Ich brauchte einen Moment, um wieder runter zu kommen, bevor ich nach Hause fahren konnte. Man sollte niemals mit Wut im Bauch los fahren, schon gar nicht mit einem Motorrad über einen unbefestigten Waldweg und aus irgendeinem Grund hatte ich wieder diesen beschissenen Tagtraum von Harry, den ich auch am Vortag schon gehabt hatte. Eine Stimmte riss mich aus meinen Gedanken.
Es war Harry, der sagte: ,,Nein, kein Problem Mum. Ich kann auch laufen... Wirklich, es macht mir...! Nichts aus."
,,Kann dich etwa niemand abholen kommen Styles?", stichelte ich und fuhr mir einmal durch meine so schon wirren Haare.
,,Mich kann nie irgendjemand abholen, aber ein eigenes Auto krieg ich auch nicht", stöhnte er entnervt und lehnte sich neben mich an den niedrigen Zaun, der den Schulhof umgab, ,,Na los, hau schon einen fiesen Spruch raus."
,,Hab ich nicht vor", hörte ich mich quasi selber sagen, ,,Ich weiß selbst, wie scheiße das ist. Außerdem hat jeder so ein Leidenspflaster, meins ist mein missratener Vater und deins scheinbar Vernachlässigung. Komm schon, schwing deinen Arsch hinter mir her, dann fahr ich dich nach Hause." ,,Wirklich? Du bist nett zu mir?" ,,Vorsicht, sonst überleg ich es mir anders!" Und er lachte. So ein wunderschönes Lachen hatte ich noch nie zuvor gehört. Es machte ihn nur noch heißer, als er ohnehin schon war. Verdammte Scheiße.
Immerhin schwieg er, während wir fuhren.
Hätte er irgendwas gesagt, wäre ich wahrscheinlich rechts ran gefahren und hätte mich über ihn her gemacht, Jungfrau hin oder her.
Seine großen Hände auf meinen Hüften, die unter einer Lederjacke und einem T-Shirt versteckt waren, fühlten sich einfach verdammt gut an. Ich wollte es ganz einfach nicht wahrhaben, aber ich wollte ihn! Ich wollte alles von diesem Jungen, alles, was er mir geben könnte.
,,Bist du deshalb so ein Arsch?", fragte Harry mich aus heiterem Himmel, als wir in meiner Einfahrt hielten und von meinem Motorrad abstiegen, ,,Weil dein Vater einer ist?" Ich antwortete nicht auf diese Frage. ,,Und wieso hast du mir überhaupt die Schuld daran gegeben, dass mit dieser Danielle Schluss ist? Früher oder später hättest du doch sowieso mit ihr Schluss gemacht."
Am liebsten wäre ich einfach weggelaufen.
Hätte ihn da stehen lassen und ihn ignoriert.
,,Wieso bist du noch Jungfrau?", stellte ich stattdessen eine Gegenfrage, ,,Wieso kann dich nie jemand abholen?"
,,Touché", entgegnete der Neuling darauf, ,,Meine Mum arbeitet immer und den ganzen Tag. Und für die andere Sache hat sich einfach noch keiner ergeben, der Interesse an mir gehabt hätte."
,,Komm, du verarschst mich doch", lachte ich, weil ich letzteres wirklich nicht glauben konnte.
,,Nein, es ist mein Ernst", beteuerte Harry und wir blieben da in der Einfahrt stehen, ,,Die Einzige, die Interesse gezeigt hatte, war meine Exfreundin. Aber da hab ich gemerkt, dass ich nicht auf Frauen stehe." Wow, wohin entwickelte sich dieses Gespräch bitte? Also schon irgendwo in die richtige Richtung, aber wo blieb der Beste-Feinde-Teil?
,,Ohne Scheiß, du bist verdammt nochmal Sex on legs", brach es aus mir heraus, ,,Ich bezweifle, dass es irgendwen gibt, ob jetzt Typ oder Mädel, der dich nicht flach legen will! Mal abgesehen von Niall, der ist hetero."
,,Ach, ist hier sonst niemand hetero oder was?"
,,Von den paar Typen, die hier wohnen, ist Niall glaub ich der einzige, der wirklich hetero ist. Alle anderen sind mal mindestens Bi. Wieso stehen wir eigentlich immer noch in dieser öden Einfahrt rum?"
,,Weil du dich über die Tatsache lustig machst, dass ich unattraktiv bin."
,,Jetzt redest du wirklich Scheiße! Du bist nervig, arrogant, ein Streber und ein Arschkriecher, aber du bist das genaue Gegenteil von unattraktiv! Und merk dir das gut, weil nochmal werd ich das nicht sagen. Der nette Moment für heute ist vorbei, sei froh, dass du ihn abgekriegt hast."
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silken
FanfictionLouis Tomlinsons Leben ist perfekt. Er hat eine Freundin, die ihn liebt, die besten Freunde, die man sich wünschen kann, Beliebtheit... Einfach alles. Und dann kommt dieser heiße braune Lockenkopf an, der durch einen Blick alles verändert. Alles au...
