Auf einem kleinen Stuhl neben Masons Bett saß ich da, und wartete bis er sich mindestens irgendwie bewegte. Doch er tat es nicht. Immer, als ich zu ihm blickte, in der Hoffnung, dass er wieder zu sich kam, wurde ich nur noch mehr mit Schuldgefühlen überschüttet. Wird es ihm besser gehen?
In meinen Gedanken vertieft, bemerkte ich erst spät, dass eine junge Frau reinkam und auf Mason starrte. Sie war hübsch. Ihre langen, lockigen, braunen Haare waren streng nach hinten gekämmt, ihre hellbraunen Augen waren mit Tränen überschüttet, und auf ihrer Stupsnase saß eine schlichte, schwarze Brille.
Doch dann sah sie zu mir rüber und sie war mit Hass überfüllt. Ich wusste, was sie jetzt sagen würde, und ging nicht darauf ein.
"Du. Du unfähiger Schwächling! Ist das so schwer auf eine erfahrene Person, wie Mason, zu hören?! Beantworte mir das! Du bist nur ein dummes Kind, und Jetzt?! Jetzt geht es Mason Scheisse. Er hat innere Schmerzen und erstickt beinahe! Du kannst das dir gar nicht vorste-"
"Ich kann mir es sehr gut vorstellen. Und ich weiß, dass ich ein Fehler gemacht habe.", flüsterte ich und starrte auf den Boden.
"Wie kannst du es dir bitte vorstellen?!", brach sie noch einmal in Wut aus.
"Weil ich es selber schon erlebt habe.", flüsterte ich wieder. Dann brach Schweigen ein.
Bis plötzlich Mason aufstöhnte. Überrascht stand ich auf und sah ihm zu, wie er die Augen öffnete.
"Amy.",stöhnte er leise.
"Schon gut, ich bin hier.", flüsterte sie zu Mason.
Und schon stieg in mir die Zicke auf, und ich konnte mir die beiden schon nicht ertragen. Meine Stimme war aber immernoch leise: "Ich lass euch mal lieber alleine... Bye."
"Warte. Lucy!",keuchte Mason und dieses Keuchen brachte mich zum zucken. Wie viel Schmerz er allein wegen mir ertragen hat.
Angespannt verließ ich das Zimmer. In Gedanken vertieft wanderte ich von einem zum anderen Flur, bis ich eine bekannte Stimme von hinten hörte. Lukas!
Ich drehte mich um und und musste mir die Tränen verdrücken. Es war mir alles zu viel, und ging ungesteuert auf ihn los. Ich vergrub mich in seinen Armen und stand da für eine Weile.
"Alles okay?",flüsterte er, während er mit meinen Haaren spielte. Ich antworte ihm nicht. Ich wollte einfach nicht antworten.
Schließlich wischte ich mir die paar Tränen weg und stellte mich aufrecht hin.
"Was machst du hier? Wie lange bist du schon hier? Und wie und was ist das hier...??"
"Lucy. Bitte nicht so viele Fragen", lachte er. Sein Lachen ist so ansteckend, dass ich auch grinsend musste.
"Ich bin schon länger hier. Und hier ist es ganz cool. Komm mal mit, ich muss dir was zeigen.",sagte es grinsend und nahm meine Hand.
Aber dann viel mir noch was ein:"W-warte. Lukas, warte.",rief ich.
Er drehte sich verwundert um.
"Wo ist das Buch?",fragte ich ruhig, aber auch irgendwie nervös.
Schließlich grinste er wieder von einem bis zum anderen Ohr:"Und ich dachte schon es ist was ernstes. Mach dir keine Sorgen. Das hab ich. Einer der 'ältesten' hier wollten es haben, aber ich wusste, dass du es fürs erste für dich dich brauchst, also hab ichs versteckt."
"Gut. Danke.",murmelte ich in Gedanken vertieft. Einerseits, weil ich wissen wollte. Wo er das Buch versteckte, aber andererseits, weil ich mir um Mason Sorgen machte.
"Jetzt komm.",sagte er knapp, und zog mich an der Hand, sodass ich fast stolperte: "Hey!"
Er zog und zog mich an der Hand durch die ganzen Flure, als hätte er was unglaubliches entdeckt. Aber als ich sah, verstand ich. Zwischen den ganzen Anhäufungen der vielen Glashäuser war ein Gigantischer Steinkreis den man betreten konnte und dort waren hunderte, nein tausende von Leuten. Einige in unsrem Alter, die anderen älter. Die in unserem Alter hatten auch alle irgendwo diese Zeichnungen, aber bei jedem anders.
Und dann erkannte ich auch Avery und Daniel, die auf uns zukamen. Avery war schneller und umarmte mich.
"Wow, Avery.",sagte ich überrascht und musste irgendwie lachen.
"Ist alles wieder gut? Wie geht es Mason? Und wie geht es dir? Hast du dich schon umgeschaut? Gefällt es dir? Ach ja, und-"
"Avery, bitte nicht so viel Fragen."
"Oh, Sorry. Hab dich lieb!", beendete sie somit das seltsame Gespräch und Daniel stand jetzt neben uns.
"Hey.",sagte er und zwang sich zu einem Lächeln. Und wie albern das auch klang, in mir brodelte es jetzt:"Was machst du eigentlich hier?"
"Hey, ich bin hier in der Sache wegen dir verwickelt, weil du meine Hilfe benötigt hast um das dämliche Buch zu öffnen. Also jammer nicht rum."
"Ach, erst ranmachen, dann mir eine verpassen und jetzt schiebst du mir die Schuld in die Schuhe?!"
"Ach, lass mich einfach in Ruhe.", murmelte er und streckte sich.
"Und du lässt sie in Ruhe.", trat jetzt Lukas vor.
"Lukas, ich bin kein kleines-"
"Du versuchst dich immer stark zu machen, obwohl ich weiß, dass du auch mal Hilfe brauchst!"
"Aber-"
"Schon gut.", flüsterte er und legte seine Hand sanft auf meine Wange.
Die Zeit stand still, seine Augen trafen meine und alles um uns gerat in den Hintergrund.
Es waren ja auch die kleinen Dinge, die schön sind.
Aber der Moment endete sobald Avery anfing zu kichern und ich errötete und entfernte mich von Lukas' sanfter Berührung.
"Hast du mich gehört? Du solltest nicht so jammern, und niemand hat dich dazu gezwungen mit uns zu kommen.",fuhr er dann fort.
Daniel stand nur noch da und starrte Lukas tief in die Augen. Dann entfernte er sich und verschwand in der Menge.
"Ich hasse ihn.", murmelte ich leise.
"Ach komm, so schlimm ist er gar nicht.", meldete sich Avery zu Wort und plötzlich klatschte sie sich die Hände vor den Mund und wurde knallrot.
Ich konnte nicht anders und musste lachen: "Dann viel Erfolg mit ihm."
Wir gingen eine Weile in Stille. Jedenfalls ich. Avery unterhielt sich mit Lukas. Ich staunte über die verschiedenen Zeichnungen auf den Steinwänden und bei vorbeigehen musterte ich die verschiedenen Muster auf den Händen. Bei jedem anders. Mal die Farbe, mal das Muster, mal blasser, mal nur an den Fingerspitzen, mal am ganzen Arm.
Dann betrachtete ich meine Zeichnungen, es ist silbrig geworden. Ich schaute zu Avery rüber, und bei ihr hat es Bronze angenommen.
Und bei Lukas glitzerte es jetzt, wie tausend Saphire.
Anscheinend bemerkte er meinem Blick auf seinem Arm und lachte auf:" Trotzdem siehts Schwul aus."
"Ach, laber kein Scheiss."
"Wusstest du, das man hier trainieren kann? Einer der ältesten geben dir Tipps und Hilfestellungen.
Sieh her."
Er duckte sich und legte seine Hand auf die Erde. Nach einer Weile, nachdem seine Zeichnungen aufglühten, entfernte er seine Hand und eine Mohnblume wuchs auf der Stelle.
Ich konnte gar nicht aufhören die Blume zu bewundern. Er riss sie ab und klemmte sie mir hinters Ohr:"Steht dir, Lucy."
Ich kicherte und umarmte ihn. Irgendwie fehlte er mir, obwohl es nur paar Tage, wenn nicht weniger waren.
Irgendwann blieben wir stehen. Eine einzelne Mauer ragte aus dem Boden heraus. Auf dieser MamorMauer war ein Kreissysten eingeritzt. In der Mitte ein Großer Opal, zusammen mit Rubinen, Saphiren, Smaragden, Diamanten und vielen anderen Edelsteinen kombiniert. Die restlichen angeordneten Kreise außen rum waren nur aus Mamor. Ich berührte den Stein, und nur durch die kleine Bewegung wurde der Stein silbrig glänzend und klar wie ein Diamond zugleich. Als ich meine Hand entfernte, sah der Stein wieder genauso aus, wie ursprünglich.
"Lukas, was ist das?"
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Elementary- The diary of the fifth *komplettüberarbeitung*
FantasyEine alte Geschichte ^^'
