Hier ist eine Sammlung meiner Kurzgeschichten.
Unter anderem die, die ich so um das Jahr 2000 in einem Vampir-Forum "Der Vampir-Club" veröffentlicht habe. Ich habe sie hier so übernommen, wie sie dort eingestellt sind. Ohne nochmalige Bearbeitung...
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Heute Abend wollte sich Magnus mit seiner Gefährtin Ivana zur Abwechslung mal wieder in das Nachtleben der Sterblichen begeben. Im Moment waren sie zu Besuch bei Ivanas' Schöpferin in Paris und betraten nun einen Club.
Seine süße, kleine Russin schob sich sogleich zielsicher durch die unzähligen heißen, weichen Leiber zur Tanzfläche. Der hellblonde Unsterbliche genoss jedes Mal dieses Gefühl an seinem unnachgiebigen Körper, wenn er eine Disco besuchte. Ohnehin empfand er immer die ganze Atmosphäre als sehr anregend. Die wogende, pulsierende Masse, die Hitze um ihn, das Dröhnen der Musik und das Vibrieren der Bässe in seinen Eingeweiden. Diese aufgeheizte Stimmung überall, nahm ihn jedes Mal gefangen. Jedoch konnte Magnus dem modernen Tanzen nicht viel abgewinnen, daher lehnte er sich lieber solange an einen Pfeiler und beobachtete seine zierliche dunkelhaarige Gefährtin, wie sie sich von der Musik mitreißen ließ. Dabei registrierte er manch gierigen Blick der sterblichen Männer auf ihren sexy Körper, der in einem engen schwarzen Kleid steckte. Ein leichtes Schmunzeln stahl sich auf seine Lippen. Vielleicht erhörte sie ja einen von ihnen heute Nacht und erlaubte ihm einen kurzen Quickie. Magnus wusste, dass seine Süße ab und zu gern von einem warmen, pochenden Schwanz gevögelt wurde und es genoss, wenn sich der heiße Samen in sie ergoss.
Nach einiger Zeit sah er sich dann weiter im Club um. Es schien noch voller geworden zu sein, als vorhin. Er schob sich vorsichtig durch die Menschenmasse, um niemandem weh zu tun.
Plötzlich fühlte er intensive Blicke auf sich und hörte kurz darauf in seinem Kopf: ‚Ist das einer?' Vorsichtig blickte er sich um und ortete schließlich die Quelle dieser Gedanken. Ein sterbliches Pärchen stand auf einer Treppe, sah ihn immer wieder verstohlen an und unterhielt sich. Magnus verstand nur ein paar Brocken Französisch, aber so wie er ihre Gedanken über sich interpretierte, schienen sie über Unsterbliche Bescheid zu wissen. Waren das Beobachter? Aber dazu starrten sie ihn zu offensichtlich an. Magnus würde auf der Hut sein müssen. Nicht, dass sie sich noch als Jäger entpuppten.
Es dauerte nicht lange, bis die Frau dicht an ihm vorbei und weiter zur Tanzfläche ging. In einiger Entfernung, wandte sie sich kurz um und nickte ihrem Freund zu. Was wollten die von ihm? Sex vielleicht?
Als Magnus dieser Frau mit den braunen, langen Haaren hinterher sah, hörte er auf einmal eine männliche Stimme neben sich auf Französisch sagen: „Salut, kommst du öfters hierher?" Der Unsterbliche wandte den Kopf und blickte auf einen dunkelblonden Mann mit kurzen Haaren, der ihn schwach anlächelte: „Ich spreche kaum Französisch. Amerikaner." Da wechselte der andere sofort ins Englische mit starkem Akzent: „Hi, kommst du öfters hierher?" Der Vampir schüttelte den Kopf: „Nein, heute zum ersten Mal." Magnus war sich sicher, dass die beiden anscheinend einen Dreier wollten. In ihren Blicken lag eine gewisse Erregung. Er wartete ab, was der Kerl zu sagen hatte.
„Ich möchte dir ein Angebot machen. Meine Freundin und ich würden gerne Blut tauschen." Magnus runzelte ungläubig die Stirn und der Sterbliche fuhr fort: „Höchstens einen halben Liter von jedem und dafür bekommen wir einige Schlucke von deinem." Der Unsterbliche lächelte perplex: „Was? Du bietest euer Blut an? Wie kommst du darauf, dass ich so etwas haben will?" Das Herz des Mannes beschleunigte vor Aufregung und Furcht: „Wir wissen was du bist. Das ist doch ein fairer Tausch." Da musste der Vampir lachen und entblößte dabei seine längeren Eckzähne mehr als nötig, um den Kerl einzuschüchtern. Doch dieser Anblick machte dem Menschen nicht das Geringste aus, sondern bestätigte ihn nur in seiner Vermutung.