Kapitel 6

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Viel mehr als unsere es unsere Entscheidungen, die , wer wirklich sind.

Ein kurzes, aber wohlbekanntes Geräusch ließ M/C aus ihrem unruhigen Schlaf aufschrecken. War das eben die Tür gewesen? Mit pochenden Herzen lauschte sie in die Dunkelheit, doch nichts rechte sich.

Gerade als sich die Decke über den Kopf zog, wiederholte sich das Geräusch abermals. Ja, ganz klar, das war der Bolzen der Eisentür. Doch wenn, einer ihrer Bewacher nach ihr schauen wollte, warum wurde dann versucht, die Tür so leise wie möglich zu öffnen? 





Langsam schob sie ihre Beine aus dem Bett und nährte sich der Tür. Mit immer noch wild pochenden Herzen versuche M/C so leise wie nur möglich zu atmen. Versteckmöglichkeiten waren leider sehr sparsam in diesem Raum. Fieberhaft suchte M/C nach einer Lösung, als die Tür bereits langsam aufschwang. Mit dem Mut der Verzweiflung sprach sie auf die Person zu, welche gerade durch die Öffnung schlich.

Ergebnis ihrer Aktion war, dass sie sich nur Sekunden später rücklings auf dem Boden wiederfand. Während die Gestalt noch auf ihr kniete, versuchte sie bereits mit Händen und Füßen Freiraum zu bekommen.





,,Na, du hast ja deine Kräfte wiedergefunden!" Nur der Klang der Stimme ließ sie ihre Bewegung sofort stoppen. ,,Adrian!" Der Name war nur ein Hauchen. ,, Was machst du den hier?"
,,Das ist aber nicht die Begrüßung, welche ich erwartet habe?" Er schob seine blonden Haare aus dem Gesicht und schaute M/C mit den grünen Augen direkt ins Gesicht. ,,Vielleicht musste ich das ein oder andere erst verarbeiten?" Langsam richtete sich M/C auf, dabei widerstand sie dem Gefühl, sofort über ihn herfallen zu müssen. Zuerst schien er wirklich verwundert zu sein, doch dann traf ihn die Erkenntnis wie ein Schlag in die Magengrube.



,,Du weißt es also?" Den Blick gesenkt, blieb er auf der Bettkante sitzen." Na ja, ich konnte es vorhin nicht überhören?" Auch M/C rutsche langsam auf die Bettkante, hielt aber weiterhin Abstand. ,,Ok, dann kann ich diese Reaktion natürlich nachvollziehen. Aber wie ich Dir vorhin schonmal gesagt habe, bin ich nicht wie er!" Adrian hatte nicht einmal den Blick gehoben und M/C fragte sich, welche Gedanken ihm wohl durch den Kopf gehen würden. ,, Weißt Du M/C, seine Familie kann man sich nicht aussuchen. Mein Bruder, ist ein viel stärker Charakter als ich. Er hat sich gegen die Familie entschieden, als es ihm alles zu viel wurde. Es gab einen handfesten Streit mit unserem Vater. Später hat er die Waffe auf ihn gerichtet und ihm mitgeteilt, dass er sich für diesen Verrat rächen würde. Seit diesem Tag habe ich nichts mehr von ihm gehört. Er hatte mich gebeten mit zukommen, er würde für uns ein anderes Leben finden. Aber ich war zu feige und seit dem wird er mich hassen."


,,Das tut mir leid zu hören! Aber du hast doch auch jetzt noch eine Wahl!" M/C hatte sich leicht genährt und saß nun mit Adrian Seite an Seite." Lieb gemeint von dir. Weißt du, als ich dich gestern das 1 Mal sah, war mir klar, dass du die Person bist auf die ich mein ganze Leben gewartet haben und ich bin bereit alles zu tun, damit dir und deiner Freundin nichts passiert." Langsam drehte er den Kopf auf sie zu und schaute ihr nach endlich wieder in die Augen. Waren es leichte Spuren von Tränen in seinem Gesicht? Sie schaute ihn schweigend an. Adrian setzt abermals zu sprechen an, schüttelte dann aber den Kopf und stand auf." Ich kann dich ja verstehen, wieso sottest du mir einfach vertrauen? Ich werde jetzt gehen, bevor noch auffällt, dass ich nicht auf meinem Zimmer bin. Glaube mir, mir ich würde dieses Leben gern gegen ein ganz normales eintauschen. Geld ist bei weiten nicht alles im Leben."


Gerade als er die Tür erreicht hatte, meldet sich eine zarte Stimme aus dem Hintergrund. ,,Ich glaube dir!" Adrians Hand ruhte an der Tür, als wäre er mitten in der Bewegung eingefroren. ,,Wie bitte?" ,,Ich glaube dir, Adrian!" Sie war aufgestanden und stand nun direkt hinter ihm. Langsam hob sie die Hand und legte sie auf seinen Rücken. ,,Von der 1 Minute an, schien ich dich zu kennen. Ich habe das Gefühl wir beiden haben eine gemeinsame Vergangenheit, warum sollten wir dann keine gemeinsame Zukunft haben?" Sie legte ihren Kopf auf seinen Rücken und lauschte den gleichmäßigen Atemzügen. Minuten verstrichen, während beide schwiegen. Als er sich endlich zu ihr umdrehte, nahm sie, ohne auf seine Reaktion zu warten, sein Gesicht in ihre Hände und drückte ihre Lippen auf die seinen.



Zuerst schien er überrascht, doch sofort erwiderte er den Druck ihrer Lippen. In M/C Magen flatterten die Schmetterlinge und die Angst und Verzweiflung war kurzzeitig vergessen. Sie legte ihren Kopf auf seine Brut, als sie plötzlich na oben gehoben wurde. Vorsichtig trug Adrian sie zurück zum Bett. ,,Schon wieder?" Frage sie ihn leicht belustigt ,,Du weißt gar nicht, was in mir auslöst." Sanft küsst er ihre Stirn. ,,Doch hier und jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt für uns beide!" Er erhob sich und ging abermals zur Tür. ,, Was hast Du vor, Adrian?" M/C richtete ihren Oberkörper auf. ,,Ich tue das, was ich hätte vor langer Zeit tun sollen. Ich rede mit meinem Bruder. Er ist die einzige Chance uns hier leben herauszubekommen."




Er öffnete bereits die schwere Stahltür als er sich nochmals zu ihr umdrehte. ,,Bleib stark M/C. Ich komme wieder!" Dann fiel die Tür ins Schloss und der schwere Bolzen wurde zurückgeschoben. Sie blieb allein in ihrem Gefängnis. Mit immer noch pochenden Herzen, nur diesmal war der Grund ein anderer. ,,Ich liebe dich, Adrian!" War der letzte Satz in die Dunkelheit, bevor sie die Decke nahm, um ein letztes Mal seinen Duft einzuatmen.

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