Ich war immer noch ziemlich aufgebracht vom ganzen Theater meiner Stiefmutter. Und dazu finde ich den Schlüssel für das Fach nicht, indem das Buch mit dem alten Lederbezug meiner Mutter ist!
"Soll ich etwa die Polizei holen, damit sie die Tür aufbrechen?!", schrie meine Stiefmutter. Aber da ich wusste das ich einen starken Sturm verhindern muss (wegen den Fähigkeiten, die ich noch nicht so ganz unter Kontrolle habe), versuchte ich mich zurammenzureißen. Genau! Ich habe den Schlüssel unter einer losen Bodendiele versteckt. Jetzt noch das Fach öffnen und...
Wo ist das Buch?! Verzweifelt suchte ich in der Nähe des Faches das Buch, in der Hoffnung, dass diese Hexe mein Buch nicht entdeckt hat. Sie wusste ja immerhin davon nicht. Aber zum Glück ist es doch nur in einen Schlitz hinter den Fächern heruntergefallen und ich atmete erleichtert auf.
So. Ich glaube das war alles. Aber wie komme ich jetzt hier raus? Immerhin stand diese Frau immer noch vor meiner Tür. Aber ohne groß nachzudenken öffnete ich das Fenster und stieg auf das Dach, welches auf der Höhe des Fensters war. Zum Glück musste ich nicht wirklich großartig sportlich sein, um vom Dach auf den Boden zu kommen. Die Tränen konnte ich nur mit Mühe wegblinzeln.
Tja. Nun saß ich auf der Bank im Park wo ständig die ach so tollen Liebespärchen an mir vorbeigingen und sich ununterbrochen Komplimente machten oder "Ich liebe dich" gegenseitig zuflüsterten... Okay. Außer ein Paar, das diese Worte schon nahe zu rumgeschrien hat. Ich hätte sie mit Steinen bewerfen können.
Aber im Moment hatte ich den Wind ziemlich gut unter Kontrolle. Da beschloss ich das Buch mir näher zu betrachten. Dafür, dass es mindestens um die 100 Jahre alt sein muss, wenn nicht sogar vier älter, war es noch im guten Zustand. Das Leder, welches das Buch umhüllte, war sehr dunkel und verschiedene Muster waren erkennbar, welche (glaube ich) mit der griechischen Mythologie und mit unseren Nachbarplaneten zu tun hatte. Auf der Rückseite war unser Sonnensystem mit lateinischer Beschriftung und von Vorne verschiedene Kreaturen und Götter und Sternzeichen erkennbar. In der Mitte der Vorderseite ist ein Mosaik aus Steinen zu sehen. Immer wieder verblüfft mich dieses Buch. Sobald ich dieses Mosaik anfasse, entsteht in diesen Steinen eine Art farbiger Windsturm oder auch eine Art von Windspiel. Verschiedengroße bunte Spiralen tauchen auf, die sich miteinander verbinden. Und leider verschwinden sie auch wenn ich diese Steine loslasse. Und leider ist es auch verschlossen.
Schade eigentlich. Ich hätte dieses Spektakel mir stundenlang ansehen können, wenn mich nicht eine sehr angenehme und freundliche Stimme unterbrochen hätte. Eine männliche Stimme. Lukas!
Mir war es eigentlich garnicht zu Mute zu lachen, aber wenn er kam ging die Sonne auf.
"Hey. Warum so traurig und... Wieso ist deine Tasche so voll? So viel hast du doch garnicht nötig."
Ich schwieg... Aber nach gefühlten Stunden brachte ich doch ein Satz aus mir: "Ich bin abgehauen. Sobald ich 18 bin und mein Erbgut bekomme schmeiße ich diese... Diese...". Na toll! Ich wollte es vermeiden, aber da kamen mir doch die Tränen.
Er setze sich zu mir und wischte mir die Träne sanft von meiner Wange und hatte diesen mitfühlenden Blick, das man selber schon Schuldgefühle bekam.
Als Freund konnte ich ihn noch nicht bezeichnen. Auch wenn es so rüberkommt. Eher ein sehr toller großer Bruder. Einen richtigen Kuss hatten wir auch noch nicht.
"Wo gehst du dann jetzt überhaupt hin? Weißt du es überhaupt?"
Ich schüttelte mein Kopf nach einem Moment überlegen.
"Eigentlich habe ich gehofft zu dir zu kommen..."
Das platze nur so aus mir raus. Oh nein.
Er hat doch selber genug Probleme mit seinen zwei jüngeren Geschwistern die einem das Leben schwer machten. Mit einem leichten entsetzen über mich selbst sah ich ihn in seine so wunderschönen grünen Augen und seine leicht gewellten ebenholzbraunen Haare harmonieren großartig mit dem Wind. Ich wollte ja weiterreden... Aber wenn ich in seine Augen starre, bringe ich kein einziges Wort raus.
"Ehm...wir können es ja versuchen. Aber so oder so hätte ich dich hier nicht draußen gelassen!",gab er von sich mit einem leichten verwirrtem Ton.
Dann fing er an zu lachen. "Komm. Mach dir nicht so einen Kopf. Das kriegen wir schon hin. Ich weiß das es nicht wirklich leicht bei mir zugeht aber..." Dann verschwand sein Lächeln doch wieder.
"Komm jetzt erstmal mit und dann sehen wir weiter.",erklärte er mir und nahm mich unerwartet an der Hand.
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Elementary- The diary of the fifth *komplettüberarbeitung*
FantasyEine alte Geschichte ^^'
