Kapitel 8 - Alkohol hin oder her

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Mit dröhnendem Kopf lag Linn auf ihrem Bett, ihr ganzer Kopf schmerzte wie verrückt.
Gestern hatten sie drei Briefe an Luke geschrieben, von jedem ein Brief, Linn hatte nicht mal mehr eine Ahnung was in ihrem Brief stand, verdammt!
Linn war gestern Abend anscheinend so betrunken gewesen, dass sie sich jetzt an nichts mehr erinnern konnte, Lucy war garnicht da und Anna kotzte gerade im Bad.
Was war gestern Abend nur passiert? Linn machte sich sorgen um Lucy, 'wo steckt die verrückte bloß?!', Linn kicherte bei der Vorstellung wo Lucy überall sein konnte, da kam Anna um die Ecke.
,,Was ist gestern Abend passiert?", fragte sie und griff sich mit der Hand auf den Kopf, anscheinend hatte sie genauso wenig eine Ahnung was gestern passiert war wie Linn. ,,Ich habe auch ein Blackout.", gestand Linn, sie merkte erst jetzt wie heißer ihre Stimme war. ,,Oh gott ich brauche sofort einen Kaffe.", stammelte sie, so dass Anna sie nicht einmal hören konnte. Aber die war so beschäftigt mit sich selblst, dass sie es nicht hinterfragte, gerade rannte sie wieder ins Bad um sich auf der Toilette zu übergeben.
Was war gestern Abend nur passiert, Linn wollte es umbedingt wissen.
Sie waren ganz spät abends wieder in diese Bar gegangen, sie haben... da stockte sie, gegessen, Burger und Fritten, ja genau, dann ein tequiler, ein zweiter dritter, ab dann wusste Linn nicht weiter.

Es ist wohl besser die Geschichte zu erzählen, aus der Sicht einer Person die noch alles weis, eine Person die noch nüchtern war. In diesem Fall, einen Mann den man immer fragt wenn man etwas nicht weis.

23:58 Uhr, Bar 6. Bezirk,Wien
Sicht des Barkeepers:

Die Bar war wiedermal ganz voll, es gab ein paar besoffene Leute hier, ich wollte sie aber nicht verscheuchen, naja, wollen vielleicht schon, aber ich tat es nicht, weil ich es gewohnt war.
Sie führten sich auf wie verrückte und tanzten herum, sie schrien meine Gäste an.
Normalerweise war es nicht so schlimm aber in diesem Fall... ,,Raus!", hörte ich meine eigene raue Stimme, alle drehten sich zu mir. ,,Die Betrunkenen sofort hinaus!", schrie ich noch einmal um dass wirklich klar zu machen.
Da kam auch schon der erste zu mir, sein Bauchspeck hind über seine Hose und sein Chin in der Hand verriet alles. Warum er sich so benahm wie er es tat.
,,Bist du behindert?!", schrie er mich jetzt an, seine Glatze glänzte im Licht der Lampen, was war dass denn für ein Macho?
,,Na los.", brüllte ich ihn wieder an. Er warf das Glas nach mir, doch anscheinend war er so betrunken dass er verschwommen sah, er warf so weit daneben, dass ich hätte lachen können. Schimpfend ging er mit seinen Kumpeln hinaus auf die Straße und ging schwankend davon.
,,Entschuldige.", sagte ich nun an die Gäste gewandt. Seuftzend nahm ich mir Besen und Schaufel, dann kehrte ich die Scherben auf.
Ich hatte mir das Gesicht gut eingeprägt, der Mann hatte jetzt Haus-verbot.
Seine blau-grauen Augen hatten so gefunkelt und immer so herausfordernd geschaut, wie ein Adler. Wie ein Adler war ich allerdings auch, ich hatte alles im Blick und konnte problemlos alles sehen. Wäre ich Lehrer, würde ich jeden Schüler sehen der im Unterricht isst oder Zettel schreibt oder gar die Hausübung im Unterricht macht.

Gerade öffnete ich eine Bierflasche für einen Gast, da ging die Tür meiner Bar auf.
Ich war mir zuerst sicher dass es wieder diese bekloppten Typen waren, die vorhin Alkohol nach mir geworfen hatten, aber was ich dann sah brachte mich zum lachen; drei Mädchen im Alter von 20, wenn ich mich nicht recht irrte, waren sie am Vorabend auch anwesend gewesen, die mit den pinken Haaren hatte sich vollgesoffen und hatte dann am Tisch getanzt, naja nein, man sollte eher sagen gestript.
,,Drei Burger mit Fritten!", rief die schwarzhaarige, sie war anscheinend schon ein bisschen angetrunken.
Als sie die Burger gegessen hatten, kam ein junger Mann vom Nebentisch und flirtete zuerst ein wenig mit den drei. ,,Lust auf ein Trinkspiel?", hörte ich ihn dann fragen. ,,Ja klar.", die drei willigten ein, ich fand später heraus, es war keine gute Idee, den Frauen dass durchgehen zu lassen, aber man kann ja nicht in die Zukunft sehen, deshalb besorgte ich ihnen fürs erste einen Tisch voller tequiler.
,,Okay.", der Junge würde jetzt wohl die Regeln erklären. ,,Ich stoppe auf meinem Handy die Zeit, einer von eich muss in einer Minute so viel Dikiler trinken wie er kann." Die Mädchen nickten, die blonde stellte sich als erste vor den Tisch. ,,Und Los!", schrie der Junge, er war übrigens öfter da, seine schwarzen Haare konnte man nicht vergessen, die sahen so richtig gut aus!
Ich versuchte mir seinen Namen wieder ins Gedächnis zu rufen. 'Ich weis ihn doch noch!', verdammt! Marko! Ja genau, der Junge hies Marko, er kam aus Kärnten und suchte einen Platz zum bleiben, er schaute sich gerade Wien an.
Noch Vorgestern hatte ich mit ihm an der Bar geredet, aber jetzt saß er bei dem Trinkspiel. ,,Zeit ist um!", erklang es in meinen Ohren. ,,Wie viele?", fragte die blonde, sie war schon ziemlich voll! ,,49!", rief die schwarzhaarige ungläubig. ,,Woohoo!", jubelte die blonde. ,,Super Linn.", ah die blonde hies Linn, jetzt wusste ich schon zwei Namen, Marko und Linn. ,,Jetzt Lucy.", schlug Marko vor, ich war schon ganz gespannt wer Lucy war, ich tippte auf die schwarzhaarige, aber nein, es war die mit den pinken Haaren die vor trat. ,,Okay.", sagte sie aufmunternt zu sich selbst, mehr als der halbe Tisch war nich voller Alkohol. Sie rieb ihre Hände aneinander und stellte sich bereit, sie wartete gespannt bis das: "Los!" ertönte.
Sofort griff sie nach dem ersten Glas, dem zweiten, dritten, vierten, sie trank schnell, immer mehr leerte sich der Tisch, bevor der Tisch leer war, kam ich schnell mit einer neuen Lieferung dikilar.
Der Kärntner nickte mir nur dankbar zu, dann widmete er sich wieder der Stopuhr. ,,Stop!", rief er wenige Sekunden später. ,,Ich habe mitgezählt.", sagte die einzige von ihnen die noch nüchtern war, an ihren Namen erinnerte ich mich auch noch... Anna, ja genau, Anna war noch nüchtern. ,,62!", rief Anna. ,,Na?", schrie Lucy betrunken herum. ,,Was habe ich gesagt?", sie warf siegessicher die Hände in die Höhe.
Die kleine, Anna, sah nicht aus wie eine Trinkerin, doch ihre Anzahl von 69, machte mich baff. ,,Anna hat gewonnen!", schrie Marko, dann tranken alle noch ein bisschen bis alle schließlich zu betrunken waren und ich sie rauswerfen musste.
Immer diese jungen Menschen heut zu tage, die Jugend von heute verstand ich einfach nicht!

Markos Sicht:

Die Straße wurde von den Lichtern erhellt, die drei lachenden Mädchen waren zu betrunken um irgend einen Weg zu laufen, deshalb brachte ich sie mit dem Auto zum Flemmings Hotel.
Sie hatten mir vorhin erzählt in welchem Hotel sie wohnten und übernachteten, Anna und Linn gingen in ihr Zimmer und warfen sich mit Klamotten und Schuhen in ihr Bett, diese Linn, ich fand sie ganz süß.
Lucy stand noch in der Tür. ,,Gehn wir noch ws trinkn?", fragte sie mich. ,,Nein.", antwortete ich schroff, mit diesen Worten ging ich weg und lies die drei Mädchen alleine.

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Als Linn die Tür öffnete um nach Lucy zu suchen, hatte sie sie auch schon gefunden, Lucy lag am Boden des Ganges.
,,Aufstehen.", murmelte Linn und trat mit ihrem Fuß gegen die schnarchende Lucy. Diese schreckte hoch, als auch sie merkte was los war fragte sie:,, Was ist gestern abend bloß passiert?" Linn wusste auf diese Frage auch keine Antwort. ,,Ich weis nur das wir betrunken waren und Briefe an Luke geschrieben haben, ich möchte lieber nicht wissen was drinnen steht.", kam ihre Antwort. Lucy nickte und kam dann schließlich auch ins Zimmer.

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