Das Bedürfnis zu töten ist ständig in mir. Verpackt in den hintersten Ecken meines Bewusstseins und doch so pulsierend anwesend. Der Gedanke ein Messer zu zücken und die mir am nächsten Person in den Hals zu rammen lässt meine Fingerspitzen kribbeln. Es wäre so gottverdammt leicht einfach zuzustechen, meinem Verlangen nachzugeben und unter dem Drang aufzugehen.
Umgeben von schwitzenden und lustvollen Körpern vervielfacht sich meine Sehnsucht fremdes Blut durch meine Finger gleiten zu lassen. Nur Gott weiß, wieso ich meinem Onkel Alec zugestimmt habe an einem Wochenende meine freie Zeit mit ihm in einem vollen Club zu verbringen. Um ehrlich zu sein fand ich die Idee nicht mal schlecht, aber mein Kopf ist zu voll mit Gedanken, die nicht verschwinden wollen.
Aria, Aria, Aria. Nur fucking Aria.
Wenn ihre grünen Augen und das sündhafte Lächeln sich nicht bald aus meinem Verstand verflüchtigen, dann ... fuck, ich brauche Ablenkung. Am besten Sex.
Meine Sehnsucht zu Morden sollte ich eigentlich nicht mit Sex ertrinken, könnte sonst echt gefährlich enden, aber wenn ich Aria nicht aus meinem Kopf kriege, muss eine andere rein. Ungefähr zwei Monat ist es her, dass ich richtig ablassen konnte. Die Folgen dazu waren jetzt nicht unbedingt etwas, worauf ich vorbereitet war, aber die Kleine war echt scharf und echt gut. Glücklicherweise weiß ich sogar, wo sie wohnt. Eventuell sollte ich irgendwann vorbeischauen und abchecken, ob ihr Exfreund noch eine Gefahr darstellt. Falls das der Fall sein sollte, dann habe ich wieder einen Grund einen Menschen in den Himmel zu befördern, wo dann Gott über sein Schicksal entscheiden kann.
»Marco!« Mein Onkel winkt mich zu sich rüber, deutet mir an mich schneller anzuschließen. Leicht genervt dränge ich mich zwischen der tanzenden Menschenmenge hindurch zu ihm, wo er neben einem großen unbekannten Mann steht, in dessen Augen sich Neugierde widerspiegelt.
Angekommen bei den beiden legt Alec einen Arm um meine Schulter und lächelt entspannt. »Marco, darf ich dir einen meiner besten Freunde vorstellen? Das ist Leano Jones. Er ist der Besitzer dieses Clubs.« Leano hält mir seine Hand hin, die ich schüttle.
»Marco McCartney«, stelle ich mich ebenfalls vor.
»Es freut mich sehr dich kennenzulernen, Marco.« Gleichgültig nicke ich.
Leano hat dunkle Haut, die in dem bunten Lichtern des Clubs glänzen. Seine schwarzen Haare sind zu großen engen Braids geflochten und sein Mund zu einem amüsierten Lächeln angezogen. Er ist ein gutaussehender Mann, aber irgendwas an ihm beunruhigt mich. Vielleicht die Art, wie er seinen Blick über mich laufen lässt, oder auch wie sein Lächeln sich ausbreitet, wenn seine Augen meine finden.
Unberührt von seinem Verhalten blende ich deren Konversation aus und sehe mich in dem Club um. Massen von Menschen mit Schweiß und Alkohol überzogen tanzen sorglos herum oder stecken ihre Zunge in den Rachen ihres Partners tief rein. Auch wenn ich etwas Sex haben möchte, überkommt mich leider kein Gefühl dies zu tun. Als wäre alles abgestumpft, als wäre ich nur der Beobachter.
Wie langweilig.
Eine Hand auf meiner Schulter bringt mich dazu umzudrehen und in das Gesicht meines Onkels zu sehen. Seine Züge sind ernst und der Druck auf meiner Schulter fest. »Ich weiß du willst nicht hier sein, aber versuche ein wenig Spaß zu haben, okay?«
»Ich glaube wir haben beide verschiedene Definitionen von Spaß, Onkel.« Sein Blick wird strenger, wobei ich augenrollend nachgebe. Gerade als ich mich seiner Hand an meiner Schulter entledigen will hält er mich zu meiner Unzufriedenheit zurück. »Mach keinem Angst.« Ein wölfisches Grinsen legt sich auf meinen Lippen. »Würde ich niemals.« Würde ich doch.
Überzeugt wirkt er nicht zu sein, aber bevor er mich weiter belehren kann hält Leano ein Glas mit einer dunklen Flüssigkeit hin und fordert meinen Onkel dazu auf ihn zum VIP-Bereich zu folgen. »Du bist herzlich willkommen dich anzuschließen«, bietet er mir an, was ich gekonnt ignoriere und mich ins Herz der Party bewege.
Zugegebenermaßen, der Club spielt keine so schlechte Musik. Ein bekannter spanischer Song tönt aus den Musikboxen laut über die ganze Tanzfläche und bringt die feiernden Gäste dazu aufeinander zuzugehen und in Pärchen oder Gruppen zu tanzen. Ich war noch nie in Spanien, aber wenn ich eines weiß dann, dass die Spanier wissen wie sie Menschen zum tanzen bringen können.
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Malicious
Roman d'amour»Zwing mich nicht dazu dir zu zeigen, wie kalt ich sein kann.« Marco tötet schon seit er denken kann. Teilweise befürchtet man, er wäre dazu geboren, Menschen in ihr Untergang zu stürzen. Fünf Jahre im Gefängnis haben ihn verändert, aber ob das gut...
