4.Kapitel

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Der Bau der Kämpfer war schon fast leer, als Eis aufwachte. Er stand auf, streckte sich und trottete zum Nest von Gift. Dieser schlief noch und Eis stupste ihn mit einer Pfote an. «Was ist denn?», grummelte Gift und blinzelte. «Ach, du bist es!» Er sprang auf die Pfoten und miaute: «Komm, wir schauen, ob es was zu tun gibt.» Sie Eis tappte hinter ihm aus dem Bau. Die Schlucht war voller Katzen, die aufgeregt durcheinanderliefen. «Ruhe! Beruhigt euch!» Das war Blut der auf den Felsen in der Mitte des Lagers. «Seit still, oder ich werfe euch den Wölfen zum Frass vor!» Das sass. Das Miauen erstarb und die Katzen setzten sich. «Was ist passiert?», raunte Eis einem breitschultrigen Kater neben sich zu. «Hör selbst», polterte dieser und schaute wieder zu seinem Anführer. «Die Grenzüberprüfung ist auf eine Gruppe Katzen des FelsenClans gestossen. Eine «Patrouille», was auch immer das sein soll, hat eine Beute in unserem Territorium gejagt. Wir werden Angreifen!» Die Katzen jaulten zustimmend. «Zeigen wir's ihnen!» «Reissen wir sie in Fetzen!» und «Sie sollten gefälligst auf ihrem Territorium bleiben!» Eis war aufgeregt. Ein Kampf. Er flüsterte Gift zu: «Da will ich mitgehen.» «Ich auch», erwiderte Gift. «Ich werde jetzt die Katzen aufzählen, die mit mir kommen», fuhr Blut fort. «Wir brechen auf, sobald die Sonne untergegangen ist. Ich werde unsere neuen Mitglieder mitnehmen, dann können sie zeigen, wie sie sich in einem Kampf schlagen. Tropfen der vom Himmel fällt, Feuer wenn Blitz einschlägt und Blatt das im Wind tanzt, werden ebenfalls mit uns kommen. Das sollten genügend sein, um ihnen eine Lektion zu erteilen. Wir greifen ihr Lager an und machen ihnen klar, was passieren wird, wenn sie noch mehr Beute stehlen!» Wieder jaulte der Stamm zustimmend. Blut sprang vom Felsen und verschwand in seinem Bau.

«Komm! Die Sonne ist schon fast verschwunden!», rief Eis Gift zu und sprang aus dem Bau der Kämpfer. Die meisten der Katzen waren schon dort und warteten ungeduldig, dass sie aufbrachen. Blut kam aus seinem Bau und verkündete: «Wir brechen auf!» Die Katzen strömten hinter ihrem Anführer aus dem Lager. Sie überquerten den Fluss und schlängelten sich zwischen den Felsen hindurch. Eis hatte die Orientierung verloren, doch Blut lief zielstrebig weiter. Bald standen sie an einem Fluss, vor ihnen das Lager des FelsenClans. Sie schwammen durch den Fluss und teilten sich dann auf. Eis ging mit Gift und einigen anderen Katzen in die eine Richtung, Blut mit dem Rest in die andere. Sie stellten sich der Reihe nach rund um das Lager auf und warteten auf das Kommando. «Angriff!», jaulte Blut und sprang ins Lager Katzen stürmten aus den Bauen auf die Lichtung. «Der Stamm des fliessenden Bluts greift an!», jaulte eine Schildpattfarbene Kätzin und sprang einen Kämpfer an, dieser stiess sie zu Boden und fuhr mit seinen Krallen über ihren Bauch. Die Kätzin schrie auf und versuchte, sich zu befreien. Eis fuhr die Krallen aus und sprang auf einen schwarzen Kater. Der Kater hatte hellblaue Augen und unter seinem Pelz strafften sich seine Muskeln. Er warf Eis ab und sprang ihn an. Eis wich aus, drehte sich um und erwischte den Kater schmerzhaft an der Flanke. Der Kater sank zu Boden und blieb liegen. Wie damals, bei seiner Begegnung mit der Stammeskatze, die er besiegt hatte, fühlte er diese Freude. Er sah sich um, überall kreischten Katzen und wehrten sich verzweifelt gegen die Kämpfer des Stammes. Eis fixierte einen Braun-orangen Kater, der sich an Blut anschlich. Er spannte die Muskeln an und sprang. Der Kater blickte überrascht auf, seine Augen weiteten sich, als er Eis auf sich zufliegen sah. Er versuchte zu fliehen, doch es war zu spät. Der Kater plumpste auf den Boden, Eis über ihm. Eis presste ihn zu Boden und liess seine Pfote vorschnellen, um dem Kater die Nase zu zerkratzen. Eis bearbeitete ihn mit den Vorderpfoten. Als der Kater aufjaulte, liess er ihn los und sah sich um. Gift verbiss sich im Schwanz seines Gegners. Er schlägt sich gut, dachte Eis. Blut verschwand mit einigen anderen Katzen in einem Loch unter einem Felsvorsprung. Eis hörte ihn fauchen: «Erklär mir, warum deine Katzen auf unserem Gebiet jagen!» Eine andere Stimme, die Eis nicht kannte, antwortete: «Wir haben auf unserem Territorium zu wenig Beute. Der Wasser Clan stiehlt uns Beute. Ich schlage vor, wir jagen auf eurem Territorium, bis wir stark genug sind, um den WasserClan zu vertreiben.» «Auf keinen Fall!», fauchte Blut. «Bleibt einfach auf eurem Territorium!» «Es war nur ein Vorschlag», erwiderte die andere Katze. «Ich werde meine Krieger auf unserer Seite der Grenze behalten.» Blut knurrte zufrieden. «Aber haltet euch auch daran», warnte er und tauchte im Loch auf. Er jaulte: «Stamm des fliessenden Bluts! Der Angriff ist vorbei!» Sofort liessen die Kämpfer von den FelsenClan Katzen ab und gesellten sich zu ihrem Anführer. Eis tat es ihnen nach, Gift ebenfalls. «Ich finde. Das war nicht richtig», miaute Eis. «Ich habe gehört, was Blut zu einer Katze des FelsenClans, wahrscheinlich der Anführer gesagt hat. Er fragte ihn, warum sie Beute stahlen. Die Katze hat gesagt, der WasserClan würde ihnen Beute wegnehmen. Deshalb wollte er eine Weile auf unserem Territorium jagen.» «Wenn das so ist», meinte Gift, «möchte ich nicht länger Kämpfer des Stammes sein. Ich haue ab.» «Wenn du gehst, geh ich auch», miaute Eis. «Ich würde in der nächsten Nacht davonschleichen.» «Gut, wir treffen uns dann spätestens um Mitternacht vor dem Eingang des Lagers.»

Eissterns ReiseWo Geschichten leben. Entdecke jetzt