Hier ist eine Sammlung meiner Kurzgeschichten.
Unter anderem die, die ich so um das Jahr 2000 in einem Vampir-Forum "Der Vampir-Club" veröffentlicht habe. Ich habe sie hier so übernommen, wie sie dort eingestellt sind. Ohne nochmalige Bearbeitung...
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Anmerkung:Eine Geschichte über den 2000jährigen römischen Unsterblichen Tiberius aus "Teufel in Engelsgestalt". Dieses Kapitel hatte ich schon mal als Weihnachts-Special in "Teufel in Engelsgestalt" drin, aber ich dachte, dass es hier besser passt. Diesmal überarbeitet, teilweise auch vom Inhalt her.
Nach vielen Wochen brach Tiberius wieder auf die Jagd nach Sterblichen auf, denn in letzter Zeit hatte er zweimal hintereinander eine ganz junge Vampirin in sein römisches Bad im Keller eingeladen, sich mit ihr vergnügt und sie dann ausgesaugt. Dieses Verlangen nach Artgenossen erwachte in der Regel bei den über 1000jährigen Unsterblichen. Es war eigentlich ein Tabu und bedeutete normalerweise die Vernichtung des Täters, aber die Ältesten tolerierten es in gewissem Rahmen. Tiberius musste ohnehin keinen Richter fürchten, denn er war der Stadtherrscher über Rom und Fürst über Italien. Somit war er die ausführende Gewalt über seine Untertanen und konnte sich gewisse Freiheiten erlauben. Es war allerdings besser wenn nichts von diesen Taten an die Öffentlichkeit geriet, denn die grassierenden Gerüchte in der Stadt schüchterten die jungen Unsterblichen stark ein und er durfte diese Ängste nun eine Zeit lang nicht weiter schüren. Es war einfach befriedigender für ihn, wenn er sich mit seinen immensen Körperkräften nicht zu sehr beherrschen musste, wie es bei Sterblichen nötig war, und er sich beim Trinken mehr gehen lassen konnte als sonst. Menschen waren für ihn zerbrechlich, wie Glas, doch die pulsierenden Körper und das heiße Blut entschädigten dann wiederrum dafür.
Mit einigen Sprüngen war er auf dem Dach des Pantheons, das nur eine Straße von seinem Palazzo entfernt lag, setzte sich nieder und hielt nach einem geeigneten Opfer Ausschau. Der Römer war unschlüssig, ob er eine Frau oder einen Mann nehmen sollte. Er ließ es einfach auf sich zukommen. Unter ihm schlenderten die vielen Touristen, die noch um das Pantheon unterwegs waren und gleich gegenüber saßen viele Menschen zum Abendessen in den Restaurants. Die Düfte von allerlei Speisen drangen zu ihm hinauf. Tiberius mochte diese Gerüche, auch wenn er kein Verlangen danach hatte, vor allem die würzigen italienischen Kräuter. Sein Blick schweifte über die zahlreichen besetzten Tische in einigen hundert Metern Entfernung und seinen scharfen Augen entging keine Kleinigkeit. Die meisten aßen Pizza oder Nudeln und tranken Wein oder Bier.
Bei einem Tisch mit vier jungen Frauen, blieb sein Blick schließlich hängen. Französinnen, die sich Pasta, Salat und Rotwein schmecken ließen und sehr vergnügt waren. Er bevorzugte generell Europäer als Opfer, denn sie hatten einen angenehmeren Duft als Amerikaner. Die rochen irgendwie ranzig und hatten oft so schwammige Haut. Wenn, dann wollte er schon eine attraktive Blutquelle, weil er es sich leisten konnte wählerisch zu sein, da er so selten trinken musste. Gab es keine besonderen kräftezehrenden Vorkommnisse, konnte er zwei Monate ohne Blut auskommen.
Eine Braunhaarige in einem roten Kleid fesselte ihn am meisten an diesem Tisch. Ihr helles Lachen, ihr Äußeres und wie sie an ihrem Glas nippte, gefielen dem Römer. Langes, gewelltes braunes Haar und dunkle Augen. Damit war seine Entscheidung gefallen. Nun wartete er geduldig ab und genoss solange ihren Anblick. Er sah auch in ihr Inneres und erfuhr ihren Namen. Der klang sehr schön.