Das Geständnis

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Anmerkung: Diese Geschichte hat nichts mit den bekannten Charakteren zu tun.



Jeremy kannte seinen Vater nur flüchtig. Er war selten zu Hause, weil er viel auf Reisen war. Der Junge lebte allein mit seiner Mutter und dem Personal, in einer herrschaftlichen Villa in England. Sein Vater besuchte sie beide nur an vereinzelten Abenden im Jahr. Jedes Mal brachte er dem Jungen ein Geschenk von seinen Reisen mit, aber das war kein Ersatz für seine Abwesenheit. Dann hatte er Jeremy, als kleinen Jungen, immer ins Bett gebracht und ihm vorgelesen. Als er älter wurde, spazierten sie zu später Stunde, gemeinsam durch den parkähnlichen Garten des Hauses.

Obwohl sein Vater so selten da war, wusste er immer, was Jeremy bedrückte und fragte ihn danach. Dem Jungen war das unangenehm, weil er die kostbare Zeit, nicht mit Probleme wälzen verbringen wollte. Irgendwie bewunderte er seinen Vater, wenn er ihn auch nur wenig sah. Er war ein stattlicher Mann, sehr gutaussehend, besonnen und verständnisvoll. Nach seinem Rat fühlte sich, Jeremy meistens gleich besser. Doch am nächsten Morgen war er jedes Mal verschwunden und ließ seine Mutter betrübt zurück.

Sie hatte ihm schon vor Jahren erklärt, dass sein Vater ein vielbeschäftigter Mann sei und er gutes Geld verdienen würde. Aber das war nicht der einzige Grund, warum Jeremy unzufrieden war. Schon als kleiner Junge hatte er bemerkt, dass er anders war, als die anderen Kinder. Er war für sein Alter schon immer reifer gewesen, klüger und ihn interessierten andere Dinge. Was ihn schnell zum Außenseiter gemacht hatte. Wegen den ständigen Hänseleien und Angriffen seiner Mitschüler, nahmen ihn seine Eltern von der Schule und engagierten Privatlehrer für ihn. Deswegen hatte er keine Freunde und fühlte sich sehr einsam. Inzwischen war er bald erwachsen. Siebzehn!

Jeremy sehnte sich verständlicher Weise nach einer Freundin, aber wo sollte er ein Mädchen kennen lernen. Er ging nie aus, spazierte höchstens durch die Nacht, wenn er wieder einmal nicht schlafen konnte und lauschte den Geräuschen, um sich herum. Er konnte in der Dunkelheit viele Dinge erkennen, die zum Beispiel, seiner Mutter verborgen blieben. Auch schien sein Gehör besser zu sein, als von anderen. Nach diesen nächtlichen Streifzügen durch die Strassen, verschwand die Leere in ihm und er fühlte sich wieder seelisch gestärkt. Die Menschen wurden ihm mit der Zeit, immer fremder und er fühlte sich unter vielen unwohl. Allmählich erwachte eine bestimmte Sehnsucht in ihm, die er nicht einordnen konnte und sie wurde immer stärker. Er gehörte irgendwie nicht in diese Welt, das spürte er, aber das war abwegig. Er war ein normaler hübscher Junge mit dunkelgrünen Augen und braunem Haar. Die Augenfarbe hatte er von seiner Mutter Jane und die Haare wohl von Marten, seinem Vater. Jane, war ebenfalls eine sehr schöne Frau mit schwarzem, langem Haar. Jeremy hatte in letzter Zeit gemerkt, dass sie Verehrer hatte, aber keinem nachgab. Als er diesbezüglich etwas andeutete, erwiderte sie: "Ich liebe deinen Vater. Keiner kann ihm das Wasser reichen." Das beruhigte ihn wieder.

Jeremy blätterte wieder einmal in den Fotoalben, wenn er sich nach der Ankunft seines Vaters sehnte. In den ersten Jahren seines Lebens hatte Marten noch im Haus gelebt, bevor er diesen Job als Antiquitätenhändler annahm. Fotos von Jeremys Geburt, hier im Haus. Sein Vater strahlte in die Kamera, seine Mutter sah noch erschöpft aus und er lag in der Mitte. Man sah Marten seinen Stolz richtig an und er hatte sich überhaupt nicht verändert. Er wirkte heute noch so jugendlich, wie damals. Auch seine Mutter hatte sich gut gehalten. Sie sah jetzt höchstens reifer aus. Dann folgten Fotos von Weihnachtsfesten und Geburtstagen, an denen sein Vater dann immer anwesend war. Bald hatte er wieder Geburtstag. Seinen achtzehnten! Was würde er von seinem Vater wohl bekommen? Marten war immer großzügig mit Geschenken gewesen. Aber am meisten freute sich Jeremy auf das Wiedersehen.

„Wann kommt Dad heute?", fragte das Geburtstagskind beim Frühstück. Jane las gerade in der „Times": "Am Abend! Er wird, denke ich, um acht hier sein. Nun bist du schon erwachsen. Wie schnell das alles ging. Ich hatte dich doch erst noch auf dem Arm." Sie lächelte und sah ihn herzerwärmend an. Der junge Mann lächelte zurück und aß weiter an seinen „Pancakes" mit Orangenmarmelade und trank dazu seinen obligatorischen halben Liter warmer Milch. Sein Appetit war, wie immer, enorm. Doch zum Glück nahm er deswegen kein Gramm zu. Er schien alles restlos zu verbrennen. Allmählich bekam er genauso einen athletischen Körper, wie sein Vater und das gefiel Jeremy natürlich sehr. Er posierte des Öfteren vor dem Spiegel, wie diese Bodybuilder.

On the Dark SideGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt