Ich wachte durch die Sonnenstrahlen, die in mein Gesicht schienen auf. Verdammt, ich hasste es, wenn ich Abends vergaß die Vorhänge zuzumachen. Neben mir lag noch ein schnarchender Niall. Wie konnte er bloß bei der Helligkeit nicht aufwachen? Ich stieg aus dem Bett indem wir schliefen. Ja Niall und ich schliefen in einem Bett, warum auch nicht. Auch wenn mich die meisten meiner Freunde als „Schwul" bezeichnen würden wenn sie das wüssten, verstand ich nicht was daran falsch sein sollte. Ich meine, Niall und ich kannte uns schon seid unserer Geburt, wir waren zusammen aufgewachsen und wir kannten uns in und auswendig. Warum sollten Niall und ich nach all dem nicht in einem Bett schlafen?
Ich zog mir schnell ein lockeres Oberteil über und versuchte möglichst lautlos das Zimmer zu verlassen, schließlich wollte ich Niall nicht unbedingt wecken. Ich beschloss Frühstück für Niall und mich zu machen und kramte alle nötigen Utensilien für Pfannkuchen aus dem Küchenschrank. Ich rührte grade den Teig an, als sich ein müder Niall auf den Küchenstuhl plumpsen. „Naa gut geschlafen?", ragte ich Niall fröhlich, während ich den ersten Schub des Teiges in die Pfanne füllte. „Jaa, sogar sehr gut.", gähnte Niall und ich lachte. Er war einfach nur süß, wenn er so verschlafen war. „Was machst du da eigentlich?", fragte Niall neugierig. „Pfannkuchen", grinste ich und Nialls Augen leuchteten erfreut auf.
Als ich den ganzen Teig der Pfannkuchen gebraten hatte, setzte ich mich zu Niall und wir machten uns zusammen über sie her. „Was machen wir heute?", mampfte Niall. „Ich weis nicht. Ich hab gestern noch ein bisschen mit Ben geschrieben und er meinte das sich die Jungs heute im Park treffen und ein bisschen dort chillen. Damit wir uns noch mal treffen, bevor am Montag die Schule wieder losgeht." Im Gedanken an die Schule stöhnte ich innerlich auf. Ich hatte gar kein Bock, ab nächste Woche jeden Tag um 6 aufzustehen und meine Freizeit in der Lernanstalt zu verbringen. Und auch Niall sah nicht sonderlich begeistert aus, doch er dachte nicht an die Schule. „Müssen wir uns echt mit deinen Freunden treffen?", quengelte er rum. „Können wir nicht was zu zweit machen? Immer wenn du bei ihnen bist, bist du ganz anders als sonst. Außerdem sind sie gemein.", jetzt schmollte Niall. „Nur weil du deren Witze nicht verstehst heißt das nicht, dass sie gemein sind Niall.", verteidigte ich meine Freunde. Niall ging nicht auf dieselbe Schule wie ich. Als er am Anfang der Sommerferien zum ersten Mal meine Freunde kennen gelernt hatte, war er nicht sonderlich begeistert von ihnen gewesen. Sie hatten ein paar Witze auf seine Kosten gemacht und Niall hatte es ein wenig falsch verstanden. „Bitte Niall, das wird bestimmt lustig und ich möchte die Jungs unbedingt vor Schulbeginn noch mal wieder sehen.", bettelte ich jetzt. Niall zögerte. „Na gut, aber wenn sie mir einmal blöd kommen bin ich weg." „Danke!", grinste ich und biss wieder von meinem Pfannkuchen ab.
2 Stunden später befanden Niall und ich mich bereits im Park. Ich hielt Ausschau nach meinen Freunden, während Niall unbegeistert neben mir her lief. Plötzlich spürte ich eine Hand auf meiner Schulter und ich drehte mich um. „Ben!", rief ich erfreut und umarmte ihn kurz. Ben lachte. „Du hast dich überhaupt nicht verändert Louis." Ich grinste. „Ich weiß."
Kurze zeit später saßen Niall, Ben, ich und noch ein paar anderer meiner Freunde, auf der Wiese im Park. Wir quatschten über unsere Ferien und Urlaube. Ich hatte das Gefühl, dass Niall sich noch immer ein wenig unwohl bei meinen Freunden fühlte. Er saß zwar neben mir und lächelte, doch ich konnte sehen, das dieses Lächeln nicht echt war. Ich beschloss Nialls „Zustand" fürs Erste zu ignorieren und ihn später darauf anzusprechen. „Hey Louis", sprach Ben mich von der Seite an. Ich wandte mich von Niall ab und drehte mich lächelnd zu Ben. „Willst du auch eine?", fragte er mich und hielt mir eine Zigarettenschachtel hin. Ich überlegte kurz. Ich hatte es geschafft die ganzen Sommerferien über nicht zu rauchen. Sollte ich es riskieren und jetzt eine nehmen? Eine würde ja nicht schaden. „Ja, danke", grinste ich Ben an und nahm mir eine. Ich kramte mein Feuerzeug aus meiner Hosentasche und steckte meine Zigarette an. Der Rauch strömte in meine Lungen und ich genoss das altbekannte Gefühl.
Wir saßen etwa 1 Stunde im Park. Die Sonne knallte auf unsere Körper und ich hatte zu meinem Bedauern schon mehr als eine Zigarette geraucht. Wir beobachteten zusammen die Leute, die an uns vorbei liefen und machten uns über sie lustig. Ich beobachtete grade wie zwei Jungs, welche nicht mal schlecht aussahen, an uns vorbeiliefen. Ich wollte mich grade anderen Leuten zuwenden, als mein Blick auf ihre verschränkten Hände fiel. Ich rümpfte die Nase. „Ey, Jungs guckt mal die Schwuchtel da drüben.", rief ich nun und zeigte in Richtung der Jungs. Beinahe alle meiner Freunde wandten sich jetzt zu dem scheinbar schwulen Pärchen, welches an uns vorbeilief. Ben fing an zu lachen und rief laut: „Faggots, wollt ihr nicht mal rüber kommen? Wir wollen mit euch reden.", der hohn in seiner Stimme war nicht zu überhören. Ich fing an zu lachen und auch die anderen lachten laut mit mir. Einer der beiden Jungs sah scheu zu uns herüber und ich glaubte Tränen in seinen Augen zu erkennen, während uns der andere demonstrativ ignorierte und seinen Freund weiterzog. „Guckt mal der heult!", lachte ich jetzt und ich war mir sicher, dass der Junge es gehört hatte, denn er drehte sich weg und ging viel schneller als vorher, um von uns wegzukommen. Ich lachte nur nochmehr. Mein Blick fiel zufällig auf Niall, der mich entgeistert anstarrte. Sofort verging mir mein lachen. „Bist du jetzt völlig durchgeknallt?", fragte Niall mich entgeistert und die Wut in seiner Stimme war nicht zu überhören. Ich schluckte. „Warum was hab ich gemacht?", ich konnte mir zwar schon denken was Niall so wütend gemacht hatte, doch ich hatte meiner Meinung nach nichts falsches gemacht. „Was du gemacht hast?", zischte Niall wütend. „Du hast grade zwei Jung dafür fertig gemacht, dass sie sich lieben Louis. Stell dir vor das wäre Harry gewesen. Du magst Harry doch oder? Hättest du auch Harry fertig gemacht wenn er hier lang gelaufen wäre? Hättest du Harry zum weinen gebracht, nur weil er Schwul ist?" Ich sah Niall lange an. Es kam nicht oft vor, dass er so wütend war. Und er hatte recht. Ich hätte Harry nicht so runter machen können. Auch wenn er Schwul war, war er irgendwie anders.
„Du bist mit jemandem befreundet der Schwul ist?", fragte Ben jetzt belustigt. Mein Herz stockte. Er hatte das Gespräch zwischen mir und Niall mitbekommen? „N-nein natürlich nicht.", sagte ich schnell. „Er ist nur der Bruder einer Freundin meiner Schwester." Ben gab sich mit der Antwort zum Glück zufrieden und wendet sich wieder dem Gespräch mit Josh zu. Ich sah vorsichtig wieder zurück zu Niall. Er sah mich enttäuscht an und schüttelte den Kopf. Ich wollte grade zu einer Entschuldigung ansetzten, doch Niall stand auf und ging.
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Half a Heart ||L.S.||
FanfictionLouis Tomlinson und Harry Styles lernen sich auf der Hochzeit von Harrys großer Schwester Gemma kennen. Sie verstehen sich auf Anhieb gut. Doch werden sie nach der Hochzeit den Kontakt aufrecht erhalten und sogar eine Freundschaft aufbauen? Oder kan...