In zwei Tagen würde die Schule wieder losgehen. Teddy hatte eigentlich nicht wirklich Lust. zu Hause war es super, ausschlafen, den ganzen tag nichts tun und seine Geschwister, die ihn vergötterten. Doch seine Koffer waren bereits weitestgehend gepackt, lagen offen auf seinem Boden und erinnerten ihn daran, wie lange er seine Familie nicht sehen würde. Außerdem war dieser Aufbruch irgendwie schwer für ihn. Bis zum Sommer war es viel kürzer als er es jetzt noch wahrnahm und nach dem Sommer würde er sein letztes Jahr in Hogwarts antreten. Das wiederum bedeutete, dass er sich so langsam Gedanken machen musste, was er nach der Schule machen wollte, denn auch in der Zaubererwelt musste man sich zeitig für Ausbildungen bewerben.
Und einen ähnlichen Gedanken hatten wohl auch seine Elter gehabt, denn sie hatten ihn zu einem Gespräch ins Wohnzimmer gerufen. Schon als Teddy die Treppe herunterkam, sah er Harry und Ginny am großen Esstisch sitzen. James, Albus und Lily saßen etwas weiter weg auf dem Sofa und schauten eine von Lilys Kinderserien. Teddy setzte sich seinen Eltern gegenüber an den Tisch, schenkte sich ein Glas Wasser ein und trank erst mal einen großen Schluck. Hier war wirklich keine Eile geboten.
,,Und? Hast du dir Gedanken gemacht?", fragte Ginny sanft.
Teddy nickte langsam. ,,Ja, habe ich. Also ich habe jetzt auf jeden Fall eine grobe Richtung, die ich mir vorstellen könnte. Also noch keinen konkreten Job oder so."
,,Das reicht doch auch völlig.", beruhigte Harry ihn. ,,Wir wollten ja auch nicht, dass du deine gesamte Zukunft jetzt schon festlegst. Aber du gehst nun einmal auf dein letztes Jahr zu und da musst du dir eben Gedanken machen."
Teddy seufzte tief. Dann sah er erst Harry und dann Ginny an. ,,Das weiß ich ja alles. Aber ich finde es schon irgendwie unfair, dass ich mich überall bewerben muss. Kannst du da nichts für mich drehen Harry?"
Harry lachte leise. Natürlich könnte er. Es wäre sogar eine Leichtigkeit für ihn, Teddy dort unterzubringen, wo dieser am Ende hinwollte, aber er hatte nicht vor, seinen Rum dafür zu nutzen. Für keines seiner Kinder. Ja, für ihn und Ginny war es damals einfach gewesen. Harry hatte schon immer gewusst, dass er mal ein Auror werden wollte und Ginny wurde damals von den Holyhead Harpies persönlich angefragt worden. Sie beide hatten ihre Traumjobs bekommen, ohne wirklich etwas dafür zu tun. Aber Harry wollte, dass seine Kinder sich ihren Erfolg selbst erarbeiteten. Sie sollten sich etwas aufbauen und das mit ihrem eigenen Namen und nicht mit ihrem berühmten Vater im Hintergrund.
,,Ich interpretiere das mal als ein nein.", schnaubte Teddy belustigt.
Es war ihm schon klar gewesen, dass Harry so reagieren würde, aber ein Versuch war es trotzdem Wert gewesen.
,,Ganz richtig.", bestätigte Harry da.
Eine kleine Pause entstand, bevor Ginny wieder zu sprechen begann.
,,Was hast du dir denn vorgestellt? Du hast gesagt, du hast dir schon Gedanken über die Richtung gemacht."
,,Ja.", Teddy nickte schnell und setzte sich in seinem Stuhl etwas aufrechter hin. ,,Eigentlich habe ich sogar zwei Richtungen. Ich bin mir noch nicht ganz sicher, welche davon mir besser gefällt."
Er holte noch einmal tief Luft. ,,Also als erstes habe ich mir überlegt, vielleicht auch ins Ministerium zu gehen. Ich weiß nicht, vielleicht werde ich auch Auror. Ich denke wirklich, dass ich das Zeug dazu hätte."
,,Das hättest du definitiv.", bestätigte Harry.
Das entlockte Teddy ein Lächeln.
,,Und dann", fuhr er fort, ,,habe ich überlegt, ob ich vielleicht eine akademische Laufbahn einschlagen sollte. Lehrer vielleicht? Ich meine, ich konnte schon immer gut erklären und habe Spitzennoten in fast allen Fächern. Ich könnte mir dabei so etwas wie Verteidigung gegen die Dunklen Künste oder Verwandlung gut vorstellen."
Er stockte, als er das selige Lächeln auf den Lippen seiner Eltern sah. ,,Was ... was guckt ihr so?"
,,Ach nichts.", Harry lächelte sanft.
,,Du erinnerst uns gerade sehr an deinen Vater.", erklärte Ginny ebenso sanft.
Das trieb auch Teddy die Tränen in die Augen. Für ihn war es eine Art Hassliebe, mit seinen Eltern verglichen zu werden. Auf der einen Seite gab es nichts besseres, da er so etwas greifbares hatte, das ihn mit seinen Eltern verband, auf der anderen Seite schmerzte es ihn jedes Mal, da er all die guten Eigenschaften, die er anscheinend von ihnen geerbt hatte, nie an ihnen selbst beobachten konnte. Er würde dieses Jahr 17 werden und auch wenn seine Eltern in seiner Welt schon immer als Gespenster existiert hatten, schien es von Jahr zu Jahr schwieriger zu werden, dass sie nicht da waren. Sie verpassten alle seine Meilensteine und wahrscheinlich störte es ihn so sehr, weil er endlich wirklich alt genug war um zu verstehen, was das bedeutet. Schnell wischte er sich mit der Hand über die Augen und rutschte auf seinen Stuhl herum.
,,Also.", sagte er dann, um das Gespräch endlich wieder zum Laufen zu bekommen, ,,Was haltet ihr davon? Eure Meinung interessiert mich wirklich."
Er lachte leise. ,,Ich bin ehrlich am überlegen, alle Pläne umzuwerfen, wenn ihr meint, das wird nichts."
Nun musste auch Harry lachen.
,,Teddy.", begann er. ,,Es ist ganz egal, was wir davon halten. Es ist immerhin deine Zukunft, um die es hier geht. Du musst nach der Schule das machen, womit du dich identifizieren kannst, etwas, dass dir auch in zwanzig Jahren im besten Fall immer noch Spaß macht. Aber wenn du meine ehrliche Meinung hören willst: Lehrer wäre perfekt für dich. Und so wie du gerade gestrahlt hast, als du davon erzählt hast, hat meine Meinung nur bestätigt. Und als dein Vater, ist dieses Lächeln alles gewesen, was ich brauchte, um dem zuzustimmen."
Noch bevor Teddy etwas sagen konnte, ergriff auch Ginny das Wort. ,,Ich kann verstehen, wieso du auch Auror in Betracht gezogen hast. Deine Mutter hatte diesen Job, Harry macht ihn, Ron macht ihn. Ihr seid die Kinder eines Aurors, ihr kommt oft mit diesem Beruf in Verbindung. Aber du bist kein Auror, Teddy. Dafür liebst du es zu sehr, mit Jüngeren zu arbeiten, ihnen zu helfen und ihnen dabei zuzusehen, wie sie aufblühen und sich selbst finden. Ich denke auch, dass du mit Lehrer die perfekte Wahl triffst. Es passt einfach zu dir und deinem Charakter."
,,Und Zaubererschuolen haben wir wirklich genug auf der Welt. Du bist ja nicht an Hogwarts gebunden.", sagte Harry leise.
Teddy nickte. ,,Ja, darüber habe ich mir auch schon Gedanken gemacht. Wisst ihr, Vici will vielleicht nach Frankreich, um dort zu studieren und ich hatte überlegt, ob ich dann vielleicht mitgehe. Aber sie hat sich noch nicht entschieden, also schiebt bitte nicht direkt Panik okay."
Der letzte Satz war bitter nötig, denn Harry und Ginny hatten bereits die Münder geöffnet, um zu protestieren. Die beiden taten sich schwer damit, dass ihr Ältester so langsam flügge wird. Nicht mehr lange, dann ist er mit der Schule fertig, wird ausziehen, vielleicht Victoire heiraten und Kinder bekommen. Und beiden kommt es immer noch wie gestern vor, dass sie Teddy nach der finalen Schlacht das erste mal in den Armen gehalten hatten, dieses kleine Baby, das niemanden außer sie hatte und das sie brauchte. Aus diesem baby hatte sich ein eigenständiger, verantwortungsbewusster und freundlicher junger Mann entwickelt, genau wie sie es sich immer für Teddy gewünscht hatten.
Deswegen sagten sie ihm nun auch folgendes: ,,Du wirst deinen Weg finden Teddy. Selbst wenn du mit Victoire nach Frankreich gehen solltest. Solange es das ist, was du willst, hast du unsere Unterstützung."
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In den 19 Jahren dazwischen Part 1 (Laufend)
FanfictionDer Krieg gegen Voldemort ist vorbei und Harry und seine Freunde versuchen wieder in ihren normalen Alltag zu kommen. Erlebt die Zeit zwischen dem Krieg und Albus' Einschulung in Hogwarts.
