James gähnte und rieb sich den Schlaf aus den Augen. Noch nie war er so früh an einem Sonntagmorgen auf den Beinen gewesen, doch als er die Treppen zum Gemeinschaftsraum hinunterstieg, spürte er, wie die Müdigkeit von Mal zu Mal von ihm abfiel. Julie war nicht dort, weswegen er sich an das warme Feuer setzte und im Kopf noch einmal durchging, was er alles für den Ausflug brauchte. Er hatte sich einen Rucksack gepackt, in welchem Wasser, ein dicker Umhang, sowie wie einige von Weasleys Scherzartikeln, die sich eventuell als nützlich herausstellen könnten, waren. Das einzige, was fehlte, war Proviant und was das anging, hatte Julie ihm in ihrer Nachricht geschrieben, dass sie sich darum kümmern würde.
James stand von seinem Platz auf und schritt zu dem Fenster. Der Himmel war noch immer wolkenlos und die Sterne strahlten hell, sowie der Mond, der wie eine gelbe Scheibe am Himmel klebte. Doch soweit James sehen konnte, wurde der Himmel im Osten schon deutlich heller und es würde nicht lange dauern, bis er sich lila färbte.
Es ertönten Schritte und James konnte noch gerade sehen, wie Julie durch das Portraitloch kletterte. Sie war in einen Mantel gewickelt und trug ebenfalls einen Rucksack auf ihrem Rücken. Ihre schwarzen Haare hatte sie nach hinten gebunden und im flackernden Licht des Feuers, sah ihre Haut nahezu gelb aus. James konnte nicht anders, als sie anzulächeln.
„Bist du soweit?", fragte sie und bizarrer Weise erwiderte sie sein Lächeln, wenn auch nur leicht und kaum sichtbar. James durchquerte den Raum, wobei er seinen Rucksack vom Sessel hob und ihn auf seinen Rücken schnallte.
„Immer doch!", meinte er. „Bist du bereit, den Verbotenen Wald zu betreten?", fragte er sie mit einem Grinsen. Julies Gesicht gefror und sie wurde sichtlich nervös.
„Aber sicher!", antwortete sie überzeugt und zusammen schlichen sie aus dem Gemeinschaftsraum. Wie es auch nicht anders hätte sein können, beschwerte die Fette Dame sich erstmal darüber, dass ihr Schlaf erneut unterbrochen wurde, doch Julie und James schenkten ihr keinerlei Aufmerksamkeit. Vielmehr waren sie bedacht darauf, niemanden über den Weg zu laufen. Schließlich würden die meisten es als verdächtig empfinden, wenn zwei Schüler sich am Morgen um sechs Uhr mit Rucksäcken beladen aus dem Staub machten. Und das alles an einem Sonntag noch vor Sonnenaufgang.
Sie schwiegen und es dauerte nicht lange, da waren sie auch schon draußen und strichen über die Ländereien. Es war eisig kalt, obwohl das Wetter schon um einiges besser war, als vor noch einigen Monaten. James zitterte und überlegte, seinen Umhang aus dem Rucksack zu holen, beschloss allerdings zu warten, bis sie sicher im Wald verschwunden waren, schließlich mussten sie sich beeilen, um die Wahrscheinlichkeit, von einem Frühaufsteher beobachtet zu werden, zu minimieren.
„Wir hätten fliegen sollen, das wäre schneller", meinte James und legte einen Schritt zu, wobei Julie offensichtlich Probleme damit hatte, mit ihm mitzuhalten. Doch sie schlug sich tapfer.
„Ja, aber dann hätten wir Professor Wilson erklären müssen, wo wir die Sache mit den Besen her haben", erwiderte Julie und klang leicht außer Atem. James verlangsamte sein Tempo wieder ein wenig.
„Hat Miss Llewellyn denn noch nie etwas von lügen gehört?"
„Hat sie sehr wohl, aber sie findet, dass das Schummeln gleich kommt und Miss Llewellyn schummelt nicht", erwiderte Julie genervt und dennoch konnte James einen Funken Belustigung in ihren Augen erkennen. Er selbst wusste nicht genau warum, denn so übermäßig lustig war ihr Kommentar nun wirklich nicht, und dennoch konnte er es nicht verhindern, laut loszulachen. Julie sah in irritiert an und erinnerte ihn daran, dass sie sich beeilen mussten, indem sie schneller ging.
Die Grenze des Verbotenen Waldes rückte immer näher und Julies Schritte wurden immer langsamer. James verlangsamte sein Tempo mit ihr, damit sie sich nicht allzu schlecht fühlte. Er wusste genau, wie nervös er damals gewesen war, als er zum ersten Mal in den Wald gegangen war und demnach wusste er, wie schwer es einem doch fallen konnte. Sie waren nur noch einen Schritt entfernt, als Julie schließlich stehen blieb, ihren Zauberstab zückte und in die Dunkelheit starrte. James nahm seinen Zauberstab ebenfalls zur Hand und sah Julie von der Seite an. Ihr Kopf drehte sich zu ihm und er sah Entschlossenheit in ihren Augen.
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Warum ich James Sirius Potter hasse [HP NextGeneration]
FanfictionAls James eines Abends eine Liste findet, die Gründe aufzeigt, warum man ihn hassen müsste, beschließt er alles zu tun, damit die Person die meisten Gründe wieder ausradieren kann. Doch warum ist das nur so schwer? Und warum kommen nach und nach imm...
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