17. Kapitel: Charles

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"Fühlt ihr euch fit genug, euren Unterricht normal zu machen?", fragte ich in die Stille hinein. Logan bejahte natürlich und auch Hank.
"Ich...ich könnte doch Storms Unterricht übernehmen...", schlug Blace zögernd vor.
"Meinst du, du schaffst das?", hakte ich besorgt nach.
"Natürlich, das geht schon."
"Na gut...", stimmte ich zögernd zu.

Vier Stunden später saßen zwei weitere Personen in der Krankenstation - zwei lachende Jungs, die bei Blace Training angefangen hatten, sich zu prügeln.
"Sei froh dass ihnen nichts ernstes passiert ist."
"Ich pass schon auf!", murmelte sie augenverdrehend. "Lehrer sein macht hier sogar Spaß. Wenn ich doch nur nicht mehr selber in den Unterricht müsste..."
"Schau mich nicht so an, davon kann ich dich nicht freisprechen. Wenigstens dieses Jahr musst du noch abschließen!"
"Ich will aber nicht!", quengelte sie weiter.
Geschrei von hinten beendete unsere sinnlose Diskussion. Die beiden Jungen hatten schon wieder angefangen zu streiten.

"Nach allem was also heute passiert ist, muss ich leider folgende Regeln aufstellen:
- Das Haus wird immer in mindestens Dreiergruppen verlassen!
- Das Gelände wird nur mit einem Erwachsenen, das heißt in dem Fall mindestens 20-jährigen ' dabei warf ich Blace einen warnenden Blick zu ' verlassen und muss sich davor entweder bei mir oder Ororo, Logan, Scott, Jean oder Hank abmelden.
- Keiner benutzt seine Fähigkeiten in der Öffentlichkeit oder redet darüber.
Diese Einschränkungen tun mir wirklich leid, aber es ist zu eurem eigenen Schutz - und vor allem zu dem von Blace und Logan.
Ihr könnt jetzt bis zum Abendessen nichts machen was ihr wollt, aber haltet euch an die Regeln!"

"Was soll das?", fragte Blace wütend nachdem alle gegangen waren. "'Nur mit Leuten über 20 das Gelände verlassen' 'Immer in Begleitung rausgehen, sodass gepetzt werden kann sobald man scheiße baut'!"
"Ich will nur verhindern das euch irgendwas passiert."
"Vielleicht stimmt das sogar, aber das macht es nicht besser das du mir meine komplette Freiheit nimmst! Ich bin 9 Jahre lang allein durch die Gegend gezogen, ohne Begleitung oder Babysitter! Glaubst du wirklich, ich könnte nicht auf mich selber aufpassen?!"
"Du kannst dich vielleicht gegen das Jugendamt wehren, aber hier geht es um eine mächtige Mutantin die Jagd auf euch macht!"
"Die ersten sieben Monate alleine war ich in Grönland. Und falls du es nicht weißt, dort muss man nicht nur der Kälte trotzen! Als ich gerade mal neun war, habe ich einen Grizzly getötet.
Ein paar Jahre später bin ich einem Mutanten begegnet, der mich in sein Team holen wollte. Ich hab ihn schwer verwundet und bin mir zwei Kugeln in der Schulter geflohen."
"Das tut gar nichts zur Sache!! Ichll nicht dass du dich wieder Allem widersetzt! Ich bin dir dankbar für die Rettung heute Morgen, aber wenn du so etwas noch mal machst...ich könnte es niemals verantworten, wenn dir etwas passiert!"
"Ach, würde da dein Gewissen nicht mitspielen oder was? Tu doch nicht so scheinheilig! Es würde deine Autorität schwächen, das ist alles! Immer wenn ich glaube, zwischen uns wäre alles gut, kommst du mit so was. Mir reicht's. Wenn ihr morgen früh noch hier bin, kannst du froh sein!"

Sie hatte sich tatsächlich schon wieder in ihrem Zimmer eingeschlossen! Warum konnte ich nicht einfach mal alles richtig machen?
Moment mal...hatte sie gerade Schluss gemacht?

"Logan? Können wir bitte reden, es ist wirklich wichtig!"
"Worum geht's?", fragte er und öffnete einladend die Zimmertür.
"Eigentlich sind es zwei Sachen. Als erstes wäre da das Treffen morgen. Du willst doch wohl nicht hingehen oder?" Ich ließ mich in einen Sessel fallen, stand aber schon​ nach Sekunden wieder auf und lief ungeduldig im Raum auf und ab.
"Ich glaube ich muss. Ich habe keine Wahl. Es geht um unsere Sicherheit, wie du bereits sagtest.  Sonst haben wir gar keine Ruhe mehr."
"Willst du Blace mitnehmen? Sie hat es schließlich gefordert."
"Auf gar keinen Fall!"
"Gut. Damit wären wie auch schon bei Punkt zwei." Dann erzählte ich ihm alles, was in den letzten Wochen passiert war. Zwischen Blace und mir.
Ich hatte keine Ahnung was er dachte, sein Gesichtsausdruck war undurchdringlich. Als ich geendet hatte saß er eine Weile schweigend da, dann blickte er mit einem schalkhaften Grinsen in den Augen zu mir auf. "Du knutschst also seit Wochen heimlich, hinter meinem Rücken, mit meiner Tochter rum?"
"Darum geht es doch jetzt gar nicht!"
"Oh doch, sehr wohl tut es das. Ich dachte wirklich, zwischen euch wäre es aus! Starkes Stück, sowas vor mir zu verheimlichen!"
"Naja, jetzt ist es ja wohl doch aus..."
"Das ist es nicht! Du musst dir nur ein bisschen mehr Mühe geben. Lass ihr Zeit sich zu beruhigen und dann überrasch sie mit irgendwas Nettem."
"Das Problem ist, das wir keine Zeit haben! Wenn sie morgen geht... ich weiß nicht was ich dann tun würde. Aber egal was passiert, sie darf auf keinen Fall erfahren dass du zu dem Treffen gehst!"

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