Mantis × Reader

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Es war mitten in der Nacht auf Berhert. [Y/N] hatte bis gerade eben gemütlich in ihrem Bett geschlafen. Plötzlich spürte sie ein leichtes Beben, welches sie weckte. Da sie taub und stumm war, nahm sie mit ihren anderen Sinnen viel mehr wahr als ihre Mitmenschen. [Y/N] stand auf und ging zum Fenster. Was sie dort erblickte, war wirklich sonderbar. Ein gelbes und blaues Raumschiff trudelte durch die Luft, die Rückseite schien zu fehlen und eine Person wurde an einem Seil, das ins Innere des Raumschiffs führte, hinterhergezogen.

Schließlich fiel das Raumschiff vom Himmel und, als es 100 Meter entfernt von [Y/N]s Haus zu Boden krachte, spürte [Y/N] die heftige Erschütterung. Schnell rannte [Y/N] nach draußen, um nach den Insassen zu schauen. Als sie vor dem Raumschiff stehen blieb, kletterten gerade sechs Wesen, die unterschiedlicher nicht hätten sein können, aus den Trümmern. Zum einen war da ein Typ, der vom Aussehen her vermutlich von der Erde stammte. Dann waren da noch zwei Frauen mit bunter Haut, die eine hatte grüne, die andere blaue. Die blauhäutige Frau hatte außerdem noch mehrere Gliedmaßen aus Metall. Dann waren da auch noch ein Waschbär, der aber auf seinen zwei Hinterbeinen lief und Kleidung anhatte, und ein lebendiger Baum. Als Letztes war da noch eine Frau mit komplett schwarzen Augen und zwei Fühlern.

An der Art und Weise, wie sich der Erdling und die grünhäutige Frau bewegten, bemerkte [Y/N], dass die beiden sich stritten. Doch plötzlich sah sie, dass sich ein Baum heftig bewegte. Also ging sie auf diesen zu und, als sie unter dem Baum stand, sah sie, dass ein Mann mit gräulicher Haut sich in den Ästen verfangen hatte. Er zappelte wild und schien sich von selbst nicht zu befreien können. Also streckte sie eine Hand aus und benutzte ihre Kräfte. [Y/N] konnte Dinge und Personen schweben lassen, was bei ihrem Beruf als Mechanikerin für Raumschiffe sehr hilfreich war. Also ließ sie ihn ganz vorsichtig zu Boden schweben.

Als er stand, sagte er etwas, das [Y/N] natürlich nicht verstehen konnte. Sie versuchte zwar, es ihm deutlich zu machen, doch er schien es nicht zu begreifen. Er warf den Kopf in den Nacken und schien zu lachen. Dann machte er ein Zeichen, dass sie ihm folgen solle. Sie folgte ihm, da sie hoffte, dass einer von ihnen bemerken würde, was los war. Dort angekommen begann allerdings ein sehr wildes Gespräch, alle gestikulierten wild und jeder schien jeden anzuschreien.

Schließlich wandte der Waschbär sich an sie und sagte etwas. [Y/N] zeigte auf ihre Ohren und schüttelte dann den Kopf. Die Frau mit den Fühlern schien es als Erste zu verstehen und sagte es offenbar den anderen. Dann versuchte [Y/N] ihnen deutlich zu machen, dass sie ins Haus gehen sollten. Dieses Mal begriff es die blauhäutige Frau zuerst. Also führte [Y/N] die sieben Fremde in ihr Wohnzimmer, wo ihr Tablet inklusive Beamer lag. Dort gab sie schnell ein, dass sie taub und stumm war.

Jetzt nickten alle erleichtert, offenbar hatten sie sich schon gefragt, was denn mit ihr los war. Dann hob die grünhäutige Frau ihre Hände und begann in einer [Y/N] bekannten Gebärdensprache sich mit ihr zu unterhalten. Sie erklärte: "Hallo, ich bin G-A-M-O-R-A. Die blauhäutige ist N-E-B-U-L-A, der mit der grauen Haut ist D-R-A-X, der Waschbär, niemals Waschbär nennen, ist R-O-C-K-E-T, der Baum ist G-R-O-O-T, der andere Typ ist P-E-T-E-R Q-U-I-L-L und die mit den Fühlern ist M-A-N-T-I-S. Wie heißt du?" [Y/N] antwortete: "Ich bin [Y/N]. Wenn ihr Hilfe wegen eures Schiffes braucht, kann ich euch helfen. Ich bin Mechanikerin." Gamora nickte dankbar und fragte dann: "Denkst du, dass man es überhaupt noch reparieren kann? Und wie willst du es in deine Werkstatt bringen?"

Daraufhin erklärte [Y/N], dass sie Sachen mit ihren Gedanken bewegen konnte. Währenddessen ignorierte alle Drax, der sich offenbar über ihre Gebärden lustig machte, und schließlich von Gamora angefahren wurde. Schließlich wurde entschieden, dass die Sieben erstmal hier bleiben und gemeinsam mit ihr das Raumschiff, das Milano genannt wurde, reparieren würden. Dann richtete [Y/N] ein Bett für jeden von ihnen. Einer musste auf der Couch schlafen, zwei auf Klapp- betten und vier konnten in normalen Betten schlafen.

***Zeitsprung: Drei Wochen später***

[Y/N] stand gemeinsam mit Mantis unter der Milano. In den letzten drei Wochen war sie gut vorangekommen mit der Reparatur. Meist war es Mantis gewesen, die ihr geholfen hatte. Mittlerweile konnte diese die Gebärdensprache sogar ziemlich gut. Auch hatte sie in der Zwischenzeit auch ziemlich viel über das Reparieren von Raumschiffen gelernt. Auch außerhalb der Werkstatt hatten die beiden viel Zeit miteinander verbracht. Die anderen sechs waren die ganze Zeit mit etwas anderem beschäftigt. Rocket half manchmal bei der Reparatur oder bastelte irgendwelche Bomben, Groot spielte irgendwelche Onlinespiele und die anderen kämpften im Wald.

Aber [Y/N] fand das gut so, denn so hatte sie Mantis ganz für sich allein. Das war schön, da sie zum einen mittlerweile Gefühle für Mantis entwickelt hatte, was bei vielen gemeinsamen Abendessen zu zweit, gemeinsamen Ausflügen und stundenlangem Beieinander sein eigentlich unvermeidlich war. Und zum anderen, weil Mantis durch ihre eigenen Kräfte immer wusste, wie es ihr ging. Aber [Y/N] hatte noch nicht den Mut gefunden es Mantis mitzuteilen, weswegen sie es in letzter Zeit nicht zuließ, dass Mantis ihre Kräfte an ihr anwandte. Denn der Nachteil an Mantis Kräften war, dass sie dann eben alle Gefühle mitbekam.

Doch da die Milano in etwa zwei Wochen fertig sein würde, musste [Y/N] langsam die Gelegenheit beim Schopfe packen. Allerdings war ihr drei Tage später immer noch nichts eingefallen und das verursachte ihr in der Zwischenzeit eine leichte Panik. Sie hatte bereits einmal versucht Mantis ihre Gefühle zu gestehen, hatte aber dann den Mut verloren.

Aber dann, drei Tage bevor die Milano fertig sein würde, kam ihr eine Idee. Sie hätte sich selbst eine Ohrfeige dafür geben können, dass ihr die Lösung nicht davor klar geworden war. Sie hatte doch die ganze Zeit versucht zu verhindern, dass Mantis ihre Gefühle durch ihre Kräfte mitbekam. Doch wenn es der einzige Weg war, um es Mantis mitzuteilen, was sie empfand, musste sie es einfach so machen. Heute Abend wären Mantis und sie wieder einmal alleine, das wäre die perfekte Gelegenheit, ihren Plan umzusetzen.

Am Abend saßen Mantis und sie auf der Couch und aßen Pasta. Nachdem sie beide fertig waren, lehnten sie sich zurück, doch [Y/N] konnte sich nicht wirklich entspannen. Dann nahm sie all ihren Mut zusammen und wendete sich Mantis zu. Diese schien es zu bemerken und gebärdete: "Ist etwas? Du wirkst nervös." [Y/N] gebärdete zurück: "Ich würde dir gerne etwas mitteilen, aber ich traue mich nicht. Deswegen bitte ich dich, dass du deine Kräfte bei mir anwendest." Mantis nickte eifrig und legte ihre Hand auf [Y/N]s Unterarm. Ihre Fühler leuchteten auf und sie hatte konzentriert ihre Augen geschlossen. Nach etwa zehn Sekunden hörten ihre Fühler wieder auf zu leuchten und sie öffnete ihre Augen wieder.

Beide sahen sich ein paar Sekunden tief in die Augen, dann trafen ihre Lippen aufeinander. Es war noch schöner als in [Y/N]s schönsten Träumen. Sie lösten sich erst wieder voneinander, als ihnen die Luft ausging. Dann nahm [Y/N] Mantis in den Arm und drückte sie ganz fest an sich. Sie wollte Mantis niemals wieder loslassen.

***Zeitsprung: Drei Tage später, Milano ist wieder repariert***

[Y/N] stand vor ihrer jetzt leergeräumten Werkstatt. Alle wichtigen Sachen und Werkzeuge waren jetzt in der Milano verstaut, alles andere hatte sie verkauft. Die Werkstatt an sich würde sie vermieten. Ihr Haus würde sie abschließen, es würde nicht vermietet werden. Vielleicht würden sie und Mantis eines Tages dort wieder einziehen und eine Familie gründen. Ein letztes Mal betrachtete [Y/N] ihre kleine Werkstatt und drehte sich dann um. Als sie auf die Milano zuging, sah sie, dass die anderen bereits auf sie warteten.

Alle hatten die Beziehung zwischen ihr und Mantis akzeptiert und sich für sie beide gefreut. Quill hatte ihr sogar direkt angeboten, ein Teil der Guardians of the Galaxy, wie sie sich nannten, zu werden. [Y/N] hatte sofort angenommen, ohne nachzudenken. Jetzt hatte sie alles wichtige in der Milano verstaut und war bereit, ein neues Leben zu beginnen. Sie hakte sich bei Mantis ein und alle gingen gemeinsam in die Milano. Nachdem sich alle gesetzt hatten, starteten Quill und Rocket den Antrieb. Gemeinsam flogen sie in die schier unendlichen Weiten des Weltalls, [Y/N] und Mantis hielten dabei ihre Hände fest verschränkt, so wie es für immer sein sollte.

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