Kapitel 14.

3.1K 237 21
                                        

Kapitel 14.

Freitag. Die erste Nacht bei den Bresslers war vorrüber und mein Handy weckte mich pünktlich um 5.30 Uhr. Ich öffnete langsam meine Augen. Die Sonne fing gerade an, auf zu gehen. Die Vögel draußen sangen bereits. Neben mir brummte Elisa, zog ihre Decke tiefer ins Gesicht. Das tat sie immer, auch wenn sie Frühausteherin war.

  "Wach werden.", flüsterte ich leise. Meine beste Freundin schüttelte ihren Kopf und brummte erneut.

  "Hab Ausfall.", erklärte sie mir knapp. Oh, das hätte ich auch gern. Mein französisch Lehrer Herr Bach war nie krank. Ihm konnte nichts davon abbringen uns zu foltern.

  "Ist Elias in deinem Kurs?", hackte ich nach einer kurzen Pause nach. Ich brannte ehrlich gesagt nicht darauf am frühen Morgen mich allein mit Elias Anwesenheit herum zu schlagen. Ich brauchte erstmal etwas Abstand von ihm. Gestern hatte ich Elias praktisch den ganzen Tag an meiner Seite gehabt und mein Bedarf seiner Existenz war nun für die nächsten Wochen weiträumig gedeckt. Ich meine, ich hatte ungewollt innerhalb 24 Stunden Elias sehr gut kennengelernt, habe vieles über ihm erfahren was ich eigentlich gar nicht wissen wollte und jetzt es wahr sehr gut möglich das ich nun den Zwilling von allen am besten kannte. So natürlich wie er gestern war, hatte ich ihn in meinem ganzen Leben noch nie erlebt. Zum ersten mal sah ich den Elias, den er bisher immer gut versteckt hatte. Kein aufgesetztes 'Machogehabe', ein guter Zuhörer und Redner und beinahe Jungfrau. Doch das wird leider auch zu Folge haben, dass er nun noch mehr ein Auge auf mich werfen wird. Ich kannte die Wahrheit rund um seine Lüge und es war mir nun möglich, diese Lüge zu zerstören.

  "Nein.", seufzte Elisa. Sie wusste genau weshalb ich fragte. "Jammer nicht rum. Du bist ein großes Mädchen und schaffst das schon. Und jetzt lass mich weiterschlafen.", fügte sie deshalb noch hinzu. Da hatte wer eine prima Laune. Vorsichtig schlug ich meine Bettdecke beiseite und stand auf. Die Routine begann. Ich ging an meine Sporttasche und suchte mir ein Outfit aus. Mir blieb die Wahl zwischen zwei Hosen und 4 Oberteile. Viel Auswahl war das nicht. Bepackt mit frischer Unterwäsche, Klamotten und Kulturtäschen ging es auf ins Bad. Ich schielte auf dem Weg kurz zu Elias Zimmertür. Alles ruhig. Er schien zu meinem Glück noch zu schlafen. So konnte ich wenigsten für einen kurzen Moment das Bad der Zwillinge für mich beanspruchen und mich in Ruhe fertig machen, aber dazu sollte es nicht kommen. In der gleichen Sekunde, in der ich erleichtert ausatmete, öffnete sich die Zimmertür und ein völlig verschlafener Elias trat zu mir in den kleinen, engen Flur.

  "Morgen.", brummte auch er, während er sich durch die Haare fuhr. Das konnte doch nicht wahr sein. Mein Glück hatte sich nun endgültig von mir verabschiedet. Warum war er überhaupt schon so früh wach. Jungs brauchten doch nicht lange sich fertig zu machen, also warum um Himmels Willen stand Elias um 5.30 Uhr im Flur und wollte auf's Bad.

  "Deine Schlafhosen werden auch immer knapper.", stellte er, nachdem er mich kurz musterte, fest. Ich war seit gut fünf Minuten wach und wollte jetzt schon Elias Bressler umbringen. Er schaffte schon immer, auf irgend einer Art alles zu toppen. Eigentlich brauchte er mich nur eine Sekunde zu lange anzuschauen und meine Mordgelüste waren geweckt.

  "Wenn du auf Toilette musst, dann geh schnell. Muss mich auch noch fertig machen.", drängelte ich mit genervter Stimme. Elias wollte gerade ansetzten zu sprechen, doch ich unterbrach ihn. "Und die Fresse kannst du auch halten."

  "Zicke.", murmelte er im Vorbeigehen und verschwand im Bad. Und ich stand nun da, völlig genervt, wie bestellt und nicht abgeholt und wartete darauf das Elias wieder heraus kam.

-

Frisch geduscht stand ich vorm Spiegel und war nun dabei mich zu schminken. Angezogen war ich bereits und meine Haare hatte ich zu einen lockeren Dutt gebunden. Ich griff nach meinen Schwann und fing an, sorgfältig die Foundation aufzutragen, als plötzlich der Zwilling ins Bad kam. Ich hätte die Tür eventuell doch abgeschlossen lassen sollen. 

Technically in Love (Mr. Badboy) ON HOLDWo Geschichten leben. Entdecke jetzt