chapter 11

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chapter 11: i don't know... your nose is cute

Changbin

Hatte ich ihm nicht schon mal erklärt, dass man nur Leute abknutscht, die man liebt? Und jetzt wo ich wusste, dass er schwul ist und er meine Neigung zu beiden Geschlechter ebenfalls kannte, wurde dieser Moment von mir überinterpretiert. Wie konnte es eigentlich sein, dass er das mit dem Küssen nicht wusste, aber dass er auf Jungen stand? Dieser Junge war verwirrend.

Tatsächlich war aber nicht ich der Erste, der zurückzog, sondern der blonde Koreaner vor mir.

„Oh Entschuldige! Deine Lippen sollten... also ich wollte nicht... Ehm es war nicht so gemeint!", versuchte er schnell zu erklären und machte irgendwelche komischen Bewegungen mit den Händen. Er schien verlegen, als auch etwas panisch. Süß.

Verdammt, ich konnte ihm echt nicht böse sein. Er war viel zu unschuldig.

„Schon okay, Lix. Ich war nur etwas überrascht.", lachte ich kurz und sprach dann weiter, „Aber warum bist du mir dann überhaupt so nahe gekommen, wenn du wusstest, dass das Risiko besteht?"

Er biss sich auf die Lippe und sah durch die Gegend. Ich konnte einen leichten Rotschimmer auf seinen Wangen erkennen und wie seine Hände mit meinen Fingern spielten. Mir war bereits aufgefallen, dass er manchmal diese schüchternen und verlegenen Phasen hatte, aber so intensiv hatte ich diese noch nicht erlebt.

„Ich weiß nicht. Deine Nase ist irgendwie niedlich.", meinte er leise und für einen kurzen Moment glaubte ich mich verhört zu haben. Meine Nase? Es war einer meiner Gesichtsmerkmale, die ich über Jahre hinweg verabscheut hatte, weshalb seine Worte für mich erst etwas surreal erschienen.

„Und deswegen wolltest du deine gegen meine Nase stupsen? Einfach weil dir danach war?", fragte ich etwas amüsiert und musste mich stark zusammenreißen nicht an einem Zuckerschock zu sterben. Mein Körper produzierte so viel Insulin, als hätte ich ein ganzes Nutellaglas geleert, doch in Wirklichkeit war sein so süßes Verhalten der einzige Grund dafür.

„Nicht nur deswegen...", meinte er dann und kratzte sich an der Nase. Es wirkte aber eher so, als ob er versuchen würde sein Gesicht hinter seiner Hand zu verstecken.

„Weswegen denn noch?", fragte ich interessiert und kam dem Jüngeren erneut näher. Sofort zuckte er zurück und sah mir für gute zehn Sekunden einfach nur in die Augen.

„Los, sag es mir!", schmollte ich und begann in die Seiten des Jungen zu piksen. Beim ersten Mal quiekte er nur auf und den darauffolgenden Angriffen von mir versuchte er auszuweichen. Dies gelang ihm aber eher weniger gut, weshalb er aufsprang und sich versuchte vor meinen Fingern zu retten. Oh Gott. Er war zu süß.

„Ich will es wissen...", maulte ich etwas herum und stand ebenfalls auf. Felix blinzelte nur und schüttelte den Kopf schnell. Wahrscheinlich bereute er seine Aussage von gerade, da er bemerkte, dass ich nicht aufgeben würde, bis ich den anderen Grund kenne.

„Wenn du es mir nicht sagen willst, dann muss ich die Antwort wohl aus dir rauskitzeln", drohte ich spaßend und sprang auf ihn los. Meine Finger tänzelten schnell über seinen Bauch und Arme, weshalb Felix keine andere Lösung sah, als laut loszulachen. Seine Hände versuchten verzweifelt mich davon abzuhalten ihn zu kitzeln, doch ich war ihm von der Kraft her weit überlegen.

Doch irgendwann schien er zu realisieren, dass er meine Waffen kopieren musste, um sich zu befreien, weshalb ich ebenfalls durch gekitzelt wurde. Da ich in diesem Moment nicht damit gerechnet hatte, lockerte sich mein Griff um ihn und er floh aus meiner Obhut.

„Hey!", sagte ich laut und begann dem Jungen zu folgen, als er begann wegzurennen. Irgendwie erinnerte mich dieses Szenario an den ersten Tag, den ich hier verbracht hatte. Damals waren wir uns komplett fremd gewesen und jetzt rannte ich ihm hinterher, um herauszufinden, warum er mich fast küssen wollte. Tja, so schnell entstanden Freundschaften... oder was auch immer wir für eine Beziehung zueinander pflegten.

LatibuleWo Geschichten leben. Entdecke jetzt