7.Kapitel

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Die Versammlung war fertig und die Clans gingen nach Hause. Eispfote hatte ein schlechtes Gewissen. Ich muss ihnen helfen, aber wie. Ich kann doch nicht einfach weggehen. Er war so in Gedanken versunken, dass er gar nicht bemerkte, dass sie beim See angelangt waren und die Katzenschar stoppte. Eispfote rempelte den Kater vor sich an. «Pass doch auf!» Eispfote duckte sich verlegen. Sie schwammen auf die Insel und kamen etwas später im Lager an. «Sie sind zurück!», rief die wache und einige Katzen kamen aus den Bauen, um sie zu begrüssen. «Was ist passiert?», fragte Donnerklang und trabte an Eispfotes Seite. «Der Stamm des fliessenden Bluts hat den FelsenClan angegriffen», erklärte dieser müde. «Geh in deinen Bau», miaute sie und flitzte über die Lichtung, um den anderen zu erzählen, was vorgefallen war. Eispfote schob sich in den Schülerbau und legte sich in sein Nest. Er konnte nicht schlafen. Ich muss irgendetwas tun, dachte er verzweifelt, wehrte sich jedoch nicht gegen den Schlaf, der ihn einhüllte und davontrug.

«Eispfote, wach auf!» Flammenschwinges miauen war nicht zu überhören. Eispfote sprang aus seinem Nest und flitzte über die Lichtung zu der rot-braunen Kätzin «Was machen wir?», fragte er. «Jagen», antwortete Flammenschwinge und schlüpfte aus dem Lager. «Kommst du?», hörte er sie hinter dem Lagerwall miauen. Er zwängte sich hinter ihr durch die Brombeeren und sprintete ihr hinterher. «Wo gehen wir hin?», miaute er keuchend. Flammenschwinge wandte den Kopf und rief: «Zu den Krabbenfelsen. Vielleicht haben wir Glück und erwischen einen Hummer. Aber nimm dich vor ihren Scheren in Acht!» Sie drehte sich wieder um und rannte weiter. Bei einem grossen Felsen hielt sie an. «Das ist der grösste, da kommt man nicht so gut drauf, aber auf die anderen muss man nicht mal klettern, um hochzukommen.» Sie lief um den Felsen herum und sprang dahinter auf einen flachen Stein. Eispfote folgte ihr. Der Fels war glatt und überall waren Pfützen verteilt. In einem Loch sah er etwas Rotes aufblitzen. «Ein Krebs!» Flammenschwinge hielt ihn zurück und kroch auf das Loch zu. Dann sprang sie hinein, packte das rote Ding und schleuderte es vor Eispfotes Pfoten. Eispfote packte den Krebs, wich den riesigen, zuschnappenden Scheren aus und schlug seine Zähne in die harte Schale. Er hielt ihn fest, bis er das weiche Fleisch spürte und die Beute erschlaffte. «Perfekt!», rief Flammenschwinge, die nun - auf der Suche nach weiteren Krebsen - von Pfütze zu Pfütze schlich. «Hier!», rief sie leise, als sie vor einer kleinen Pfütze am Ende des Felsens stand und winkte Eispfote mit der Schwanzspitze zu sich. «Jetzt versuch du es.» Eispfote schlich auf das Loch zu, wie Flammenschwinge es gezeigt hatte sprang mit einem gewaltigen Satz auf den ahnungslosen Krebs und packte ihn mit den Zähnen. Er schleuderte ihn mit aller Kraft auf den Stein, wo seine Mentorin ihn erwartete und erlegte. «Gut gemacht», schnurrte sie. «Das sollte für zwei oder drei Katzen reichen.»

Eispfote wurde von riesigen Pfoten zu Boden gedrückt. Er jaulte auf vor Schmerz, als sich lange, scharfe Krallen in seinen Rücken bohrten. «Du hast uns verraten!», knurrte die Katze, die ihn festhielt. «Nun wirst du dafür bestraft werden!» Aus dem Nichts schoss eine dunkle Gestalt aus den Schatten der Felsen und riss das Gewicht der Katze von Eispfotes Rücken. «Eisstern!», jaulte er. «Hilf den anderen Katzen, ich kümmere mich um Blut!» Bei diesem Namen lief ihm ein eiskalter Schauder den Rücken hinunter.

«Wach endlich auf, oder bist du ein Ältester!» Eispfote war erleichtert, als er Flammenschwinges genervten Ruf hörte. Es war nur ein Traum. Er streckte sich in seinem Nest und tappte zu ihr auf die Lichtung. Irgendetwas sagte ihm, dass er über seinen Traum reden sollte, und dass er eine grössere Bedeutung hatte, als er dachte. «Wir gehen auf die Jagd.», miaute Flammenschwinge knapp und raste aus dem Lager. Eispfote holte sie ein und maunzte: «Kann ich dich mal was fragen?» «Erzähl nur.», entgegnete Flammenschwinge. «Also», begann Eispfote. «Ich hatte einen Traum. Ich wurde vom Anführer des Stammes des fließenden Bluts zu Boden gedrückt. Auf einmal kam eine Katze und rettete mich. Sie nannte mich Eisstern und sagte, ich solle den anderen helfen, er würde sich um Blut kümmern.» «Tatsächlich», murmelte Flammenschwinge. «Komm mit. Wir besuchen Dunkelstern!» «Was ist mit der Beute?», rief Eispfote. «Die kann warten!»

Eissterns ReiseWo Geschichten leben. Entdecke jetzt