Kapitel 7 - Bücher und Straftaten

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Ich seufze laut und gehe zu den Büchern der linken Ecke. Wir haben indirekt beschlossen uns aufzuteilen. Hier gibt es alles an Büchern... vom Zaubern zu Volksgeschichten. Es könnte uns alles helfen, was es nicht wirklich leichter macht. Plötzlich bemerke ich ein leises Poltern hinter mir. Als ich mich jedoch zögerlich umdrehe, erfassen meine Augen ein kleines Mädchen. Es hat ein blaues, schickes Kleid an. Das Mädchen scheint eine reiche Familie zu haben, aber von der ist hier keine Spur. "E..Entschuldigung!", stottert sie und hebt das Buch auf, was ihr wohl eben heruntergefallen ist. "Huh? Das ist doch kein Problem! Kann ich dir helfen?", ich lächel sie freundlich an, wissend wie schwer es für sie sein muss, mit Leuten zu sprechen. Sie ist nur etwas kleiner als ich und hat lange, schwarze Haare. Das Mädchen stottert weiter: "A... Also ehrlich gesagt k..könnten sie mir e...etwas vorlesen? Ich b...bin nicht gut im Le..sen." Ehrlich gesagt haben wir dafür keine Zeit, aber ich kann das kleine Mädchen wohl nicht versetzen, also erbarme ich mich dazu, ihr etwas aus dem Buch vorzulesen. "Okay!", sage ich knapp und breit lächelnd, "Das Buch soll es sein, junge Dame?" Sie kichert etwas und nickt dann: "Hihi, das wäre nett!", nun lächelt sie auch. Vorsichtig nehme ich mir das alt wirkende Buch. Kurz darauf schlägt sie eine Seite auf, die wie in einer anderen Sprache geschrieben scheint. Langsam drehe ich meinen Kopf zur Seite und starre auf die Schriften. "M-Moroi furinim bestika soi bi ni uruketur zeno? Nona funio eh.", lese ich angestrengt vor, bevor ich das Mädchen anstarre: "Was heißt das?"
Das Kind lächelt mich jedoch nur an und will wieder gehen, doch überredet sie irgendetwas doch dazu, ein paar Worte zu sagen: "Das ist ein Spruch, der meiner Familie hilft. Nun können wir vielleicht endlich wieder... glücklich leben." Ohne, dass ich noch eine Frage stellen kann, geht sie aus der Tür. Warum bekomme ich nie vollständig Antworten?!
Seufzend widme ich mich wieder der Suche nach helfenden Büchern. Ich nehme ein paar aus dem Regal und fange an zu lesen. Es ist, wie eine Sage oder vielleicht eine Legende.
Die Legende erzählt von eher aktuellen Dingen. Interessant?

Das Land wurde angegriffen von unbekannten, dunklen Mächten. Sie waren wie Schatten oder Dämonen. Die Menschen suchten einen Fluchtort und so entstand diese Stadt. Sie wird von einem Schutzzauber des Königshauses bewacht. Die Könige waren schon immer mächtige Zauberer.

Das heißt... das Königshaus könnte uns behilflich sein. Garantiert haben sie einen Ort für ihre Niederschriften. Ein Archiv.

In dem Moment, in diesem ich mich umdrehen will, um zu meinen neuen Freunden zu gehen, kommen mir zwei junge Männer entgegen. Solche Leute wollten nie etwas gutes von mir, also schleiche ich mich vorbei, bis ich plötzlich einen Druck an meinem Arm spühre. "Lass mich los!", fauche ich die Person böse an und versuche jemanden mit meinen Augen zu finden. "Bestimmt nicht.", lächelt der junge Mann hämisch. "Mir sollte man nicht auf die Nerven gehen, Mister Obercool.", ein breiteres Lächeln lässt ihn wieder antworten "Ach, sonst was? Was willst du nur tun?" "Du bist weder intelligent, noch hast du Mut. Was willst du bitte mit deinem Kumpel?", schnell entreiße ich ihm meinen Arm und laufe schnaufend weiter, um dann plötzlich die Zwei vor mir zu sehen: "Echt jetzt? Zwei gegen eine Dame? Wie unhöflich!"
Ich balle meine Hände zu Fäusten und starre beide herausfordernd an. Das hat uns grade noch gefehlt. Nach einigen halben Sekunden des Wartens drängl ich mich zwischen beiden durch, finde mich kurz darauf aber auf dem Boden, am Rücken fixiert wieder: "Lass mich los, du Schwein!", schreie ich, laut genug, dass man mich gut hört und versuche mich darauf aus dem Griff zu befreien, vergeblich. "Was denn? Verzweifelt?", leicht lachend meldet sich Nummer 2 "Nein, ich bevorzuge nur nicht auf EINEM BODEN FESTGEHALTEN ZU WERDEN!", knurre ich und fahre fort: (Warnung) "Ich reiß dir die Hand vom Gelenk und erwürge dich damit! Dein Freund wird aber nicht schlechter sterben!", doch schreie ich ihn vergebens an.
Dachte ich zumindest. Plötzlich wirft Kuro den, der mich festhält auf den Boden. Ich stehe auf und schlage dem Anderen mit voller Kraft ins Gesicht. "Danke, Kuro!", sage ich erleichtert. Er ist wie ein Schutzengel.. Ist er einer? Schließlich scheint hier alles möglich zu sein. "Kein Problem!", gibt er zurück und tritt dem Zweiten von beiden nochmal ins Gesicht. Beide stehen schnell auf und rennen aus der Bibliothek.. Kein gutes Zeichen. Das bessere Zeichen ist, dass Sayu nun auch zu uns rennt: "Was ist passiert?! Ist jemand gestorben?!", erschrocken schaut sie zu mir. Nach kurzem Überlegen kann ich ihr antworten: "Sagen wir einfach-" Passend werden meine Worte von den Stadtwachen unterbrochen: "Ihr habt die zwei hier schwer verletzt?". Wir alle starren die Wachen an, jedoch merke ich, dass es nichts bringt zu diskutieren, also nicke ich einfach: "Nachdem ich belästigt wurde." "Wohl eher nicht von meinen Jungen.", die ältere Wache sieht uns fordernd an. Ich hatte Recht. Wir haben keine Chance. "Ich gebe lieber gleich auf.", sage ich und gehe zu den Wachen. Auch Kuro und Sayu lassen mich nicht allein. Irgendwie kommen wir da schon wieder raus. Eventuell bin ich zu dünn für die Gitterstäbe oder irgendwas ist brüchig. Ich hoffe es...

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