Inzwischen war der königliche Maler eingetroffen und wir gingen alle zusammen in das Gemach der Prinzessin. Dort stand Prinzessin Magarete in ihrer vollen Pracht, sie sah aus als wäre nie etwas gewesen. Man schob mich zu ihr, in die Mitte des Zimmers. Die Vorhänge waren bereits aufgezogen worden und so hieß uns die strahlende Sonne willkommen.
Wir beide sollten uns ins Licht stellen und dann würde der Maler anfangen mir das Zeichen auf den Oberarm zu malen. Ich bekam das Mahl, das eigentlich nicht mir zugewiesen wurde, aufgezwungen. Es zeigte einen Drachenkopf, hinter dem sich zwei gekreuzte Schwerter befanden. Der Drache blickte einen regelrecht mit seinem Auge entgegen und schien uns zu beobachten, er wirkte kriegerisch und bereit jederzeit anzugreifen.
Ich wusste natürlich, dass er uns gerade in dem Moment nichts tun konnte und dies nur ein Symbol ist, aber mir war einfach nicht wohl bei der ganzen Sache. Zudem fand ich es seltsam, wie schnell und mit welcher Präzision der königliche Maler den Drachenkopf und die gekreuzten Schwerter auf meinen linken Oberarm kopierte. Selbstverständlich musste er gut malen und abzeichnen können, sonst wäre er wohl kaum der königliche Hofmaler, aber hätte es für ihn nicht schwieriger sein müssen auf einmal auf einem Menschen zu malen.
Eine Leinwand ist gerade und mein Oberarm ist gewölbt, außerdem schien diese wasserfeste Farbe wesentlich fester als normale Farbe. Ich schüttelte innerlich meinen Kopf über mich selbst, ich dachte über viel zu viel nach. Er hatte sich wahrscheinlich einfach schnell daran gewohnt.
Ich hatte aktuell wirklich mehr als genug Zeit zum Nachdenken und das tat mir offensichtlich nicht besonders gut. Ich meine wie sollte ich beurteilen, wie schnell oder einfach es wäre so ein Zeichen ab zu pinseln. Ich hatte so etwas bisher noch nicht getan und war auch nicht außergewöhnlich talentiert im Malen.
Nach einer Ewigkeit durfte ich mich endlich wieder bewegen, weil die Farbe nun getrocknet war. Der König war bereits vor einiger Zeit gegangen, er hatte nur noch abgewartet bis das Zeichen fertig war. Das schien ihm gereicht zu haben, denn bis es trocken war wollte er nicht mehr warten.
Er war sich anscheinend ziemlich sicher, dass er mit seinem Plan durchkommen würde und im Moment sah auch alles danach aus. Nun mussten wir nur noch meinen Vater von der Geschichte überzeugen. Ich hatte bereits jetzt ein schlechtes Gewissen, ich hasste es meinen Papa täuschen zu müssen.
Aber ich machte es nicht zu meinem eigenen Vergnügen, sondern für den Erhalt meiner Familie. Also ging ich durch die Verbindungstür wieder in mein Gemach rüber und setzte mich an meinen Schreibtisch.
Ich wusste das es in Kürze soweit sein würde und der König mit meinem Vater durch die Tür kommen würden und versuchte mich mental darauf vorzubereiten. Allein daran zu denken welche Show wir gleich abziehen würden verursachte bei mir Übelkeit. Ich bin und war noch nie eine gute Lügnerin und für meinen Vater waren meine Geschwister und ich schon immer ziemlich offene Bücher. Ihm etwas vorzumachen würde ein sehr schweres Unterfangen werden.
Der König hat mir vorhin in meinem mir zugewiesenen Zimmer die Geschichte, die ich jetzt dann meinem Vater und ab da auch allen anderen wichtigen Würdeträgern erzählen soll mitgeteilt. Ich war sie mittlerweile um die tausend Mal im Kopf durchgegangen und hoffte sie nun flüssig aufsagen zu können, damit auch wirklich niemand Verdacht schöpfen würde. Aber sobald mein Vater überzeugt und all seine Zweifel aus dem Weg geschafft worden wären, würde der Rest dagegen ein Kinderspiel werden.
Mit jeder Sekunde des Wartens wurde ich immer nervöser und konnte kaum noch stillhalten. Dann war es endlich soweit und eine Diener kündigte den König und meinen Papa an. Ich wischte noch blitzschnell meine schwitzigen Hände an meinem Kleid ab, daraufhin schwangen die beiden Türen auch schon auf und meine beiden Gäste traten ein.
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Die Aufopferung
FantasiElina lebt in einer nicht gerade einfachen Welt, denn jedes Jahr am selben Tag erscheint bei einem Bewohner des Landes ein Zeichen. Dieses Zeichen, welches am Tag des Saphirmondes erscheint, ist jedes Mal anders. Wenn es wieder soweit ist, kommt ein...
