Sommerferien

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„Mama, bitte!“
„Nein.“
„Aber warum denn nicht? Du bist nicht da und Emely auch nicht!“
„Schon, aber ich will Stefanie nicht zu viel abverlangen, immerhin ist das ihre Arbeit.“
„Aber sie hat es doch selbst vorgeschlagen, als ich erzählt habe, dass du auf Geschäftsreise bist.“
Wir diskutierten schon die ganze letzten Tage darüber, ob ich nicht in den Sommerferien eine Woche mit auf Tour und eine Woche mit nach Bautzen konnte. Stefanie hatte es sofort vorgeschlagen, als Mama und ich mit ihr telefoniert hatten und erzählten, dass Mama für zwei Wochen auf Geschäftsreise musste und es genau die Wochen waren, wo Emely mit ihren Eltern im Urlaub war. Doch Mama wollte Stefanie nicht zusagen, damit sie ihr keine Last auferlegte. Dabei hatten wir uns in den letzten Wochen oft getroffen und ich war auch schon mal für ein Wochende dort gewesen, als Mama spontan zu einer Fortbildung musste. Da war es für sie auch okay und sie war froh gewesen, dass ich nicht alleine Zuhause geblieben war.
„Außerdem muss sie auch gar nicht die ganze Zeit auf mich aufpassen, immerhin bin ich alt genug, um Sachen selbstständig zu machen, aber ich wäre eben nicht die ganzen zwei Wochen alleine Zuhause.“ Mama war kurz ruhig und überlegte.
„Na gut, du gibst eh keine Ruhe, aber ich will vorher noch mal mit Stefanie reden“, willigte sie dann ein. „Danke, Mama, du bist die Beste!“, ich umarmte sie fest. Sie sprach mit Stefanie und dann war alles geklärt.
Wenige Wochen später war es endlich soweit. Ich fuhr mit dem Zug nach Berlin und dort holte Stefanie mich am Bahnhof ab und wir fuhren zum Tourbus. Die Anderen waren schon alle da. Ich bekam meinen Backstagepass wieder und Steff zeigte mir mein Bett, welches diesmal direkt bei Thomas, Levin und ihrem lag. Auch jetzt bekam ich wieder ein Crew-Shirt und eine Jacke und einen Pulli dazu. Wir fuhren spätabends los und schliefen daher gleich die erste Nacht während der Fahrt.
Diesmal waren wir tagsüber nicht nur auf den Konzertplätzen, sondern schauten uns immer, wenn ein wenig Zeit war, die Städte ein wenig an, in denen gespielt wurde. Abends sah ich mir meistens die Konzerte an und stand immer ganz vorne. An einem Abend schaute ich mir mal alles von hinter der Bühne an. Es war interessant zu sehen, wie vieles passierte, was man gar nicht sah. Es arbeiteten viele Leute für einen reibungslosen Ablauf: es gab welche für das Licht, für den Ton und Mehrere, die alles filmten.
Normalerweise brachte Mai Levin abends ins Bett, doch an einem Abend ging es ihr nicht gut und ich merkte, wie Stefanie nervös wurde, weil sie nicht wusste, wer ihn ins Bett bringen soll. „Ich kann das machen“, schlug ich vor. „Wirklich? Ich kann das nicht ausnutzen, dass du dabei bist“, zweifelte Steff an dem Vorschlag. „Klar, ist doch kein Problem“, bestärkte ich meine Idee und Stefanie nahm sie daraufhin dankend an. Es klappte gut, ihn ins Bett zu bringen. Ich las ihm etwas vor und als er immer mehr vorgelesen haben wollte, machte ich so lange weiter, bis er schlief. Danach nahm ich das Babyphone mit hinter die Bühne, um mitzubekommen, falls er nochmal wach werden sollte.
Meiner Meinung nach vergingen die Konzerttage viel zu schnell, doch man merkte, wie sie trotz der Freude für die Vier sehr anstrengend waren und auch das Levin langsam wieder mehr Zeit mit seinen Eltern forderte.
Zurück in Berlin packten wir alle Sachen aus und Levin zeigte mir sein Zimmer. Er fragte so bettelnd, ob wir zusammen mit seiner Ritterburg spielten, dass ich einfach nicht Nein sagen konnte. Wir hatten sowieso Zeit, da wir erst am nächsten Tag nach Bautzen fahren wollten. Zum Abendbrot machte Stefanie Spaghetti, die super lecker waren und dann ließen wir den Abend auf dem Sofa ausklingen.
Am nächsten Morgen kamen Hannes und Nowi früh zu uns, so dass wir zeitig los konnten. Die Fahrt über beschäftigte Levin sich mit einem Hörbuch. Ich laß ein wenig und hörte Stefanie zu, die es nicht lassen konnte bei der Musik im Radio mitzusummen oder mitzusingen. 
Dann kamen wir endlich in Bautzen an. Monika wartete schon vor dem Eingang, da sie das Auto gehört hatte. Thomas, Steff, Levin und ich stiegen aus. Hannes und Nowi fuhren noch zu ihren Eltern weiter. Janet kam am späten Nachmittag, da sie noch arbeiten gewesen war.
Wir verbrachten die Tage draußen im Garten. Ich las viel, spielte mit Levin und half Monika im Garten. Wir hatten nie einen Garten gehabt, weshalb ich mich nicht so gut auskannte, doch sie erklärte mir alles und es machte richtig Spaß. Auch Nowi und Thomas und Hannes Eltern lernte ich kennen, da sie einen Nachmittag zum Kaffee kamen. Einen Tag machte Levin mit seinem Papa und seinen Onkel einen „Männertag“, wie sie es nannten. Ganz in der Nähe war ein Kinderfest, da wollten sie mit ihm hin. „Was hältst du von einem Stadtbummel zu zweit?“, fragte Steff mich, als die Vier weg waren. Ich willigte ein, auch wenn ich shoppen nicht so gerne mochte, da ich nie wirklich Klamotten fand. Der Tag wurde dann aber richtig schön. Wir schlenderten durch die Läden und mit Stefanies Hilfe fand ich sogar ein paar Klamotten. Auch im Buchladen blieben wir eine Weile und gingen jeder mit zwei Büchern wieder raus. Am Ende des Tages setzten wir uns in ein Café und aßen ein Eis. Es war ein wunderschöner Tag und auch die Jungs erzählten abends von ihren Erlebnissen.
Am letzten Wochenende kam dann sogar noch Mama vorbei. Ihre Geschäftsreise hatte früher geendet und sie hatte mit Stefanie geplant, mich zu überraschen. Die Überraschung war gelungen, denn ich freute mich riesig.
Den letzten Abend ließen wir am Lagerfeuer mit Stockbrot ausklingen.

ENDE

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