Kapitel V

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Seokjin

Ich muss mich damit abfinden... Er wird wahrscheinlich nicht mehr auf...

Meine Gedanken werden unterbrochen.
,,Was ist los?"
Ich reiße meinen Kopf ruckartig hoch und schaue in Namjoons geöffnete Augen.
Ich öffne den Mund, weil ich eigentlich etwas sagen will, doch es kommen keine Worte hinaus.
Namjoon versucht sich aufzurichten und ich kann immer noch nicht realisieren was gerade passiert.
,,Du siehst aus als hättest du einen Geist gesehen." bemerkt der junge Mann.
Endlich kann ich etwas sagen, doch es kommt nicht mehr als ein ,,Namjoon" zustande, da mir kurz danach die Tränen kommen und ich schluchzen muss.
Als Namjoon dann sitzt und mich so anschaut, kann ich gar nicht anders als auf einem Bein zu ihm zu hüpfen und ihn in den Arm zu nehmen.
Namjoon scheint ziemlich verwirrt zu sein, was ihn aber nicht davon abhält auch seine Arme um mich zu legen. Dabei entkommt ihm aber ein kleines Zischen, da er wohl Schmerzen dabei hat. Als ich sein Zischen höre lasse ich ihn sofort los und entschuldige mich sofort bei ihm.
,,Macht nichts. Sag mir aber erstmal bitte, was überhaupt los ist. Warum weinst du?" antwortet er und ich muss kurz überlegen wo ich anfangen soll. Doch mein Mund ist mal wieder schneller als meine Gedanken.
,,D-du bist in Ohnmacht g-gefallen und warst nicht mehr an-ansprechbar. U-un-und i-ich..." weiter komme ich nicht, weil ich schluchzen muss.

Was muss er denn jetzt von mir denken?

Namjoon

Es zerreißt mir das Herz, wenn ich ihn so fertig sehe.
,,Jin, hör auf zu weinen. Sieh mich an."
Er hebt den Kopf und schaut mich mit roten Augen an.
,,Ich bin doch hier. Ich lebe und es geht mir gut." ich versuche ihn anzulächeln, doch ich glaube dass es nicht ganz so überzeugend gewesen ist.
,,Bitte, fake dein Lächeln nicht." Jin schnieft.

Das muss ich wohl noch üben.

,,Komm mal bitte her zu mir." ich breite meine Arme aus, um ihm zu signalisieren, dass ich ihn umarmen möchte.
,,A-ab.." ich unterbreche ihn, ,, Nichts 'Aber'. Komm her."
Seokjin zögert kurz, steht dann aber doch auf und kommt zu mir rüber. Er beugt sich über mich und umarmt mich so gut es geht. Auch ich lege meine Arme um ihn.
Für diesen Moment vergesse ich all das Geschehene und auch die Schmerzen blende ich aus.
Ich lächle.
Aufeinmal löst Jin sich aus der Umarmung und ich schaue ihn nur irritiert an.
,,Ist was?"
Der dunkelhaarige sieht mich nur schweigend an. Das beunruhigt mich und ich werde etwas nervös.
,,Sag schon, was ist los?"
Wieder, Schweigen.

Seokjin

Wie gerne würd ich ihm sagen, wie ich mich gerade fühle.
Was ich gerade für ihn fühle.

Ich versuche von meinem Schweigen abzulenken und meine nur ,,Wir müssen dem Arzt bescheid sagen, dass du wach bist."
Gerade als ich meine Hand in die Richtung des Knopfes bewege, hält er meinen Arm fest und sieht mir ernst in die Augen.
,,Sag mir erst was mit dir los ist." er duldet keine Widerrede und ich stehe wieder nur stumm da.
Namjoon richtet sich auf und deutet auf ein Stück freie Matratze.
Ich setze mich dort hin und richte meinen Blick auf den Boden.
,,Seokjin, was ist los? Wieso sagst du nichts?" Namjoon legt mir eine Hand auf meine rechte Schulter.
,,Das kann ich nicht." antworte ich fast tonlos.
,,Warum nicht?" er klingt so mitfühlend.
,,Weil... weil..." ich überlege kurz, doch mir fällt kein überzeugendes Argument ein, also antworte ich nur ,,Es ist einfach so."
Namjoon scheint etwas enttäuscht zu sein.
,,Tut mir leid. Vielleicht ein anderes mal, okay?" versuche ich ihn etwas aufzumuntern.
,,Mmh..." macht er nur zustimmend.
Ich warte noch kurz und drücke dann auf den Knopf, um die Arzthelferinnen zu holen.

Das Gemeinsame SchicksalWo Geschichten leben. Entdecke jetzt