5 - Entscheidung

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-Alessia-
Gefühlt verstrichen Minuten, in denen ich mit mir selbst haderte. Sollte ich jetzt wirklich zu ihm? Mir war bewusst, dass er wieder in irgendeiner Scheiße steckte, aber er hatte meine Hilfe nicht verdient. Und doch brachte ich es nicht übers Herz, zu gehen. Einfach erbärmlich. Ich wollte ihn sehen. Ich wollte wissen, ob er mich überhaupt noch wiedererkannte. Ob es ihm gut ging. Denn mir ging es schon lange nicht mehr gut ohne ihn.

Deshalb folgte ich Skittlez. Ich lief hinter dem Hund in die Seitengasse und da sah ich auch schon John und die Jungs - Alex, Maxwell, Gazo und Marten. Natürlich hatte ich mich vorhin nicht geirrt, ihre Stimmen waren einfach unverwechselbar. Vor allem die von John. Ich trat jedoch nicht direkt in ihr Blickfeld, sondern blieb etwas abseits stehen. Sie konnten mich von hier nicht sehen. Ich hielt mich deshalb etwas fern, weil die Polizei da war. Hätte ich mir doch gleich denken können. Die ziehen doch Stress mit den Bullen magisch an.

Ich hatte geglaubt, dass ich mir gleich ne Schlägerei mitansehen muss, wenn ich Skittlez folge. Aber diejenigen, mit denen die Jungs Stress hatten, waren offenbar schon verschwunden. Sind die echt vor den Bullen entkommen? Wie hatten die das denn gebacken bekommen? „Kann denn irgendjemand bezeugen, dass sie die Schlägerei nicht angefangen, sondern sich lediglich verteidigt haben?", wandte sich ein etwas älterer Polizist an John und die anderen. Seine Stimmte triefte nur so vor Verachtung.

Niemand von ihnen antwortete etwas, sie wirkten sehr unbeholfen. Ein Wunder, so oft wie die Stress mit den Bullen hatten. „Na dann muss ich sie wohl alle einmal mit aufs Revier nehmen. Und ich sag es ihnen, diesmal kriegen wir sie dran. Das Vorstrafenregister platzt bei ihnen ja bekanntlich aus allen Nähten. Kommt jetzt noch ne Schlägerei hinzu, landen sie bald alle im Knast. Wer weiß, vielleicht dürfen sie sich ja ne Zelle teilen.", sprach der Polizist und ein triumphierendes, schadenfrohes Grinsen lag auf seinen Lippen. Was für ein Arschloch! Trotzdem glaubte ich ihm. Die Jungs hatten schon etliche Vorstrafen wegen Drogendelikten, Körperverletzung und was weiß ich was noch. Ich wusste, dass Gazo und Alex sogar beide schon mal im Knast waren.

Ich wurde nervös. Klar, John war der Letzte, der meine Hilfe verdiente, aber ich würde niemals wollen, dass er oder seine Jungs ins Gefängnis kommen. Ich musste mir nichts vormachen. Er bedeutete mir noch immer viel zu viel. Aus diesem Grund traf ich in diesem Moment eine Entscheidung, bei der ich mir sicher war, dass ich sie später bereuen würde.
„Warten Sie, ich kann bezeugen, dass sich die Jungs hier nur verteidigt haben, sie sind unschuldig!", sagte ich mit fester Stimme und trat in John's Blickfeld, wohlwissend, dass ich hier diejenige war, die sich strafbar machte. Und das ausgerechnet für ihn...

love me again // Bonez MCGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt