Kapitel 6: Desperate

1K 76 18
                                        

2 Tage zuvor

Emma pov.

Sobald ich meine Augen öffnete, wusste ich bereits wo ich mich befand. Ich befand mich erneut in dem weißen Raum, indem sich nach wie vor kein einziges Möbelstück befand; und doch erschien er mir so bekannt.

In der Sekunde, in der ich erkannte, wo ich war, wollte ich aufwachen. Ich wusste, dass Schmerzen folgen würden, wenn ich mich nicht zwingen würde, aufzuwachen. Und obwohl ich wusste, dass ich träumte, konnte ich nichts gegen den Drang tun, dort zu bleiben.

Ich wollte wissen, was geschah und vor allem wollte ich auch nur ein Stück von Niall sehen, oder ihn auch nur hören. In meinen Träumen konnte ich nach wie vor nicht dem verzweifelten Drang widerstehen, mit Niall zusammen sein zu wollen.

Nur für einen Moment schloss ich die Augen und als ich sie wieder öffnete, sah ich wie die mir schon bekannte schwarze Farbe die irrealen weißen Wände herunter lief, und ich wusste was folgen würde.

Ich betrachtete ruhig die dicke, schwarze Farbe, doch mein Körper versteifte sich, war bereit für jeglichen Schmerz, der mir diesmal zugefügt werden würde.

Doch diesmal geschah nichts, als die Farbe das erste Viertel der Wand erreicht hatte, und somit legte ich den Kopf verwundert schief, meine Augenbrauen zogen sich fragend zusammen.

Die schwarze Farbe, die langsam so aussah, als wäre sie so heiß, dass sie kochen würde, hatte bald die Hälfte der hohen Zimmerwände erreicht.

Und sobald die Hälfte erreicht worden war, machte sich, unerwartet, der mir bereits bekannte Schmerz in meinem Kopf bereit. Augenblicklich schloss ich meine Augen, meine Hände schossen zu meinen Schläfen, versuchten, den Schmerz in irgendeiner Weise erträglicher zu machen.

Ich sank auf meine Knie und beugte mich schmerzerfüllt vor, doch das Dröhnen im Inneren meines Schädels schien wie zuvor nicht nachlassen zu wollen.

Schnell ging das Dröhnen in ein hohes Piepsen über, welches so schrill in meinem Kopf und meinen Ohren erkling, dass ich glaubte, taub zu werden. Tränen stauten sich in meinen Augen auf und ich machte keine Anstalten sie davon abzuhalten, meine Wangen hinunter zu laufen.

Während die Tränen meine Wangen hinunter strömten, wurde das Piepsen langsam leiser, doch es war nichts im Vergleich zu der zerbrochenen Stimme, die ich danach vernahm. Wie zu erwarten war es Niall, dessen Stimme in meinem Kopf dröhnte.

"Ich will sie einfach nur zurück.", hörte ich ihn schluchzen. "Wieso tut sie mir das an?", schrie er plötzlich. Die kurze Stille, die darauf folgte, war erneut mit dem schrillen Laut gefüllt.

"Wieso tust du mir das an, Emma? Ich dachte du liebst mich!", rief er. Weitere Tränen strömten aus meinen Augen, weitere Schmerzensschreie verließen meine Kehle.

"Ich weiß!", schrie ich zurück. "Ich weiß, was ich getan habe, hör auf damit!", fuhr ich fort, mein Körper sank nun völlig schlapp auf den Boden, meine Hände fielen an meine Seiten, zu erschöpft um weiterhin zu versuchen die Schmerzen zu lindern.

"Ich hasse dich.", hörte ich nun eine leise Stimme sprechen. Ein weiterer Schrei verließ meine Kehle, doch er ging in ein Schluchzen über. "Nein!", rief ich zurück, neue Tränen verließen meine Augen.

Dreaming again • n.hGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt