Jedes Gespräch konnte er wahrnehmen, sagte er. Seinen Standort konnte er auch sehen.. Nun gut, dann muss ich mir wohl etwas einfallen lassen. Ich dachte nach und versuchte jede Gehirnzelle in meinem Kopf einzuschalten. Denk nach Yoongi, denk nach..
Und schon machte es klick.
Ich hatte eine Idee!
***
Yoongi
Es war nicht wirklich einfallsreich, geschweige denn kreativ. Dennoch konnte Yasha nicht die Sicht oder das Augenlicht von Jimin kontrollieren.
Dass ich das jemals in meinem Leben sagen würde, hätte ich nicht gedacht. Ich musste Briefe schreiben. Nur so konnten wir unbemerkt in Kontakt stehen. Ob er sich darauf einlassen würde? Wer konnte das schon wissen. Jimin war wie ausgewechselt, nicht er selbst. Auch wenn sein Verhalten gleich geblieben ist, war er nicht mein Jimin. Seufzend ging ich mit meiner rechten Hand durch die Haare und biss mir auf die Unterlippe. Das konnte noch was werden.
Meinen Rucksack glitt ich von den Schultern, sodass er auf den Boden fiel. Ein stumpfes Geräusch hallte es auf dem Flur und ich kniete mich nieder. Kurzerhand machte ich meinen Rucksack auf und nahm einen Notizblock sowie einen Kugelschreiber heraus. Bevor ich jedoch etwas schreiben konnte, überlegte ich mir, was ich notieren könnte oder sollte.
Das war schwieriger als Gedacht. Man erlebt auch nicht alle Tage, dass sein fester Freund jegliche Erinnerungen an seinen Freund verlor. Verzweifelt und leicht überfordert mit der Situation rieb ich mir die Augen. Ugh, warum passiert so eine verfickte Scheiße auch mir?
Einige Minuten dachte ich weiter nach und schrieb einfach mal drauf los. So schlimm konnte es auch wieder nicht werden.
Hallo Jimin
Ich weiß, dass du keine Erinnerungen mehr von unserer Zeit hast. Aber glaub mir, dieser H̶u̶r̶e̶n̶s̶o̶h̶n̶ Yasha tut dir nicht gut und ist weder dein fester Freund, noch ein netter Typ. Vertrau mir einfach okay? Ich werde es dir schon irgendwie beweisen. Ich werde dir deine Erinnerungen zurückgeben, nur brauche ich ein bisschen Zeit. Hab Geduld, Kleiner. Halte dich so gut es geht von ihm fern und kommuniziere mit mir nur über Notizen/ Briefe. Ausser es ist ein normales Gespräch. Dieser B̶a̶s̶t̶a̶r̶d̶ Junge wird ansonsten alles mitbekommen. Verstehst du? Er weiß immer wo du mit wem bist. Er hört uns durch einen Chip, den du in deiner Haut stecken hast. Am besten wirfst du diese Briefe schnell wieder weg oder verbrennst sie. Er soll es doch nicht zu Gesicht bekommen, oder? (;
Nun gut wie auch immer, wir treffen uns morgen in der großen Pause auf dem Jungsklo, in der 2. Etage. Ich erwarte dich.
~Yoongi
So schlecht sah das doch auch nicht aus. Nun gut, ein bis zwei Wörter sind mir beim Schreiben rausgerutscht, aber ich konnte sie leider nicht überdecken. Mir fehlte der Korrektur-stift oder Tipp-Ex. Den Brief neu schreiben, kam auch nicht in Frage.
Bisschen faul war ich schon, wie man merkt.
Den Brief faltete ich so klein wie möglich und steckte ihn mir für's Erste in die Hosentasche. Den Notizblock und den Stift stopfte ich wieder in den Rucksack und mache diesen anschließend zu. Den Rucksack warf ich mir noch schnell über den Rücken und genau in dem Moment kam die Krankenschwester oder auch die Betreuerin aus dem Zimmer raus. Mit einem lächeln im Gesicht stand sie nun vor mir und seufzte erleichtert. "Er ist wieder zu sich gekommen. Ich vermute er war sehr unter Druck gesetzt und sein Körper gab nach.", pustete sie los. Kurz nickte ich und lief sofort rein.
Jedes Wort, das ich in den Mund nehmen werde, musste ist bedacht überlegen und aussprechen. Es durfte nichts herausrutschen, was Yasha's Aufmerksamkeit erwecken könnte oder er verdacht schöpfen konnte.
Jimin's Augen waren noch geschlossen und ich mustere ihn daraufhin. Seine Haut war so bleich und man konnte deutlich Augenringe erkennen. Was er wohl durchmachen musste? In Gedanken verloren, bemerkte ich nicht, dass Jimin sich nach einiger Zeit regte und versuchte die Augen aufzumachen. Erst, als er versehentlich mit seiner Hand meinen schweifte, riss er mich zurück in die Realität.
"Oh, du bist wach. Wie geht es dir?", fragte ich ihn leicht besorgt. Ein schwaches aber leichtes Lächeln huschte ihm über die Lippen und er sah mich mit einem intensiven Blick an. Ein Kloß bildete sich in meinem Hals und ich begann zu schlucken. Warum sieht er mich so an?
"Gut, danke. Wo ist Yasha?", er brach den Augenkontakt ab und sah sich nun im Zimmer um. Als er ihn nicht zu sehen bekam, senkte er traurig den Kopf. Ich konnte nicht anders, als eine Hand auf seine Schulter zu legen und anschließend durch seine Haare zu wuscheln.
"Wie du siehst, juckt es ihn im geringsten wie es dir geht. Mach dir aber keine Gedanken darüber, du bist nicht allein. Ich bin an deiner Seite und werde das auch immer sein.", gegen Ende wurde ich immer leiser, bis es zu einem flüstern wurde.
Er bekam es jedoch mit. Das sah ich, da seine Augen sich weiteten und er mich mit seinen Kulleraugen ins Gesicht blickte. Dazu sagte er jedoch nichts und ich beschloss mich neben ihm zu setzen. Ich hielt einen gewissen Abstand zwischen uns, damit er sich nicht bedrängt fühlte. Meine Hand zog ich auch weg und platzierte sie auf meinen Schoß. Stillschweigend saßen wir zwei in diesem Raum, aber es war keine unangenehme Stille. Es war komischerweise angenehm.
Als ich mich doch entschied die Stille zu unterbrechen und ansetzen wollte, ergriff Jimin als erstes das Wort. "Kann ich dich etwas fragen?", er biss sich auf die Unterlippe und sah mich fragend an. Ich nickte nur zur Antwort und er fuhr fort. "Warum hast du gesagt, ich sei dein fester Freund, obwohl es doch Yasha ist? Das ergibt für mich keinen Sinn."
Mag sein, dass es für ihn unklar ist und er sichtlich verwirrt sein musste, doch das änderte nichts an der Tatsache, dass er immer noch mein fester Freund war und nicht der von Yasha.
Kurz dachte ich nach, was ich ihm denn nun sagen sollte. Wie soll man jemandem nur sowas erklären. Tief atmete ich aus und richtete mich wieder hin.
"Nun weißt du, es mag vielleicht komisch klingen, aber du-", für einen Moment blieb ich still und erinnerte mich an Yasha's Worte. *Ich kann ihm starke Schmerzen zufügen und das werde ich auch tun, wenn du dich von ihm nicht fern hältst.* Schnell räusperte ich mich und versuchte wieder anzusetzen: "aber du.. eh. Vergiss was ich da gesagt habe okay? Vielleicht kommst du irgendwann selbst darauf. Ich muss jetzt gehen."
Doch bevor ich meine Worte in Tat umsetze, tastete ich mit einer Hand in meine Hosentasche und kramte mir die Notiz hervor. "Was is-", doch schnell hielt ich ihm den Mund zu und deutete mit der anderen Hand, dass er nichts sagen sollte.
Er verstand und nahm das Stück Papier in die Hand. Nach einer gewissen Zeit ließ ich von ihm ab und verabschiedete mich von ihm. Mit langsamen Schritten lief ich zur Tür und öffnete diese. Bevor ich die Tür hinter mir zu machte, blickte ich noch einmal nach hinten und konnte wahrnehmen, dass er sich den Brief durchlas.
Mit diesem letzen Anblick machte ich die Tür zu und verschwand.
Hoffentlich wird er morgen auftauchen.
***
We were only seven, but we have you all now.~ ♥
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Why? || Yoonmin
Fanfiction"Es tut mir leid", wisperte ich. "Warum tust du das? Warum Jimin? " ... Höchster Rang: #1 - death, 1-29. Januar 2023 #2 - Depression, 9. Januar 2024 #35 - jimin, 16. März 2024 #39 - boyxboy, 21. Oktober 2022
