P.o.V. Manuel
Seit es Manuels Blog gibt waren nun schon einige Monate vergangen und noch immer hatte er keinen Vampir gefunden. Wobei das nicht ganz stimmt. Er war sich mittlerweile sicher, dass Patrick einer war. Nach dem komischen Traum hatte Manuel sich sehr viele Gedanken gemacht und Patrick bei jedem Treffen beobachtet. Er kannte nun jede Eigenart von ihm. Zum Beispiel wusste er, dass Patrick bei Nervosität oder wenn er angespannt ist immer grinsend leicht nach unten schaut und dann langsam blinzelnd den Blick abwendet. Oder dass sich beim Lachen kleine Fältchen um seine Augen bilden, während seine Augen zu strahlen anfangen. An Patricks Lachen denkend lag Manuel mit geschlossenen Augen auf seinem Bett. Je länger er darüber nachdachte, desto breiter wurde sein eigenes Lächeln und in seiner Brust breitete sich ein warmes Kribbeln aus.
"Naa, denkst du wieder an mich?" Manuel riss die Augen auf und starrte in die leuchtenden Augen, von denen er grade noch vor sich hin geträumt hatte.
Patrick fing an zu lachen, als er Manus erschrockenen Blick sah und ließ sich im gleichen Moment auf das Bett fallen. Er griff nach dem Laptop, welches auf dem Nachttisch lag und öffnete es. Manuel beobachtete mit rasendem Herzen jede seiner Bewegungen.
Er tippte wieder mal wie wild auf den Tasten rum, was Manuel so neugierig machte, dass er sich aufrichtete und so nah an Patrick rückte, dass er mitlesen konnte. Eine Art Chatfenster war geöffnet und Patrick schrieb mit jemandem, der sich "Zombey" nannte. "Du schreibst mit einem Zombie? Ist das ein Spiel oder so?" fragte Manuel verwirrt und zog eine Augenbraue hoch, während er weiter auf den Chatverlauf schaute.
Patrick wirkte schockiert. "Er heißt Zombey und das ist Discord. Da kann man mit anderen Leuten schreiben, oder reden." Erklärte er, als ihm klar wurde, dass Manu nicht scherzte. "Kann ich das auch?" Fragte er und Patrick nickte. Er verabschiedete sich von Zombey und loggte sich aus um einen neuen Account anzulegen. "Wie willst du dich nennen?" Manuel brauchte nicht lange nachzudenken und es schoss direkt aus ihm heraus "Tumorkind!". Patricks Finger schwebten über den Tasten, aber er tippte nicht. Er war erstarrt und regte sich nicht einmal, als Manuel anfing zu schnipsen. Wie aus dem Nichts kam Manuel der Gedanke, dass Patrick seinen Blog kennen könnte und er fasste all seinen Mut zusammen um Patrick endlich zur Rede zu stellen.
"Du... bist ein Vam-" Manuel schluckte "Ein Vampir... oder?". Patrick drehte seinen Kopf langsam zu Manuel um und wirkte plötzlich ganz blass. Nur einen Wimpernschlag später wurde Manuel in die Kissen gedrückt, Patrick über ihm. Er starrte Manuel unverwandt an. In dieser Sekunde bekam Manuel Angst. Er kniff die Augen zusammen, als Patrick sich langsam zu ihm runter beugte und seine Lippen sich leicht geöffnet seinem Hals näherten. Manuel hörte ein leichtes ausatmen und dann spürte er Patricks Zähne an seinem Hals. Wie aus dem Nichts begann Patrick ausgelassen an zu lachen. Manuel öffnete die Augen und schaute Patrick mit leicht geöffneten Lippen perplex an. Er rollte sich von ihm herunter und kugelte sich vor Lachen. "HEY!" Brüllte Manu schon fast und Patrick fing an sich zu beruhigen. "Eh.. Es tuh.. tut mir leid! Ich konnte nicht anders. Du wirktest so überzeugt!" Wieder ein Lachanfall. Manuels Gesicht lief rot an, aber er musste sicher sein, also fragte er: "Ich meine es ja auch ernst... Bist du denn nun...? Also... ein Vampir?" Verlegen schaute er nach unten und knetete seine Finger. Patricks Lachen verebbte und er antwortete ihm sogar mit fast ernstem Ton. "Nein, bin ich nicht... Tut mir leid. Ich kenne aber deinen Blog und finde ihn sehr interessant. Allerdings war mir nicht klar, dass das alles ernsthaft ist. Ich dachte es sei eine Art interaktiver Roman oder sowas.".
"Wusstest du, dass ich... das geschrieben habe?" Jetzt wurde Manuel schlecht. "Nein." fiel die Antwort aus und Manuel seufzte.
"Dachtest du die ganze Zeit ich wäre ein Vampir?" Jetzt grinste Patrick, das hörte Manuel an seiner Tonlage und endlich schaute er ihn wieder an um dieses Lächeln auch zu sehen. Diese glänzenden Augen...Später als Patrick weg war begutachtete Manuel sich im Spiegel. An seinem Hals war der Abdruck von dem Biss immer noch zu sehen. Allerdings sah es ganz anders aus, als er es sich vorgestellt hatte. Ein Ellipse-, fast schon Kreisförmiger Abdruck. Keine Löcher. Kein Blut. Sein Blick wurde weich und er fuhr sich langsam und Gedankenverloren mit den Fingerkuppen über die Stelle an seinem Hals und dachte noch einmal zurück. Bin ich enttäuscht? fragte er sich. In seiner Brust fing es wieder an zu kribbeln. Der Biss hatte irgendwas in ihm ausgelöst und jetzt, wo er wieder daran dachte wurde ihm ganz warm. "nein.." hauchte er. "Ich bin nicht enttäuscht". Und er fing an zu lächeln. Verlegen, obwohl er allein war, strich er sich die Haare aus dem Gesicht und stieg in das heiße Bad, das Miriam für ihn vorbereitet hatte.
___________________________________________
Nach mehr als 6 Monaten geht es dann auch mal weiter. Sorry, dass es immer so lange Pausen gibt. :(
Ich bemühe mich mehr zu schreiben! Vor Allem, da ich jetzt erstmal frei habe (Auch, wenn ich für Klausuren lernen muss).
Hoffentlich gefällt es euch weiterhin, auch wenn sich mein Schreibstil vermutlich etwas verändert hat owo

DU LIEST GERADE
Gefühlsachterbahn | Odindado
FanfictionMaurice war nie so sorglos gewesen wie Claus. Er war neidisch und irgendwas an diesem Kerl ließ ihm das Blut in den Adern gefrieren, doch zugleich lief ihm ein Schauer über den Rücken und sein Herz fing an zu rasen, wenn er ihn sah. Seine wunderschö...