MB1

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„Ary, kommst du! Du weißt, ich hasse es, zu spät zu sein." Genervt nahm ich mein Handy, sah mir noch ein letztes Mal mein neues Zimmer an und ging die Treppen nach unten.

„Da bist du ja." Mein Dad stresste mich komplett, nur weil wir seinen alten Freund vom College besuchen gehen.

„Wir haben noch 30 Minuten. Dein Freund kann doch auch warten." Mein Dad schüttelte nur mit dem Kopf. „Wir sind neu hierhergezogen. Da müssen wir gut als Familie rüberkommen, besonders bei ihm. Ich habe meinen Freund schon sehr lange nicht mehr gesehen." Ohne ein weiteres Wort stiegen wir ins Auto und fuhren los.

Heute war der erste Tag, den ich komplett in Chino Hills verbrachte. Mein Dad und ich waren gestern Abend erst angekommen. Bis jetzt kannte ich so gut wie nichts über Chino Hills, mir war das aber alles egal. Hauptsache, ich bin weg von diesem Ort.

Vor dem Haus angekommen, traute ich meinen Augen nicht. Mein Dad hielt vor dem größten Anwesen, das ich jemals gesehen habe. Ist jeder hier so stinkreich?

„Bist du sicher, dass das hier das Haus deines Freundes ist?" „Sehr sicher sogar." Vor dem Zaun standen drei große B's. Was hat das denn für eine Bedeutung? Seltsam.

An der Tür angekommen, kam einem das Haus noch größer vor, fast schon gruselig. Gruseliger war aber die laute Stimme, die uns mit einem Schrei begrüßte.

„Lavar!" begrüßte Dad den glatzköpfigen Riesen zurück. „Matteo, mein alter Freund. Schön dich mal wieder zu sehen. Sieh mal an, du hast eine sehr hübsche Tochter." Ich lächelte ihn dankbar an.

„Das ist Ariadna", stellte mich mein Vater vor. Lavar schüttelte kräftig meine Hand, meiner Meinung nach für sein Alter zu kräftig.

Wir betraten das Haus und, wow, von innen sah alles noch viel eleganter aus, aber im altmodischen Stil. Mir gefällt's.

„Setzen wir uns doch." Wir setzten uns ins Wohnzimmer, das ebenfalls übermäßig groß war.

„Das ist meine Frau Tina. Sag guten Tag, Tina." Warum forderte Lavar sie so komisch auf, als wäre sie sein Haustier? Sie tat aber, was er sagte, und begrüßte uns. Bei den zwei Worten stotterte sie allerdings sehr stark, als würde sie gerade erst lernen zu reden.

„Sie hatte einen schweren Schlaganfall und leidet an Aphasie. Sie muss leider wieder von null anfangen mit dem Reden und Laufen. Wir bekommen das aber wieder hin. Unsere Familie unterstützt sie. Hab ich recht, Tina?" Tina nickte als Antwort, stark mit dem Kopf.

Mein Herz erwärmte. Sie halten also immer zusammen. Wie schön. Ich wünschte, bei uns wäre es auch noch so.

„Du hast auch Kinder, oder?" fragte mein Dad neugierig. „Ja, drei Söhne. Mein Ältester arbeitet gerade, und meine beiden Jüngeren gehen auf die Highschool." „Drei Söhne? Schön für dich. Was arbeitet denn dein Ältester?" „Er wurde dieses Jahr als erster Pick von den Lakers gedraftet." Meine Augen weiteten sich. Die Lakers sind eines der einflussreichsten Teams der NBA.

„Er spielt wirklich gut. Auch im College bei UCLA konnte er sich beweisen, weshalb er auch der erste Pick wurde." Wow. In der NBA. Ich würde ihn gerne mal treffen, einen zukünftigen NBA-Star.

„Meine anderen Söhne spielen ebenfalls. Sie spielen fürs Highschool-Team von Chino Hills, die Huskies. Letztes Jahr haben sie sogar den Championship geholt." Chino Hills High School? Das wird auch die Schule sein, die ich besuchen werde. Allein der Gedanke, dass es an der Schule so viel um Basketball geht, macht mir Angst. Ich will mich fernhalten, egal wie sehr ich Basketball liebe. Es hat alles zerstört...

 Es hat alles zerstört

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