Körpertausch 2.Teil

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Nachdem Ivana erwacht war, zogen sie und Antonio sofort zur Villa des Körperdiebes los. Auf dem Hinflug sagte Antonio: "Vorhin hat er, als ich gesagt habe, dass wir sein Haus durchsuchen, daran gedacht, wo wir Infos finden könnten. Auf seinem Computer muss was sein."

Wenig später waren sie im Haus. Sie sahen in einige Räume im Erdgeschoss. „Hier sieht's nach Büro aus. Hier steht auch ein Computer.", sagte die Russin. Sie setzte sich auf den Schreibtischstuhl und schaltete ihn an. „Hätte mich auch gewundert, wenn das Ding kein Passwort gehabt hätte", meinte sie kurz darauf. „Wir nehmen das Ding mit." Dann begann sie den Rest des Schreibtisches anzusehen.

Antonio machte sich auf den Weg in den Keller: „Ich gehe mal runter." Er durchschritt die Kellerräume, entdeckte die Liege und den Fitnessraum. Die kaputte Decke fiel ihm auf und er grinste. Hier hatte sich der falsche Magnus wohl an seine neuen Kräfte gewöhnt. Hier unten roch es nach Blut und Verwesung. Irgendwo lag eine Leiche herum. Antonio durchsuchte die weiteren Räume. Wenn eine Tür verschlossen war, stieß er sie auf. Endlich fand er blutige Laken und nach dem Gestank zu urteilen, war darin der Körper. Er schlug das Tuch zurück und blickte auf die Fleischmasse. Oh, mein Gott! Wie sah das aus? Das war vermutlich einmal eine Frau gewesen und Antonio malte sich aus, was der Typ angestellt hatte. Schnell war er wieder bei Ivana oben: „Ich habe sein Opfer gefunden. So wie es aussieht hat er nur einmal getötet. Aber ich denke, wir sollten die Leiche beseitigen."

„Na super, dem Mistkerl auch noch hinterher räumen", murrte Ivana wenig begeistert, aber Antonio hatte natürlich recht. „Auf dem Schreibtisch war noch ein Terminkalender, in dem für letzten Samstag, also den Tag, wo Magnus verschwunden ist, ein Name und eine Nummer daneben; könnte eine Telefonnummer sein. Aber sonst hab ich nichts Brauchbares mehr gefunden."

„Name und Telefonnummer klingt doch schon mal gut. Ich bin sehr gespannt, wer sich dort melden wird. Am besten rufen wir mit Peters Handy an. Er hat es noch bei sich. Es wird allerdings nicht so einfach es ihm abzunehmen. Aber da muss ich durch. Okay, dann hole ich den Körper mal bzw. das was noch davon übrig ist."

Kurz darauf kam er mit dem blutigen Leintuch zurück, das er wie einen Sack über die Schulter geworfen hatte. „Oh man, das sieht ja richtig übel aus!", sagte Ivana, als sie unter das Leintuch spähte. Sie selber war ja auch oft nicht zimperlich mit Sterblichen, aber so was hatte sie noch nie angerichtet. Sie schob den Kalender in ihre Hosentasche und nahm den Computer. Dann gingen sie. Antonio bemerkte noch: „Tja, da hatte sich jemand überhaupt nicht im Griff. Am besten ich verbrenne sie in meiner Anlage." Gesagt, getan.

Zuhause schaltete er gleich den Verbrennungsofen an und ging dann zu Peters Gefängnis. Drinnen war es verdächtig ruhig. Hatte er inzwischen resigniert? Antonio öffnete die Tür nur mit seinen Gedanken und blieb einen Schritt davor stehen. Als sich nichts rührte, ging er langsam hinein. Der andere saß an der gegenüberliegenden Wand und sah teilnahmslos drein. Magnus' blaue Augen schimmerten im Dunkel und Antonio musste sich wieder klarmachen, dass dort nicht sein Freund saß: "Na, nagt der Hunger bereits an dir?" Er musste inzwischen etwas spüren, denn er hatte durch Ivanas Biss viel Blut verloren. Peter antwortete schwach: "Das gefällt dir, wenn ich leide." Antonio sah ihn finster an: "Ja ganz genau. Ich könnte dir jedoch Blut besorgen, wenn du mir dein Handy rausrückst." Peter fasste reflexartig an seine Hosentasche: "Das könnte dir so passen. Hol' s dir doch!" Antonio musste lachen: "Das werde ich, verlass dich drauf. Du bist viel zu schwach, um mich davon abzuhalten." Blitzschnell zog er den anderen auf den Boden, um an die hintere Hosentasche zu kommen. Peter bekam sein Bein gepackt und biss hinein. Er wusste nicht, ob Vampire von anderen Vampiren trinken konnten, aber er versuchte es und sog an der Wunde. Fauchend riss Antonio den Kopf des Angreifers zurück und hielt ihn an den Haaren fest: "Verdammt, lass das!" Dann griff er mit der anderen Hand schnell nach der Tasche und riss das Handy an sich.

On the Dark SideWo Geschichten leben. Entdecke jetzt