Chapter 3

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Wir standen alle im Kreis im Wohnzimmer und sahen uns Hilflos an.
Die Jungs mit den Pistolen meines Vaters, und wir Mädchen mit den Messern.

"Am besten teilen wir uns auf und suchen nach diesem Arschloch", meinte Sven und sah dabei zu Luke, der aber nur auf den Boden starrte.

"Nein! Wir bleiben zusammen. Wir wollen ja nicht noch einen verlieren", sagte Calum hastig und stellte sich in die Mitte unseres Kreises.

"Ach wirklich..", sagte Jade und trat näher an Calum heran, bis sie nur noch ungefähr 4 cm entfernt waren. Es sah nicht aus als würde sie sich an ihn ran machen, sondern eher wie eine Drohung.

"Was soll das bitte bedeuten?", sprach Calum und sah sie verwirrt an.

"Du weißt es ganz genau!" ,brüllte Jade und stampfte dabei einmal wütend mit dem Fuß auf den Boden.

"Willst du damit sagen.. dass ich. ..?"
Calum verschränkte die Arme vor der Brust.

Jade wollte gerade noch was sagen, doch sie wurde von Alice unterbrochen.
"Spinnst du eigentlich? Du beschuldigst gerade meinen Freund!", fuhr sie Jade wütend an und hielt ihr das Messer vor die Nase.

"Ach bitte, er liebt dich sowieso nicht! Guck dich doch mal an!" , sagte Jade gelassen, als ob sie die schönste wäre und jeden haben könnte.

"WIE BITTE??"
Genau in diesem Moment feuerte Alice ihr eine mit der flachen Hand, sodass Jade nach hinten fiel und ihr Messer verlor.
Sie starrte peinlich berührt durch die Runde und hielt sich die Backe.
Dann rappelte sie sich wieder auf und wollte auf Alice losgehen, doch Dylan hielt sie zurück.

"Beruhig dich mal, Jade du bist es selber Schuld", meinte Dylan und sah ihr in die Augen.

"Ach geh doch verrecken, ich bin gar nichts Schuld", brüllte Jade und wehrte sich aus Dylan's Griff.
Ohne ein weiteres Wort setzte sie sich auf die Couch und machte dann auf Stur.

Okei, wie sie möchte! Die Backfive war auf jeden Fall eine Lektion.

"Das wollte ich sowieso schon immer mal machen", lachte Alice.

"Seit ihr dann fertig?", mischte Luke sich ein.
Keiner sagte was. Jeder hatte Respekt vor ihm. Eigentlich war es schon eher Angst.
Wieso? Keine Ahnung? Sieht er etwa aus wie ein Schwerverbrecher?

"Gut!", meinte er dann nach langem Schweigen unsererseits.

...

Wir taten eigentlich die ganze Zeit nichts anderes, als im Wohnzimmer zu sitzen und zu warten.

"Auf was warten wir eigentlich genau?", brachte ich dann auch mal heraus.
Ich erntete nur unwissende Blicke der anderen. Anscheinend wusste das keiner so genau.

"Ach baby", murmelte Luke und setzte sich neben mich.
Ich griff nach seiner Hand und legte meinen Kopf auf seine Schulter.

"Egal was heute passiert... Ich Liebe Dich!", flüsterte er und gab mir einen sanften Kuss.

"Ich dich auch", flüsterte ich ebenfalls, was ihn zum Lächeln brachte.

Ich sah durch den Raum. Auch Calum und Alice lagen eng umschlungen auf der Couch. Sowie Lilly und Mike. Die anderen kuschelten sich in ihre Bettdecke auf der Matratze.

"Was meinst du... wird noch jemand sterben? Und wenn, wer? ", sagte ich leise und drückte Luke's Hand noch fester, als ob er mir jeden Moment weg geholt werden könnte.

"Weiß ich nicht... aber du wirst nicht sterben! Dafür Sorge ich!", sagte er entschlossen und gab mir noch einen Kuss.
"Ich würde mein Leben geben, damit dir nichts passiert", fügte er hinzu.

"Das würdest du machen?", fragte ich etwas verlegen.
Er nickte.
"Ich könnte aber ohne dich nicht leben", flüsterte ich und küsste ihn lange.

Ich könnte ohne ihn wirklich nicht leben.. er ist mein Leben! Ohne ihn bin ich NICHTS!

"Ich ohne dich auch nicht"

Seine Worte brachten mich zum lächeln! Doch mein Lächeln verschwand auch sofort wieder, als das Licht erneut aus ging..!

"Nicht schon wieder", fauchte Lilly.

Ich klammerte mich an Luke.

Ich glaube, wir alle wussten, dass gleich der nächste gehen würde... JEDER wusste es.

"Luke", murmelte ich ängstlich in sein schwarzes Hemd. Er sagte nichts.

Ich hörte das Laden der Pistolen im ganzen Raum. Auch Luke neben mir bereitete seine Waffe vor.
Ich zog mein Messer aus der Hosentasche und hielt es fest entschlossen in der Hand.

"Ich hab Angst", hörte man Carina murmeln. Direkt danach hörte man ihr Schluchzend.

"Jeder hat Angst", sagte Martin.

Ich wusste noch nicht mal wo alle sich im Raum befanden. Man hörte nur die Stimmen, die ich dann zuordnen konnte.

Ich war ziemlich nervös, doch Luke's gleichmäßige Atmung beruhigte mich ein wenig.

"Luke", murmelte ich erneut und versuchte sein Gesicht im dunkeln zu erkennen.

"Hier...", flüsterte er und führte meine Hand zu seiner Pistole.
"Damit werd ich dich beschützen"

Ich verstehe nicht, wie man jemanden in so einer Situation zum Lächeln bringen kann. Luke schaffte dies IMMER!

Ich nahm meine Hand wieder weg von der Waffe und platzierte sie auf seinem Oberschenkel.

"Leute was sollen wir jetzt machen?", fragte Mike.

"Wir warten", antwortete Dylan.

Gerade fiel mir Carinas Schluchzen wieder auf. Sie weinte schon wieder.

"Luke warte mal", flüsterte ich und löste meine Hand aus seiner.

"Was? Wohin gehst du?", fragte er, als ich aufstand.

"Zu Carina", meinte ich ruhig.

"Jetzt? Kommt gar nicht in Frage!" , sagte er etwas lauter.
Mich interessierte es gerade wenig, was er wollte.

"Sydney!", rief er. Ich hörte seine Schritte hinter mir, doch ich bewegte mich weiter in Richtung von Carinas weinen. Ich quetschte mich weiter durch die ganzen Matratzen, Taschen und die ganzen weiteren Sachen.

"Sydney verdammt! Bleib hier!", rief er erneut, doch ich lief weiter.
Ich wurde immer schneller, bis ich stolperte und mit voller Wucht auf den Kopf knallte.

"Aaahh", gab ich von mir und fasste an meine Stirn. Ich spürte etwas nasses...SCHEISSE!

Auch Luke hinter mir stolperte über irgendwas, denn man hörte ein plumpsen und er rief: "Verdammte Scheiße!"

"Leute alles oke?", rief plötzlich Martin.

"Nein..ich blute...",gab ich schwach von mir.

"WAAAS?", brüllte Luke hinter mir.

Plötzlich ertönte ein Schuss...

Horrorparty ~ l.h.Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt