13 - Die interessante Gegenwart

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Leider hatte es bei den Sachen, die Sierra mitgebracht und auf mein Bett ausgebreitet hatte, sich ausschließlich um Kleider gehandelt.

So gern würde ich eine Hose tragen und diesen lästigen Stoff, der nun an mir klebte, loswerden.

Er war zwar bequem, aber...

Leise seufzend blickte ich auf mein hellblaues, schlichtes Kleid herunter, dass mir im Gehen um die Beine schlackerte und ich einen Teil des Stoffes wieder in die Hand nehmen musste, um nicht darauf zu laufen und zu stolpern.

Es war unpraktisch.

Sir Gilian lief vor mir auch nicht gerade langsam die Gänge hinunter, die immer noch sehr gespenstisch leer waren.

Bis auf ein paar vereinzelte Wachen, die hier und dort Eingänge von Räumen bewachten, war nicht sonderlich viel los. Hieß für mich noch mehr Arbeit, auch nur irgendetwas über dieses Königreich herauszufinden - falls ich mir die Arbeit überhaupt noch machen wollte.

Im Moment zweifelte ich stark daran und überlegte einfach nur noch eines: Einen Weg nach Hause zu finden.

Sir Gilian hielt wieder an einer doppelflügigen Tür inne - jedoch sahen diese Türen nicht so aus, als würden sie zu dem Thronsaal führen.

Interessant - wo landete ich also nun?

"Lasst sie ein", ordnete er mit fester Stimme den beiden Wachposten, die rechts und links von den Türen standen, an. Ihre Gesichter kannte ich natürlich noch nicht, allerdings stand es selbstverständlich außer Frage, dass sie ebenfalls hellgraue, fast weiße Pupillen besaßen.

Ohne zu zögern und ohne irgendwelche Mimik zu zeigen, öffneten sie die Türen. Sir Gilian drehte sich zu mir und bedeutete mir mit einer Handbewegung, vor ihm einzutreten.

Also tat ich wie geheißen und schlüpfte in den Raum hinein. Gleich darauf wurden die Türen wieder geschlossen und ich stand völlig ohne Sir Gilian in dem nicht allzu großen Raum.

Nicht allzu begeistert, den drei Königen wieder gegenüberzutreten, nahm ich mir erstmal die Zeit, ganz in Ruhe alles um mich herum zu studieren.

Der Raum hatte vier große bodentiefe Fenster, die sich alle links von mir befanden und den Blick auf die warm beleuchtete Stadt weiter unten am Fuß des Berges offenbaren. Vor den Fenstern hingen große, gewaltige rote Vorhänge, die an verzierten Kordeln zurückgehalten wurden.

Rechts von mir befand sich ein großer Kamin, in dem ein Feuer knisternd über die Holzspaten leckte.

Auch wenn es wieder nur diese Steinwände um mich herumgab, so war der Raum sehr gemütlich eingerichtet. Wieder schmückten rote Blumen an Wandhalterungen neben Kerzen die Wände und ein großer Kronleuchter hing von der Decke herab.

Vor dem Kamin standen zwei Ohrensessel und ein langes, breites Sofa. Auf dem runden Tisch, der von den Sitzmöglichkeiten umrahmt wurden, lagen mehrere dicke Bücker. Einige von ihnen waren aufgeschlagen.

Meine Augen saugten alles in sich auf und es kribbelte mir in den Fingerspitzen, nach einem der Bücher zu greifen und mich auf die Fensterbank an eines der Fenster zu setzen. Lesen, abschalten und so tun, als wäre das hier alles nicht real.

Etwas, dass ich sonst in meinem Leben im Palast von Faragoth gehasst hätte, weil es öde langweilig ist. Hier sehnte ich mich danach - es war erschreckend.

"Endlich wieder wach?"

Leider Gottes zuckte ich zusammen, denn ich hatte niemanden den Raum betreten sehen - und wo soll sich bitte hier jemand aufhalten, ohne, dass er mir nicht aufgefallen ist?

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