Cupcakes

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Jennys Sicht

Ich wollte eigentlich nur eine kleine Geburtstagsüberraschung für meine Kollegin Tatjana besorgen (sie liebte Cupcakes) und schon wieder begegnete ich ihm. Wieso hätte mir klar sein müssen, dass ich ihm begegnete? War ja irgendwie schon klar, dass er auch da sein würde egal wohin ich ginge.

Ich versuchte seinen brennenden Blick zu ignorieren und mich auf mein eigentliches Vorhaben zu konzentrieren. Schließlich mochte ich Tatjana wirklich gerne und Robert... Naja, meiner Meinung nach konnte man das noch nicht wirklich kennen nennen.

Die Verkäuferin riss mich aus meinen Gedanken. ,,Wie kann ich Ihnen helfen?" ,,Ich hätte gerne zwei Schokocupcakes." Ja, ich hatte vor den zweiten selbst zu essen. Wer sich die Mühe machte ein Geschenk zu besorgen, durfte sich ja auch mal was gönnen, oder? Also bezahlte ich und wollte mich schon zur Ladentür wenden, als mich jemand am Handgelenk griff. Mich überfuhr eine Gänsehaut, als ich mich zu ihm wendete.

Seine Augen strahlten, als sie meine trafen. ,,Hey, schön dich zu sehen!", die Freude war aus jedem seiner Worte herauszuhören. Ich konnte nicht anders als zu Lächeln, wobei ich spürte, dass meine Wangen sich rosa färbten. ,,Hey, was machst du denn hier?" ,,Ich zeig einer Bekannten die Stadt."

Nach diesem Satz herrschte erst einmal Stille. Ich glaube, wir wussten beide nicht wirklich was wir sagen sollten ohne sich komplett lächerlich zu machen. Schließlich fasste er sich aber doch ein Herz: ,,Hast du vielleicht in den nächsten Tagen mal Zeit und Lust dich zu treffen?"

Während er auf meine Antwort wartete, konnte man aus seinem Gesicht ablesen wie er sekündlich deprimierter wurde. Mein Herz schrie JA!, aber mein Kopf entschloss sich zum Glück dazu es ein bisschen weniger bekloppt auszudrücken.
,,Klar, warum nicht!" Augenblicklich erhellte sich sein Gesicht und sämtliche Last schien von ihm abzufallen.

Dieser Zustand hielt allerdings nicht lange, denn nur Sekunden später schob sich eine junge Frau an Robert's
Seite und ergriff seinen Arm. Er versteifte sich und sah aus, als würde er sich am liebsten aus ihrem Griff winden. Sie krallte sich allerdings nur noch mehr an ihn. Ihre langen schwarzen Haare fielen über seine Schulter, während sie mich anstrahlte. Ihr Blick sprach allerdings eine ganz andere Sprache. ,,Wer ist das Robert?", sprach sie mit bemüht freundlicher Stimme.

Dieser wirkte weit nicht mehr so erfreut, wie noch vor ein paar Minuten. ,,Jenny, Antonina, Antonina, Jenny", brummte er nur noch und warf mir einen entschuldigenden Blick zu. ,,Woher kennt ihr euch?", bohrte Antonina weiter nach, versuchte aber nicht allzu neugierig zu klingen. Robert hielt es allerdings anscheinend nicht für nötig ihr zu antworten. Stattdessen wurde sein Blick nur immer genervter.

So langsam wurde es mir unangenehm, also beschloss ich zu gehen. Ich hatte nämlich echt keine Lust mehr, mir das Schauspiel dieses Mädchens weiter anzugucken. ,,Mmh, ja ich geh dann mal,", stotterte ich und hielt den Karton mit den Cupcakes hoch, ,,Muss wieder los!"
Bevor einer der beiden noch irgendetwas sagen konnte, wandte ich mich um und verließ mit einem ,,Tschau" den kleinen Laden.

Auf dem Weg zurück zur Arbeit versuchte ich meine wirren Gedanken zu ordnen. Wer war sie bitte? Seine Freundin? Auch wenn nicht, sie wäre es auf jeden Fall gerne. Aber wollte er sie auch? Es schien eher nicht so, aber wieso wehrte er sich dann nicht mehr? Mittlerweile hatte es angefangen zu nieseln, was perfekt zu meiner Stimmung passte.

Als ich auf der Arbeit ankam, war ich komplett durchnässt. Der Nieselregen hatte sich in ein handfestes Gewitter verwandelt und ich musste die letzten 100 Meter zum Laden sprinten. Also betrat ich wie ein begossener Pudel und zu dem auch viel zu spät den Laden.

,,Wo kommst du denn her?" ,fragte mich Tatjana, welche ganz entspannt hinter dem Thresen stand und an einem Strauß werkelte. Ich hingegen stand immer noch tropfend auf der Fußmatte. ,,Aus dem Schwimmbad, siehst du doch!" Daraufhin konnte sie nur noch schmunzeln. Ich beschloss nach hinten zu gehen und mich umzuziehen, um danach Tatjana vorne helfen zu können.

Kurz vor Feierabend hatten wir auch Zeit uns bei einem kleinen Plausch meine mitgebrachten Cupcakes schmecken zu lassen. Sie schmeckten nach süßer Sünde und waren genau das was ich jetzt gebraucht hatte. Noch den ganzen Nachmittag hatte ich darüber gegrübelt, wie Robert zu der schwarzhaarigen Schönheit stand.

Und genauso ging es leider auch weiter, als ich kurze Zeit später im Auto saß und auf dem Weg nach Hause war. Immer wieder waren es die selben Fragen: Wer war sie? Was wollte sie von ihm? Und wollte er das selbe? Aber darauf würde ich wohl so schnell keine Antworten bekommen, also beschloss ich mich lieber wieder auf den Straßenverkehr zu konzentrieren.

Als ich zuhause ankam hatte es schon wieder angefangen zu regnen. Irgendwie passte es zum heutigen Tag und zu meiner Stimmung. Ich versuchte also so schnell wie möglich zur Haustür zu gelangen. Dummerweise wurde diese genau in dem Moment, als ich vor ihr stand schwungvoll geöffnet. Und wie hätte es auch anders kommen sollen, knutschte ich volle Kanne die Türkante, während ich ein erschrockenes Aufkreischen hörte. Gleich darauf folgte ein Vorwurf, während ich mir die schmerzende Nase hielt: ,,Warum veranstaltest du ein Wettrennen mit dir selbst?" ,,Na, weil ich Lust drauf hatte! Meine Güte, was sollte diese Frage?", antwortete ich ihr, während ich auf den strömenden Regen deutete. ,,Auf jeden Fall sorry, dass ich dir die Tür ins Gesicht gerammt habe. Aber ich muss jetzt auch los!", sagte sie nur noch ohne auf meine vorherige Antwort einzugehen. Nur Sekunden später hatte sie sich an mir vorbeigedrückt und sprintete zu ihrem Auto.

Wenig später saß ich frisch geduscht und in einem kuscheligem Bademantel auf der Couch im Wohnzimmer und aß den Rest des Abendessens von gestern. Die Lasagne schmeckte zwar nicht mehr so gut wie gestern, aber war immerhin trotzdem noch das Highlight meines Tages. Während des Essens zappte ich durch die Fernsehkanäle, beschloss aber letztendlich, dass ein Film auf Netflix wohl die bessere Alternative war. Also suchte ich mir einen und begann währenddessen zu versuchen diesen beschissenen Tag durch essen zu vergessen.

Ein paar Stunden später, ein neuer Film lief und die Lasagne war längst aufgegessen, summte mein Handy und kündigte mir so neue Nachrichten an.

Cora
Hey

Was machst du?

Schau mal bei
Lewandowski auf Insta...

Hey

Schaue nen Film und du?

Warum?

Wirst du schon sehen...

Hey Leute,

Ich hoffe ihr mögt das Kapitel. Ich bin mit der Länge dezent eskaliert, I'm sorry😁

Bittersweet roseGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt