Der Aufbruch

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Der Aufbruch

Zusammen mit allen anderen aus dem Team stand ich im Flur, der an einer Tür endete. Diese Tür ist wahrscheinlich die sicherste Tür der ganzen Welt. Sie verfügt über Spracherkennung, IDCart-Erkennung, Netzhauterkennung, Fingerabdruckserkennung und dann wird noch das Gesicht mit den anderen Gesichtern in der Kartei verglichen. Neben bei ist es eine 10 Meter dicke Titantür. Das Schloss ist aus Diamant, einem der härtesten Stoffe der Welt.

Jeder vom Team hatte seinen Koffer dabei und die Handtasche umgehängt. Seinen Pass im Anschlag und zwei von und fünf hörte sogar schon fleißig Musik. Dazu hatte jeder von uns unter seinem Mantel, weil es draußen um die 10 grad war, eine Karte, die bewies, dass wir Waffen besitzen dürfen. Denn unsere „Protect Persons“ sind nicht in der UK, sondern in Norwegen und danach in Schweden. Also werden wir fliegen müssen.

Ich hörte Schritte näher kommen. Klack, klack, klack,klack…! Das müsste dann wohl “Der Drachen” sein. „Der Drachen“ ist Miss Shelter, eine mindestens 48 Jahre alte Frau mit strengem Dutt und einem nicht gerade einladenden Auftreten. Sie ist eine der Kontaktpersonen, die uns zu unseren Einsatzorten begleitete, letzte Informationen mitteilte und  immer auf Abruf in der Nähe war, wenn wir etwas bemerken. Mein Griff um den Koffergriff verstärkte sich und mein Blick wurde eiskalt. Unbewusst nahmen alle eine gerade Haltung ein und diejenigen die Musik hörten nahmen die Kopfhörer ab.

„So meine Damen. Los geht’s!“, die schneidende Stimme vom „Drachen“, durchsäbelte die Stille und sie schritt an uns vorbei und ging zur Tür. Genau davor blieb sie stehen, zog ihre IDCart heraus und steckte sie in den dafür vorgesehenen Schlitz, unterzog sich einem Netzhautscanning, drückte ihren Finger auf das Fingerabdruckscangerät, sagte monoton ihren Namen und ihre Zahl in das Mikro und ließ ihr Gesicht abgleichen.
Mit einem kaum zu hörendem Klack entriegelte sich die Tür und schwang leise auf. Dahinter erstreckte sich noch ein Gang, der in einem großen Raum voller Autos endete. Mit ihren Hochhackigen Schuhen stöckelte Miss Shelter zu einem Audi und schloss ihn durch das einmalige drücken auf dem Schlüssel auf. Danach verschwand sie im inneren des Autos auf dem Fahrersitz. Das Team folgte. Ich saß, weil ich die älteste war und die Second Kontaktperson, auf dem Beifahrersitz. Mein Koffer hatte ich schon vorher im Kofferraum verschwinden lassen und meine Tasche hatte ich auf meine Beine gelegt. Der Rest verzog sich auf die Rückbänke. Automatisch öffnete sich das Garagentor und ein Schwallschnee flog in die riesige Garage. Man könnte es auch als Privat Parkhaus betrachten. Geschwind wandte Miss Shelter den Wagen und drückte das Pedal durch, dass die Reifen durchdrehten. Dann rasten wir mit einer bestimmt NICHT erlaubten Geschwindigkeit in die kalte Winterlandschaft.


Es dauerte nicht einmal 15 Minuten, bis wir den Wald hinter uns ließen, unter dem das Hauptquartier lag. Die vereiste Straße machte uns keine Probleme und ohne Umschweife kamen wir in der Stadt an, wo Miss Shelter das Tempo auf eine annehmbare Geschwindigkeit drosselte. Wenige Minuten später kamen wir am Flughafen und wurden ohne viel Stress zum Flugzeug geführt. Die Gesellschaft „Angels“ verfügt über zehn Privatjets und zwei Großeinsatzflugzeuge, plus vier Hubschrauber. Alle sind in einer Halle auf dem Flughafen „Heathrow“ untergebracht.

Mein Koffer wurde schnell in einen Privatjet eingeladen und meine blaue Tasche schlenkerte an meiner rechten Seite, der Gurt lag schwer auf meiner rechten Schulter und ständig rutschten meine Haare darunter.


Endlich konnten wir der eisigen Kälte entfliehen und saßen im Flugzeug auf Lederbezogenen Sitzen. Jeder hat eine Wasserflasche vor sich stehen und drei Sandwiches auf einem Teller vor sich auf den Flugzeugtischen liegen. Ich saß mit Iceangel3465 zusammen, deren Tarnname Victoria Miller lautet.  

Kaum saßen wir, zog sie schon ihre Informationsblätter aus der Tasche und breitete sie vor sich aus. Niemand von uns hatte mit anderen ausgetauscht, wen wir beschützen mussten. Doch als ich auf ihr Blatt schielte sprang mir der Name: ZAYN MALIK entgegen. Aha, der Spiegeltyp also. Sie nickte mir nur kurz zu, als sie meinen Blick sah und las weiter. Bis jetzt hatte niemand, auch nach diesen zwei Wochen Training nicht, mit jemanden von den anderen gesprochen. Auf Freundschaften legten wir sowieso keinen Wert, aber wir sollten uns langsam mal absprechen. Kaum schwebte das Flugzeug in der Luft, schnallte ich mich ab und stellte mich genau dorthin wo es zur Pilotenkabine ging hin und schlug zweimal in die Hände.

„Also ich bin Iceangel2445, doch für euch lieber Luzianna Stone.“, ich sah jeden durchdringend an. Niemand wandte seinen Blick ab. „Ich bin eure second Kontaktperson. Ich werde alles zu Mister X oder Miss Shelter weiterleiten. Wir werden uns alle zwei Tage treffen und am Ende der Woche, werde ich ein Statement abgeben müssen.“, alle nickten zustimmend. „Nun möchte ich, dass jeder den anderen mitteilt, wer seine „Protectperson“ ist. Erst schaute ich das Mädchen mit den schwarze Haaren an, weil sie mir am nächsten saß. „Mit Namen bitte!“, fügte ich noch hinzu. Sie seufzte auf und setzte sich gerade hin. „Hope Schneider und ich beschütze Harry Styles.“, sagte sie mit kalter Stimme und schaute mir unerbittlich in die Augen. Langsam nickte ich und schaute zu dem Mädchen, was außer dem harten Blick sehr nett und für Jungs ziemlich süß und schwächlich aussieht, wenn die wüssten! „Ich heiße Meliss Baker und werde Liam Payne beschützen.“, kurz schüttelte sie ihre haselnussbraunen Haare und schaute mich aus harten, kalten Augen an. Wieder nickte ich nur lenkte meinen Blick zu dem Mädchen was zum ersten Treffen zu spät kam. Wo sie auf dem ersten Blick ein wenig Konfus wirkte, so radierte sich dieser erste Blick aus jedem Gehirn, wenn man sie nur einmal kämpfen sah. Eine Kampfmaschine ohne Skrupel. „Mein Name ist Pia McGrave und werde Louis Tomlinson beschützen.“, sie lächelte mich an, aber es war ein falsches Lachen, weil niemand von uns Freude empfand. Das Mädchen was ich schon kannte und neben mir saß guckte mich nur gelangweilt an und sagte mit monotoner Stimme: „Ich heiße Victoria Miller und werde Zayn Malik beschützen.“ „Gut, meinen Namen kennt ihr ja und ich werde Niall Horan beschützen. Nun noch ein paar Dinge die ich ansprechen möchte, aber jeder wahrscheinlich schon tausendmal gehört hat. Also bei verdächtigen Dingen sofort zu mir kommen, keine Freundschaften mit den Protectpersons und auch keine Liebesbeziehungen, denn ihr werdet sie verlassen müssen entweder tot oder lebendig, haltet euch im Hintergrund und macht sie nicht auf euch aufmerksam, wenn wir auf der Bühne sind, dürft ihr nicht den Überblick verlieren und auf jede Person achten. Doch geht nicht auf jeden los, der etwas auf die Bühne schmeißt, sondern greift nur ein, wenn das Leben von eurer Person davon abhängt. Seid immer in der Nähe von der Person, doch verfolgt sie unauffällig. Macht euren Job gut! Viel Glück euch allen, die erste Besprechung ist, ein Tag nach unserer Ankunft, danach im zwei Tages Rhythmus.“, Miss Shelter nickt mir zu und ich setze mich hin. Jeder hatte sich seine Informationsblätter genommen und studierte sie. In zwei oder drei Stunden werden wir an unserem Ankunftsort sein. Norwegen oder eher Oslo.


Das Flugzeug ruckelte und die Stimme des Piloten kündigte an: „Wir werden in wenigen Minuten in Oslo auf dem Flughafen „Gardermoen“ landen. Ich danke für Ihr Vertrauen.“
Alle richten sich auf und ließen ihre Blätter in der Tasche verschwinden und machten sich Ausstiegs bereit. Die ersten verzogen schon das Gesicht zu einem grinsen, denn jetzt werden wir auf unsere Protectpersons treffen. Okay, zu erst werden wir auf einen gewissen Paul treffen.

Die Nase des Flugzeuges senkte sich und langsam schwebten wir gen Boden und nach einem kurzen Moment ging ein Ruck durch das Flugzeug. Wir sind gelandet. Draußen schlugen dicke Schneeflocken gegen die Scheiben des Flugzeuges. Es dauerte nicht lange und wir kamen auf dem Stellplatz unseres Jets an und durften uns abschnallen. Ich zog mir meinen Mantel an und setzte mir meine Pudelmütze auf das braun-kupferne Haar. Meine Hände ließ ich in Stoffhandschuhen verschwinden. Danach schnappte ich mir meine Tasche und hängte sie über meine rechte Schulter. Ich verließ nach Miss Shelter das Flugzeug, da ich der Teamkäptain bin, alle anderen sind mir unterstellt. Bei uns bestimmt die Erfahrung und das können über die Rangliste.

Draußen erwartete uns der Schnee und ein Flughafenmitarbeiter drückte mir meinen Koffer in die Hand. Ohne mit der Wimper zu zucken und ohne ein weiteres Wort ging ich an ihm vorbei. Ich folgte Miss Shelter in einen Vorraum, bevor man in die Flughafenhalle gehen würde. Ab hier würde sie uns verlassen. Kurz vor der Tür drehte sie sich zu uns um und schaute jeden von uns scharf an.
„Ihr kennt die Regel, befolgt sie!“, einstimmiges nicken von unserer Seite. Danach verschwand sie durch die rechte Tür.
„Ihr habt sie gehört. Smile!“, jeder setzte sein offenstes und falscheste Lächeln auf und mit mir an der Spitze machten wir uns auf den Weg in die Terminalhalle.

Regeln zeigen uns, dass wir alle einer höheren Macht unterstellt sind und einer unserer Regeln hatte mit dem Tode zu tun.  

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OceanBlue

Angels in Sneakers- Leben um zu sterben //BeendetWo Geschichten leben. Entdecke jetzt