit Schattenpfote immer noch raus, beteiligte sich aber nicht mehr aktiv am Training, sondern kontrollierte Schattenpfotes Techniken nur noch.Ihr Bauch wurde auch zunehmend runder und sie war schneller aus der Puste. Aber dank der anstehenden Geburt, wurde Kleeohr's Tod besser verkraftet. Sie starb vor zwei Tagen an der Infektion, die sie schon lange quälte. Die Heiler waren nicht in der Lage gewesen, sie ausreichend mit Kräutern zu versorgen, da diese oft schon vertrocknet waren. Kieselstein und Heckenkralle trauerten um ihren Tod sehr und auch Schattenpfote nahm an ihrer Totenwache teil. Einige einzelne Krieger setzten sich ebenfalls dazu.

Als Schattenpfote heute mit frisch gejagter Beute zu den Ältesten ging, regnete es endlich mal wieder. Der Blattfall setzte ein und die Blätter fingen an sich hübsch in den verschiedensten Rottönen zu verfärben. Schattenpfote hatte an diesem Morgen zwei Vögel und sogar ein Eichhörnchen gefangen. Sie aß nicht mehr vom Frischbeutehaufen. Das hatte sie sich abgewöhnt, seit sie sich dadurch den Magen verdorben hatte. Natürlich hatte sich Illusionsstern deswegen keine Gedanken gemacht und so lagen diesmal mehrere Krieger im Heilerbau, da es die letzten Tage nochmal richtig heiß geworden war.

Die beiden Ältesten saßen schon vor dem Bau, als Schattenpfote ins Lager trat. Sie betrachteten den leichten Regen.

„Schade das Kleeohr das nicht mehr erleben durfte" sagte Heckenkralle, als Schattenpfote die Beute vor ihnen ablegte.

„Kopf hoch Heckenkralle. Kleeohr sieht den Regen doch auch, nur halt von oben im Sternenclan" sagte Kieselstein und schnupperte an dem Eichhörnchen.

„Der riecht sehr lecker. Danke dir" sagte er zu Schattenpfote und biss ins Eichhörnchen.

„Oh... Guten Morgen Schattenpfote" sagte Heckenkralle leicht lächelnd und nahm sich eins der Vögel.

„Guten Morgen. Habt ihr schön geschlafen?" fragte Schattenpfote.

„Sehr schön. Wir sind aber noch schöner geweckt worden" schnurrte Kieselstein schmatzend.

„Der Regen klang sehr schön. Das stimmt" erwiderte Heckenkralle und biss in den Vogel, als er es fertig gerupft hatte. Auch Schattenpfote biss in ihren nackten Vogel und betrachtete die Nester der Ältesten.

„Soll ich gleich eure Nester erneuern und mit den Federn auspolstern?" fragte sie.

„Bei dem Regen? Das muss nicht sein" sagte Kieselstein.

„Der Regen stört mich nicht. Ich hab schon in ihm gejagt" sagte Schattenpfote.

„Nagut, aber lass uns dir helfen. Schließlich sollst du dich immer noch schonen" sagte Heckenkralle und fraß seinen Vogel auf.

„Einverstanden" lächelte die Schülerin und fing an, die Nester aus dem Bau zu holen, während Kieselstein und Heckenkralle Moos holen gingen. Kurze Zeit später waren die Nester erneuert und die verbliebenen Federn brachte Schattenpfote zu ihrem Nest. Dann sah sie, wie Rabenpelz aus der Kinderstube kam und zum Schülerbau herüber ging.

Perfekter Zeitpunkt Blütenschweif zu besuchen, dachte Schattenpfote. Sie verabschiedete sich von den Ältesten und lief rüber zur Kinderstube. Sie steckte den Kopf rein und sah Blütenschweif und Lilienblüte, die miteinander redeten. Efeujunges und Frostjunges spielten miteinander im hinteren Teil der Kinderstube.

„Guten Morgen" murmelte Schattenpfote zu den beiden Katzen.

„Guten Morgen Schattenpfote" schnurrte Blütenschweif und blickte zu ihr.

Schattenpfotes SchicksalWo Geschichten leben. Entdecke jetzt