Kapitel 11

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»Harry?? Alles gut?«, fragte Louis besorgt und tippte Harry auf die Schulter. Der zuckte zusammen.
»Klamotten?«, fragte er stockend.
»Ja, Klamotten!«
»Ich habe, ich hab kein Geld, Louis...«, stotterte Harry und wie um seinen Punkt zu bestätigen, drehte er seine Hosentaschen nach außen.
»Ich weiß. Ist okay. Wenn du willst, dann heben wir die Kassenzettel auf und später dann zahlst du mich aus. Ja?«, schlug Louis vor.
»Okay, dann los!« Und mit diesen Worten stürmte Harry aus seinem Zimmer. Louis grinste. Das könnte ja mal was werden, mit seinem Harry.

Fünf Stunden später standen sie wieder in Harrys Zimmer. Louis stellte die letzte Tüte neben Harry ab. Insgesamt waren das nun siebzehn Tüten. Nicht nur Klamotten. Auch anderer Stuff.
»Okay, Harry. Äh, ich würde dich mal allein lassen, dann kannst du alles in Ruhe einräumen und so. Und ich würde uns was zum Abendessen machen? Also naja, nicht so wie du... aber ich würde Pizza machen?«, fragte Louis.
»Oh ja!«
»Gut, ich rufe dich, wenns Essen gibt. Und du sagst Bescheid, wenn du Hilfe brauchst«, Louis drehte sich um und ließ Harry im Zimmer zurück.
Harry sortierte erstmal die Tüten. Nach Klamotten, Dekorationen, Notwendiges, Organisation Zimmer und Bad. Dann holte er die Kassenzettel hervor und legte sie auf seinen Schreibtisch.
Er schnappte sich die erste Tüte. Organisation. Den Inhalt verteilte er auf seinem Bett. Boah, das war schwierig. Okay. Die Schreibtischunterlage kam auf den Schreibtisch. Stifte, Marker und sonstige Schreibutensilien sortierte Harry in Boxen und sortiere diese dann wiederum in den Schubladen seines Schreibtisches.
So machte er es mit allen Tüten. Tüte nehmen, auf dem Bett ausleeren, in verschiedene Unterkategorien sortieren und dann einräumen. Zufrieden betrachtete er sein Bett. Dann schaute er auf seine neue Armbanduhr. Ungefähr zwei Stunden hatte er gebraucht. Das war gut, sehr gut.
Harry hob die letzte Box auf, die noch einsam auf dem Boden stand. Eine schwarze Papierbox mit vergoldeten Ecken. Mit ihr setzte er sich an den Schreibtisch. Dann zog er ein Blatt Papier aus einer Schublade und einen Stift. Oben in die Ecke kam das Datum. Dann schrieb er die Beträge der einzelnen Kassenzettel auf und rechnete sie zusammen. 2.349,67€. Er faltete das Papier zu einem Umschlag zusammen und legte ihn in die Kiste. 2.349,67€. Diesen Betrag würde er Louis zurückzahlen. Und alles andere, was dazu kam, ebenfalls.
Fast schon andächtig räumte er die Kiste in seinen Kleiderschrank. Er wollte sie nicht in Sicht haben, aber doch jeden Tag daran erinnert werden.

In diesem Moment klopfte es.
»Herein!«, rief Harry.
»Wow! Das ist ja richtig schön geworden«, staunte Louis. Das ganze Zimmer war herbstlich geschmückt. Oben, auf dem Kleiderschrank der in der hinteren rechten Ecke stand, standen insgesamt 4 große, weiße Kisten. Für jede Jahreszeit eine. Über dem Bett, welches in der rechten vorderen Ecke stand hing eine Fledermausgirlande. Auf der Fensterbank, welche sich gegenüber der Tür in der Mitte der Wand befand, standen kleine Kürbisse und Wichtel. Links davon stand der Schreibtisch. Und über dem Schreibtisch waren Bilderleisten angebracht. Und natürlich Stand da auch was. Bilder vom Herbst. Das Sofa hatte eine Herbstdecke bekommen und auch herbstliche Kissen. Es war einfach wunderschön. Harry hatte sogar eine Herbstbettdecke.
»Gefällt es dir?«, fragte Harry und lehnte sich an seine Fensterbank.
»Oh man Harry. Und wie mir das gefällt! Du bist nicht nur kochbegabt, du kannst sogar wunderbar Dinge einrichten. Ich müsste dich für mein ganzes Haus beauftragen. Ich weiß ja selber, das hier drin vieles nicht unbedingt günstig war... aber bei mir schreit alles förmlich teuer und bei dir ist alles so harmonisch!«
»Danke«, strahlte Harry und umarmte Louis. Der war so überrascht, dass er Harry ganz vergaß, zurückzudrücken. Aber der lachte nur. Also war alles gut. Und das war gut. Yeah.

Only the braveWo Geschichten leben. Entdecke jetzt