Festhalten

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Schwer ist es, dich festzuhalten
Denn der Wind zerrt viel zu sehr
An den Klippen, Urgewalten
Winzig wir, zwei Staubgestalten
Und mein Arm wird langsam schwer

Einfach ist es, loszulassen
Und du fällst hinab ins Meer
Hart die schwarzen Wassermassen
Tu dir weh, muss fester fassen
Und mein Arm wird langsam schwer

Und du baumelst von den Klippen
Und dein Blick ist starr und leer
Blau und trocken deine Lippen
Deine ganze Welt wird kippen
Denn mein Arm wird langsam schwer

Schwer ist es erst, wenn man hängt
Wann man baumelt überm Abgrund
Wenn man blickt in Todes Schlund
Panik jed's Problem verdrängt

Einfach ist: vom Springen reden
Hängt man erst an Schicksals Fäden
Sind die Arme voller Kraft
Und doch stets zu früh erschlafft

Und du rutscht, du drohst zu fallen
Und ich packe fester zu
Unter uns die Wellen hallen
Ich will mich in dich verkrallen
Und erkenne: Ich bin du

Halte fest mein eig'nes Leben
Ich will springen, ich will schweben
Doch ich will nicht abwärts stürzen
Will mein Leben nicht verkürzen
Ich will fliehen, ich will fliegen
Will mich mit den Wellen wiegen
Diese Klippen sind so alt
Und auch du besuchst sie bald
Denn wie schwer ist fester Halt

August 2020

WalgesängeWo Geschichten leben. Entdecke jetzt