P.o.V. Tumorkind
Manu hatte eine gefühlte Ewigkeit nichts mehr in seinem Blog veröffentlicht. Er fühlte sich seltsam leer und verspürte keinerlei Motivation über Vampire nachzudenken. Worüber er hingegen nahezu pausenlos nachdachte, war die Begegnung an seinem Geburtstag. Die Begegnung mit Patrick. Er war lautlos wie ein Geist plötzlich in seinem Zimmer gewesen und genauso plötzlich wieder verschwunden. Das ganze war nun einen Monat her und seitdem hatte Manuel nichts mehr von Patrick gehört. Er seufzte. "Irgendwie enttäuschend...".
Manchmal, so wie jetzt auch, legte sich Manuel auf sein Bett, genau wie an seinem Geburtstag und schloss die Augen. Zögerlich öffnete er sein eines Auge erstmal nur einen Spalt breit um dann enttäuscht festzustellen, dass Patrick diesmal nicht wie aus dem Nichts aufgetaucht war und er noch ein weiteres Mal resigniert seufzte, während er sein anderes Auge auch aufschlug und für einen Bruchteil einer Sekunde seine Decke anstarrte. Er sprang energisch auf und warf sich eine Jacke über.
Es war ein halblanger Mantel, ein wenig tailliert mit zwei Reihen Knöpfen vorne. Dunkelbraunes Wildleder, fast schon schwarz, schmiegte sich an Manuels Schultern. Er fischte sich seinen grauen Schal von seinem Kleiderständer und überlegte kurz sich auch den Hut zu nehmen, doch ließ es dann sein. Er ging in den Hof und steuerte auf den kleinen See zu.
Es war ziemlich später Abend aber Manuel störte es nicht im Dunkeln herumzulaufen. Seine schwarzen Lederschuhe knirschten bei jedem Schritt über den kiesbedeckten Weg. Manuel atmete tief durch, er ließ seinen Kopf in den Nacken fallen und schaute die Sterne an, während er schon fast den See erreicht hatte.
Nachdem er seinen Blick wieder senkte sah er eine Gestalt auf dem kleinen Steg stehen, der nur noch etwa 3 Meter von ihm entfernt war. Da alle anderen Personen auf dem Anwesen entweder schliefen, oder zutun hatten riss Manuel die Augen auf. Er beschleunigte sein Tempo und kam kurz darauf neben dem in die Sterne hoch schauenden Patrick zu stehen. Immer noch mit großen Augen starrte Manuel Patricks Profil an und stellte fest, wie lange und dichte Wimpern er hatte. "Naa!" nuschelte Patrick. Offenbar hatte er den Mund voll und einen Moment später hielt er ihm einen Donut hin. Manuel beachtete das Gebäck nicht weiter und verzog das Gesicht zu einer Grimasse. "NaAaAa?! Ist das dein Ernst? Du tauchst nach EINEM Monat Funkstille hier auf und hast nichts weiter zu sagen als Naa?!" "Warum bist du so wütend?" Endlich schaute Patrick ihn an, in seiner Miene ließ nichts darauf schließen, dass es ihn kümmerte, was Manu grade gesagt hatte. "Warum ich... Wa-..." Manuel schlug sich die Hand vor die Stirn und anstatt etwas zu sagen umarmte er ihn. Eine ganze Weile standen die beiden so, bis Patrick anfing zu lachen und seine Arme um ihn schlang, nur um direkt brüderlich mit der flachen Hand seinen Rücken zu tätscheln. Manuel zog sich mit hochrotem Kopf zurück. Ein Glück war es schon dunkel. "Haste mich so sehr vermisst?" Er grinste von einem Ohr zum Anderen und seine Augen strahlten. Manuel war wie gelähmt, was nahm dieser Junge sich eigentlich raus. Ungehobelt, unfreundlich und arrogant! Genau das war er. Aber wieso hatte Manuel dann die ganze Zeit über an ihn denken müssen? "Pff, vermisst? Ich habe mich nach dir gesehnt, oh du, mein Geliebter!" Theatralisch warf Manuel seine Rückhand an die Stirn und sank leicht in sich zusammen, während er die Augen verdrehte, als würde er das Bewusstsein verlieren. Patricks Grinsen wurde breiter und beide verfielen in einen heftigen Lachkrampf.
Als das Lachen endlich verstummte wurde Manuel ernst. "Mal im Ernst... Warum hast du nichts von dir hören lassen? Nachdem du eingebrochen bist und ich nicht die Polizei gerufen habe, bist du mir doch immerhin das schuldig..." Er kaute nervös an seiner Unterlippe und schaute Patrick aus dem Augenwinkel an. Der wand sich und trat von einem Fuß auf den Anderen. "Nunja... Ich.. hmm, war auf Diät und.. weißt du, ich bin unerträglich, wenn ich weniger esse! Ich wollte dir das nicht antun, nachdem du so freundlich zu mir warst, obwohl ich... naja... eingebrochen bin."
Die zwei unterhielten sich noch bis spät in die Nacht und Patrick versprach innerhalb der nächsten Woche wieder vorbei zu kommen und Bier mitzubringen.
Bier... Als Manuel im Bett lag dachte er über Patricks Worte nach. Er hatte noch nie Bier getrunken. Sowas gab es in seiner Familie nicht. Er kannte nur Wein und sein Vater trank, wenn er Zuhause war gerne mal Whisky... aber Bier? Niemals. Wenn es ihm nicht schmeckte, hätte Patrick ganz umsonst welches mitgebracht.
Manuel schüttelte den Kopf. Er nahm noch einen Schluck von seinem Wasser und drehte sich um. Sehr schnell schlief er ein und träumte einen aufregenden Traum...
... to be continued.
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Lalala... Ich habe mal wieder etwas Zeit und Lust gehabt zu schreiben. Im nächsten Teil geht es dann um Manus Traum, für den ich schon eine sehr nette Idee habe.
It's getting gay in here. *Smirk*
Lasst mir doch auch gerne ein paar Anregungen da, vielleicht sind die ja mit meinen Ideen kompatibel! :)
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Gefühlsachterbahn | Odindado
FanfictionMaurice war nie so sorglos gewesen wie Claus. Er war neidisch und irgendwas an diesem Kerl ließ ihm das Blut in den Adern gefrieren, doch zugleich lief ihm ein Schauer über den Rücken und sein Herz fing an zu rasen, wenn er ihn sah. Seine wunderschö...