Kontaktafnahme

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Am Donnerstag, als wir schon nicht mehr mit einer Antwort gerechnet hatten, bekam ich in der Pause eine E-Mail. Wir standen gerade auf dem Schulhof, als sich mein Handy bemerkbar machte und mit einem Vibrieren den Eingang einer Nachricht ankündigte. Zuerst dachte ich, Mama hätte etwas geschrieben, bis ich eine E-Mail vom Silbermond Management entdeckte. Ich war ganz aufgeregt und auch Emely hörte auf zu reden. Gespannt laßen wir die Nachricht.

Hallo Annika, hallo Malea, hallo Emely,

bitte entschuldigt, dass ich erst jetzt antworte. Unser Management hat mir die E-Mails natürlich sofort weitergeleitet, da sie nicht wussten, ob sie antworten sollten und ich war erstmal ziemlich überrascht von dir, Annika, zu hören, aber ich habe mich auch riesig gefreut! Natürlich kamen dann auch die Zweifel, ob du das wirklich bist oder nur irgendwelche Fans, die uns austrixen wollen, um an persönliche Daten zu kommen. Immerhin kenne ich deine Tochter nicht und es könnte ja sein, dass jemand zufällig an deinen Namen gekommen ist und sich den Rest nur ausgedacht hat, auch wenn das kleine Fotobuch wiederum dagegen spricht, da ich mir nicht erklären kann, wie jemand davon wissen soll. Aus diesem Grund schreibe ich auch von der Management-Mailadresse aus und gebe eine Telefonnummer an.
Trotzdem glaube ich, dass du es wirklich bist und ich würde gerne herausfinden, ob ich richtig liege. Ich denke, es gibt nichts Besseres, um das herauszufinden, als sich zu treffen. Du wohnt in Hamburg, richtig? Wir sind nächsten Freitag dort für ein Interview. Vielleicht können wir uns dann treffen? Sag gerne, ob es passt!. Ich würde mich über ein Wiedersehen freuen und dich, Malea, kennenzulernen. Auch Emely würde ich gerne kennenlernen, aber ich denke, das erste Treffen sollten wir als Familie machen. Sie mir nicht böse Emely, auch wir werden uns bestimmt noch kennenlernen.

Liebe Grüße,
Stefanie

Ich war im ersten Moment etwas überfordert, als ich die Nachricht durchgelesen hatte. Wollte sie uns wirklich treffen oder träumte ich das gerade? Da fiel Emely mir um den Hals. „Jetzt sag doch mal was, Lea! Wie fühlst du dich? Freust du dich? Also ich freue mich riesig für dich!"
„Ich weiß nicht. Ist das wahr? Passiert das gerade wirklich?", stotterte ich eine Antwort. Ich wusste wirklich nicht, was ich sagen sollte. „Sie will dich nicht dabei haben", ergänzte ich leise. Ich hatte Angst, dass Emely sauer sein würde.
„Das ist doch logisch, dass ihr das erstmal als Familie machen solltet. Ich finde das echt nicht schlimm, außerdem hat mein Papa an dem Tag Geburtstag, also könnte ich eh nicht. Immerhin wirst du mir doch wohl alles ganz genau erzählen, oder?"
„Klar erzähle ich dir alles! Erstmal muss ich sowieso mit Mama sprechen, ob das für sie okay ist und der Tag passt." Ich war sehr erleichtert, dass sie nicht böse war, weil sie nicht dabei sein würde und es verstand, dass wir das erste Treffen als Familie machen mussten.
Zuhause wartete ich ungeduldig darauf, dass Mama endlich kam. Als ich nach einer gefühlten Ewigkeit dann endlich die Haustür aufgehen hörte, ging ich gleich in den Flur. „Mama, ich muss dir was erzählen!", begrüßte ich sie aufgeregt.
„Was ist denn passiert? War etwas in der Schule?", fragte sie mich besorgt.
„Stefanie hat sich gemeldet", platzte ich mit der Neuigkeit heraus. Mama schaute mich erstaunt und ein wenig nervös an, dennoch erkannte ich auch etwas Freude und Hoffnung in ihrem Blick. „Was hat sie geschrieben?" Sie zog sich die Schuhe aus und folgte mir dann ins Wohnzimmer, wo ich ihr die E-Mail zeigte. „Sie will uns treffen", stellte Mama erleichtert fest, nachdem sie alles gelesen hatte. „Dann machen wir das so. Du hast doch an dem Freitag nichts vor, oder?"
„Nein, habe ich nicht. Emely hat sowieso keine Zeit, da ihr Papa Geburtstag hat, also wollten wir eh nichts machen", antwortete ich erstaunt, dass sie dem Treffen gleich zustimmte.
Wir schrieben dann eine Antwort und fragten, wo wir uns am Besten treffen sollten.
Die Antwort folgte wenige Minuten später. Stefanie schrieb uns die Adresse eines kleinen Cafés. Sie wollte sich gerne an einem neutralen Ort treffen und dort gab es wohl viele kleine Sitzecken, sodass sie höchstwahrscheinlich keinen Fans begegnete.
Wir stimmten zu, dass wir uns um 15 Uhr dort treffen konnten. Danach schaute Mama mich an. „Ich bin ein wenig nervös, aber ich freue mich auch."
„Ich bin auch aufgeregt, immerhin ist sie meine Lieblingssängerin und es war mein größter Wunsch, sie einmal persönlich zu treffen. Und jetzt soll sie auch noch meine Tante sein? Ich kann es noch immer nicht ganz glauben."
Bevor ich schlafen ging, berichtete ich Emely noch alles. Auch sie freute sich riesig, dass Mama dem Treffen sofort zugestimmt hatte.

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