chapter 13: she knows
Changbin
Neuer Tag, neues Glück. Zumindest dachte ich das. Leider wurde diese Einstellung in der Sekunde zerstört in der ich aus meinem Zimmer trat. Meine Mutter war hingegen meiner Erwartungen bereits aufgestanden und schien um einiges hektischer als sonst.
„Mama?", fragte ich verwirrt und sie drehte sich überrascht zu mir herum.
„Oh, Guten Morgen, Liebling. Schon wach?", fragte sie und für eine gute Sekunde war ich bereit mit „Nein, ich schlaf nur als Hobby an meinem Türrahmen gelehnt. Hab gehört, dass es gut für den Rücken ist." zu antworten, aber das würde wohl nicht gut kommen.
„Ja", sagte ich daraufhin und lachte leicht. Was eine langweilige Antwort.
„Du hättest nicht so früh aufstehen müssen", entgegnete sie daraufhin und ich legte den Kopf schief. Doch klar muss ich. Ich muss Felix besuchen.
„Ist doch wie immer, wenn ich raus gehe?", fragte ich eher und lief an ihr vorbei ins Bad.
„Oh nein, mein Freundchen. Heute wirst du nicht deine Lost Places besuchen gehen, verstanden? Du hilfst schön dabei, Ahris Zeug hier her zu bringen", mahnte sie mich und ich blieb stehen. Bitte was sollte ich tun? Sag mal, ich werde ihrer komischen Freundin nicht helfen.
„Das ist deine Freundin, nicht meine. Ich bin 18 und darf machen was ich will", meinte ich stur und hoffte einfach, dass ich mich mit dieser Aussage irgendwie gerettet hatte. Die Chancen standen aber eher schlecht.
„Solang du deine Füße unter meinem Tisch hast, wirst du auch tun, was ich dir sage.", meinte sie mit festen Ton, was eher selten passierte. Schön, dass sie diese Karte jetzt gespielt hatte. Sorry, dass ich halt erst meine Schule hinter mich bringen wollte, bevor ich ausziehe.
„Außerdem warst du die letzten Tage nie hier. Es wird dir mal gut tun wieder Zuhause zu sein. Punkt.", sprach sie das Machtwort und nutzte ihren „Ich-bin-deine-Mutter" Vorteil komplett aus. Wie unfair war das denn bitte? Ich wollte ihr nicht helfen. Ahri hatte es nicht verdient. Felix schon.
Verdammt.
Ich hatte ihm versprochen heute zu kommen. Er war gestern so anhänglich gewesen, dass ich mir gar nicht vorstellen wollte, wie er ohne mich unten klar kommen würde. Würde er sauer auf mich sein? Ich hatte es versprochen und genau dann tauche ich nicht auf, weil meine Mutter ihre komische Freundin hier wohnen lässt. Ich wurde nicht mal gefragt. Wie frech.
Gestresst und mit schlechtem Gewissen sah ich meiner Mutter nach und wie sie die Treppe herunterlief. Ich konnte Felix nicht alleine lassen. Er war auf meine Sachen angewiesen da unten. Ja, er würde ein paar Tage damit überleben, aber ich... ich weiß auch nicht. Vielleicht war ich inzwischen einfach zu abhängig von ihm.
Gerade wünschte ich echt, dass er ein Handy und Netz hätte. So könnte ich ihm eine Nachricht schicken und Bescheid sagen, aber das wird nichts.
„Aber ich hatte es Felix versprochen...", verließ dieses Argument meine Lippen so leise, dass meine Mutter es nicht mehr hörte. Sie würde fragen wer Felix ist und mich wieder fragen, ob das etwa mein erster fester Freund ist. Verdammt, ich wünschte echt, dass ich es Soojin und meiner Mum einfach sagen könnte, aber ich wusste nicht in was für eine Gefahr ich Felix damit bringen würde.
„"Felix"?", hörte ich es neben mir und ich schreckte zurück. Soojin stand mit den Armen verschränkt an dem Türrahmens des Arbeitszimmers meines Vaters und ich musste schlucken. Sie wusste bereits zu viel.
„Oh, Guten Morgen, Soojin!", meinte ich eher panisch und lächelte einfach. Ich tat so als hätte ich nichts gesagt, obwohl ich mir sicher sein konnte, dass die schwarzhaarige Dame bereits wusste, was ich versuchte zu tun.
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Latibule
FanfictionLatibule - (n.) a hiding place; a place of safety and comfort - changlix (changbin x felix) - lost places - fluff - dark & comfy