Kapitel 8: Surprise

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Emma pov.

Weiße Wände, weißer Boden, weißer Raum. Ich seufzte und setzte mich nieder, wissend was folgen würde.

Schon bald lief die schwarze Farbe die weißen Wände hinunter und erreichte dabei ein viertel, die Hälfte, drei viertel und schließlich den Boden. Doch der mir bekannte Schmerz folgte diesmal nicht.

Die schwarze Farbe lief nicht den Boden entlang, sondern stoppte genau an dessen Anfang, als wären die Wände lediglich schwarz gestrichen worden. Ich sah mich verwundert um, doch nichts geschah. Keine Schmerzen, keine Stimmen, keine Bilder.

Deshalb saß ich lediglich auf dem weißen Boden und wartete. Ich wusste nicht genau auf was ich wartete, doch so oder so geschah nichts.

Dies war die erste Nacht seit langem, die ich durch schlief. Doch es war kein guter Schlaf, es war ein unruhiger Schlaf gewesen. Ich weiß nicht, ob die leere dieses Traumes die Leere repräsentierte, die ich in sowohl mir als auch Niall verursacht hatte, doch ich hoffte, dass ich von nun an nichts mehr träumen würde.

-

Der nächste Morgen verlief in Stille. Natürlich erinnerten sowohl Thomas als auch ich uns an unseren gestrigen Kuss, doch anscheinend wollte keiner von uns beiden darüber reden. Wir redeten auf der Fahrt zur Schule über normale Dinge und er fragte nicht, was ich geträumt hatte oder wieso ich nicht wie üblicher Weise geweint hatte.

Er schien unverändert zu sein. Ich hingegen, war die ganze Zeit unentschlossen ob ich auch wie er so tun sollte, als wäre der Kuss nie passiert oder ob ich ihn nicht einfach zu mir ziehen und ihn erneut küssen sollte.

Immer wieder ertappte ich mich dabei wie mein Blick auf ihn und insbesondere auf seine Lippen fiel, doch ich presste meine Lippen lediglich aufeinander und zwang mich ihm zuzuhören ohne, dass meine Gedanken zu sehr abdrifteten.

In der Schule angekommen, zog ich sofort Bea zu mir und berichtete ihr von Thomas und meinem Kuss.

"Wie bitte?", fragte sie energisch, ihre Stimme hoch und etwas zu laut. Einige Schüler, die an gegenüberliegenden Schließfächern standen, wandten kurz ihre Blicke auf uns, darunter auch Thomas und Isaac.

Ein kleines Grinsen schlich auf Thomas Lippen und ich ließ aus Frustration meinen Kopf gegen mein Schließfach sinken. "Oh,", bemerkte nun auch Bea und beugte sich näher zu mir. "sorry." "Und jetzt kann ich an nichts anderes denken als ihn wieder zu küssen.", beichtete ich leise. Bea grinste ab meiner Antwort, woraufhin ich meine Augen verdrehte.

"Em, jetzt mal ehrlich, was ist denn so schlimm daran?", fragte sie mich. "Vielleicht ist es an der Zeit über Niall hinweg zu kommen. Und zwar mit Thomas.", erwägte sie. Mein Blick fiel unsicher auf den Boden als ich mich mit dem Rücken gegen mein Schließfach lehnte. "Was hast du denn letzte Nacht geträumt?", fragte sie weiter.

Ich runzelte meine Stirn als ich über meinen Traum nachdachte. "Es ist nichts passiert letzte Nacht. Keine Erinnerungen, keine Bilder, kein Niall.", erklärte ich, mein Blick ruhend auf meiner besten Freundin.

"Siehst du? Noch ein Grund mehr.", entgegnete Bea. "Wie meinst du das?", fragte ich. "Na vielleicht waren diese Träume jetzt das Ende von euch, vielleicht war es das jetzt. Keine Träme mehr, keine Gefühle mehr..", deutete sie vorsichtig an.

Mein Blick fiel erneut auf den Boden als ich darüber nachdachte, ob ich überhaupt wollte, dass es vorbei war. Ich wusste nicht ob ich ertragen könnte so einen wichtigen Teil meines Lebens hinter mir zu lassen. Doch dann fiel mein Blick auf Thomas.

Er stand auf der anderen Seite des Flures neben Isaac und ich sah zu, wie er über etwas lachte und dabei einige Bücher in seine Tasche gleiten ließ. Ohne dass ich es wirklich wollte oder bemerkte, verzogen sich meine Lippen zu einem Lächeln.

Dreaming again • n.hGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt