Mädelsabend und erster Schnee
#GirlxGirl #bestfriends #schnee
Kapitel von TheThirdAngel
Zoey schnappte sich den Schlüssel aus ihrer Jackentasche und sperrte auf. Sie und Emma betraten das Haus und schlossen die Tür schnell wieder. Es war ein Freitag im Dezember, mitten im Advent und seit wenigen Minuten fiel der erste Schnee. Die zwei Mädchen zitterten.
Sie zogen sich die Mäntel aus und hingen sie neben die Tür. „Mom?", rief Zoey durch das ganze Haus. Von oben drang eine Stimme hinunter in den Flur: „Mom ist noch nicht da, sie ist einkaufen." Das war Zoeys großer Bruder Fynn. „Ich glaube, es ist okay, wenn du übernachtest", sagte Zoey und lächelte Emma an. „Cool!", grinste sie. Die Mädchen zogen Stiefel, Mützen, Schals und Handschuhe aus und stiegen die Treppe hinauf in Zoeys Zimmer.
Oben, setzten sich die zwei 12-jährigen gegen die Heizung, um sich aufzuwärmen. Emma seufzte glücklich. „Ich glaube, ich rufe noch kurz meine Eltern an. Sonst bekomme ich morgen wieder Ärger", sagte sie und verdrehte die Augen. Sie holte ihr Handy aus ihrer Tasche und wählte die Nummer ihrer Mutter. Eine laute Stimme sagte etwas auf Russisch und Emma antwortete. Zoey grinste und dachte schmunzelnd: „Die beiden könnten wer weiß was sagen."
Nach einer kleinen, russischen Diskussion legte die Braunhaarige auf und schnalzte mit der Zunge.
„Ich konnte sie überreden. Also... was schauen wir uns an?"
Zoey klatschte in die Hände und sprang auf. „An die Arbeit!"
Emma stand ebenfalls auf und sprang auf das ordentlich gemachte Bett. Zoey legte sich neben ihre Freundin und strich sich durch ihr blondes, langes Haar. Dann griff sie sich streckend die Fernbedienung und schaltete den Fernseher ein. „Die große Frage, meine Liebe: Netflix oder Amazon Prime?"
Emma legte einen Finger auf die Lippen und überlegte gespielt angestrengt. Zoey tat so, als sähe sie kurz aus dem Fenster, da sie was gesehen hatte, während ihre Wangen rosa wurden.
„Ich denke doch, Netflix wäre eine gute Lösung, oder was denken Sie, My Lady?", fragte Emma mit seriösem Blick.
Zoey antwortete kichernd: „Ich bin ganz ihrer Meinung, meine Liebe!"
Während die Blonde sich mit Netflix verband, begutachtete Emma ein Kissen mit der Aufschrift „I'm a KAWAII Potato". „Ist das neu?", fragte sie und schlang ihre Arme um das Kissen.
Zoey nickte und überreichte ihrer besten Freundin die Fernbedienung. „Bitte sehr, meine Liebe. Sie haben die Macht. Komödie, Drama, Tragödie, Romance, dann brauchen wir noch Eiscreme, Action, Thriller, Sie haben die Wahl."
Emma überlegte und scrollte nach unten. Zoey blickte in das süße Gesicht ihrer Freundin. Sie biss sich auf die Unterlippe, wie sie es immer tat, wenn sie nachdachte. Das war so süß. Das blonde Mädchen lächelte verträumt und fixierte Emmas Augen mit diesen langen, geschwungenen Wimpern. Ihre Augen konnten sich nie ganz entscheiden, ob sie grün oder doch lieber blau sein wollten. Zoey verlor sich jedes Mal in ihnen. Jedes einzelne Mal, wenn sie ihre beste Freundin ansah.
„Warum starrst du mich so an? Hab ich was auf der Nase?", fragte Emma kichernd und riss Zoey aus ihren Gedanken.
Die Blonde wurde rot und fragte unsicher: „Du... Emma... Kann ich mal was ausprobieren?"
„Klar!", sagte sie skeptisch, aber ernst, da sie merkte, dass Zoey keinen Witz machte. Ihre beste Freundin war angespannt.
Zoey beugte sich ein kleines Stück vor, dann noch ein Stück und noch eins. Ihr Herz schlug ihr bis zum Hals. Emma riss die Augen auf. Sie hatte erkannt, was ihre beste Freundin vorhatte. Sie zögerte einen Moment, dann schlang sie ihre linke Hand um Zoeys Nacken und zog sie in einen Kuss.
Mit geschlossenen Augen setzte Emma ihre weichen Lippen auf die, ihr auf einmal viel zu rau vorkommenden, von Zoey. Die Blondine starrte erschrocken in das süße Gesicht ihrer Freundin und schloss dann auch die Augen.
Zoeys Herz beruhigte sich wieder, aber es schien, als verbreitete es Wellen des Glücks in ihrem ganzen Körper. Sie schmeckte den süßen Kirschgeschmack Emmas Labello und spürte ihre Hand in ihrem Nacken. Doch viel zu schnell endete der Kuss schon wieder und die Braunhaarige schubste Zoey sanft von ihr. „Cука!", murmelte sie, „Seit wann ist das so, oder hast du es spontan beschlossen?"
„Wa...Was?", stotterte die Blonde, doch Emma unterbrach sie: „Komm schon! Du weißt, was ich meine."
Sie beugte sich etwas über ihre Freundin, deren Wangen von der Farbe rosa zu rot wechselten.
Emma setzte sich wieder normal hin und murmelte: „Lass uns eine Runde im Dorf gehen. Es ist der erste Schnee dieses Jahr. Meine Mutter sagt immer, dass sei ein spiritueller Moment." Sie lächelte verschmitzt und stand auf.
Die Freundinnen zogen sich erneut an und verließen das Haus. Eine Weile gingen sie nebeneinander her, das einzige Geräusch das Knirschen des ersten Schnee. Doch dann hielt Emma ihre beste Freundin am Arm fest und blieb stehen. „Weißt du, ich habe in letzter Zeit echt manchmal überlegt... Also... Ich war mir nicht mehr sicher, ob ich eine Beziehung mit einem Jungen wollen würde oder mit einem Mädchen. Und du bist seit den letzten Ferien nicht mehr dieselbe."
Zoey legte der Braunhaarigen sanft einen Finger auf die Lippen. „Okay, du ist jetzt die erste, die das erfährt. Ich bin lesbisch. Zu 100%. Ohne Zweifel. Man merkt das irgendwie erst zu einem Zeitpunkt. Und wenn man dann darüber nachdenkt, merkt man, dass man eigentlich schon sein ganzes Leben lang gay war und einfach nicht vom Regenbogen steigen will. Außerdem liebe ich dich! Es ist seit den Sommerferien ein Gefühl, das sich von der Liebe zu einem Freund unterscheidet."
Zoeys Herz raste. Sie hatte gerade echt ihrer besten Freundin gestanden, dass sie sie liebte. Wie verrückt war das denn.
Emma strich Zoeys Finger weg und lächelte sie an. Ihre Augen waren seltsam feucht. Dann zog sie ihre Freundin in eine feste Umarmung. „Ich liebe dich! Du bist so süß und so dumm. Was fällt dir ein, mich einfach zu küssen. Außerdem hast du mir meinen ersten Kuss geklaut", sie flüsterte es nun in Zoeys Ohr, „Ich wollte ihn jedoch mit niemanden anderen erleben. Danke!"
Die Blonde umklammerte ihre beste Freundin und Freudentränen fielen auf deren Mantel.
Wieder zu Hause lagen die Beiden nebeneinander und sahen sich Titanic an. Vor ihnen lagen zwei Schüsseln voll mit Eiscreme. „Du weißt, wie unwahrscheinlich es ist, dass wir ineinander verliebt sind. Es heißt ja einer von zehn ist schwul, lesbisch, bi oder was auch immer", sagte Emma.
Zoey entgegnete grinsend: „Das ist mir egal. Hauptsache ich habe dich. Wirst du deinen Eltern sagen, dass du bi bist?
„Das hat Zeit, My Lady. Das hat Zeit."
Diese Kurzgeschichte ist von mir, TheThirdAngel
Schaut gerne bei meinen Account und meinen Geschichten vorbei und ich wünsche einigen von euch einen erträglichen ersten Schultag 2020! Auch will ich mich im Namen aller bedanken, dass es schon fast 100 Reads sind, Thank U <3!
Bis Morgen!
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FandomKalender 2020
RandomEs ist genau das wonach es klingt. Wir Verrückten haben uns doch wirklich gedacht: Lasst uns einen Kalender schreiben! Also kommen hier jetzt jeden Tag des Jahres 2020 ein neues Kapitel. Von Geschichten, zu DoItYourselfs bis zu Bildern ist alles dab...
