Wenn
Wenn ich dich liebe, liebst du mich auch?
Wenn ich falle, fängst du mich auf?
Wenn ich gehe, bleibst du bei mir?
Mein Herz ist immer noch bei dir.
Ich bliebe
Der Tag, die Sonne, der Stern.
Das Mädchen, die Liebe
Ich habe dich gern
Und hätt g...
Der Tag, die Sonne, der Stern. Das Mädchen, die Liebe Ich habe dich gern Und hätt gern ich bliebe.
~<>~
~ Aria ~
Die Sonne ist schon fast im Meer versunken, als ich mich wieder von ihm löse. Schnell bringe ich erneut etwas Abstand zwischen uns. Die Nacht ist klar und kalt. Am Himmel blitzen bereits die ersten Sterne auf. Das Gefühlschaos, das vor kurzem noch in mir tobte hat sich gelegt. In dieser Umarmung habe ich meine Ruhe wiedergefunden. Die Leute haben immer gesagt, dass ich wie ein Pendel bin, dass sich zwischen den Eigenschaften meiner Eltern hin und her bewegt. Mal handle ich ruhig und vorausschauend wie mein Vater, manchmal kommt die impulsive Seite meiner Mutter zum Vorschein. Aber, egal ob sie damit recht haben oder nicht, nun bin ich bereit für die Geschichte meines Vaters. Er erzählt sie mir mit ruhiger Stimme, so wie er es früher schon getan hat. Während er spricht verblassen auch die letzten Sonnenstrahlen und ich beginne mich in seiner Stimme zu verlieren. Sie trägt mich an einen Fernen Ort, einen Ort an dem ich mir mein eigenes Urteil bilden kann. Nur ein einziges Mal bricht seine Stimme, an der Stelle, an der es darum ging wie er gesehen hat, dass es uns immer schlechter ging. An der Stelle, an der er erzählt, wie er im Schatten die Beerdigung seiner Mutter besucht hat, meiner Großmutter.
Auch nachdem er seine Geschichte beendet hat sitzen wir lange einfach nur da und schweigen. Die Sterne leuchten auf uns herab und spiegeln sich im Wasser. Es ist immer noch kalt und ich beginne zu zittern. Mir wird mehr als deutlich bewusst, dass wir diese kalten Nächte nur durchstehen können, wenn wir zusammenhalten: zusammenhalten, als eine Familie. Ich weis, dass ich ihm verzeihen werde, aber noch bin ich nicht bereit dazu. Noch einmal lasse ich mir die alten Erinnerungen durch den Kopf gehen. Ich erinnere mich an Mutters lachen, dass abends manchmal scheinbar grundlos zu mir hinauf drang. An die weiche Stimme meines Vaters, wenn er mir Geschichten erzählt hat. Ich weis das das Vergangenheit ist, das diese Erinnerungen nie wieder genau so passieren werden. Aber das erste Mal seit Jahren sehe ich wieder eine Chance darauf, dass sich alles zum Besseren wenden kann. Eine Sternschnuppe fällt vom Himmel und ehe ich nachgedacht habe, habe ich mir gewünscht, dass auch Mutter ihm verzeihen kann.
~ Astrid ~
Die Nacht ist kalt und ich beschließe, in der einzigen Hütte Zuflucht zu suchen, die tatsächlich immer noch unversehrt ist. Ich weis nicht, wie sie es gemacht haben, aber die Hütte der Zwillinge ist einfach unzerstörbar. Bisher habe ich mich nicht getraut hineinzugehen, wer weis, was sie da noch alles lagern. Aber die Kälte und meine vom Regen durchnässten Klamotten treiben mich nun doch hinein. Zu meinem Überraschen ist es in der Hütte angenehm warm. Mehr noch, sie sieht so aus, als wäre sie gerade erst verlassen worden. Ziemlich hastig verlassen um genau zu sein. Auch sieht die Hütte gar nicht mehr so sehr nach den Zwillingen aus. Aber auch sie haben ja ihre Sachen damals wieder mit nach Berk genommen. Was habe ich auch erwartet? -Eigentlich habe ich eine fast leere Hütte erwartet, so wie die anderen eben auch. Die Hütte, die ich hier vorfinde ist allerdings alles andere als leer. Im unteren Raum stehen ein Tisch und mehrere Stühle, außerdem gibt es eine Feuerstelle mit Abzug. In ihr liegen noch ein paar fast verbrannte Holzscheite, sie wirken, als hätte sie jemand hastig gelöscht, bevor er verschwand. Ich gehe weiter und schaue mir den Tisch an. Auf ihm liegen noch ein paar Zeichnungen und ein Stift. Mir bleibt die Luft weg, so ähnliche Zeichnungen habe ich bereits gesehen. Aber, dass ist einfach unmöglich! Schnell lege ich die Zeichnungen weg, sie bringen mich auf komische Gedanken. Eine Außentreppe führt hinauf in den zweiten Stock. Sie ist wie alles in diesem Teil der Insel noch gut in Schuss. Einige Stufen scheinen sogar nachgebessert oder ersetzt worden zu sein. In dem Raum, den ich kurz darauf betrete stehen hauptsächlich Regale mit Büchern und Schriften darin. Diese Tatsache bestätigt meine Vermutung, dass die Hütte nicht mehr von den Zwillingen genutzt wird. Neben einem der Regale steht ein kleiner Beistelltisch, auf ihm liegt etwas rechteckiges aus Holz. Es sieht wie ein Bilderrahmen aus, ein Bilderrahmen, der absichtlich umgedreht wurde um das, was sich darin befindet, zu verbergen. Kurzentschlossen hebe ich das Ding auf und drehe es um. Was ich dort sehe verschlägt mir die Sprache. Ich spühre wie meine Beine weg knicken und halte mich kurzerhand an der Tischkante fest. Das ist einfach nicht möglich!
~ Hicks ~
Die Nacht ist kalt, selbst für die Verhältnisse, die ich inzwischen gewohnt bin. Während Aria aufs Meer hinausblickt schaue ich zu ihr. Vorher als ich sie das erste Mal, seit so langer Zeit, gesehen habe, waren ihre Augen kalt und traurig. Sie sah aus als hätte sie abgeschlossen, als hätte sie keine Hoffnung mehr. Nun aber sieht sie entspannt aus, so, als würde sie sich wohlfühlen. Auch in ihren Augen kann ich wieder Hoffnung erkennen. Die Hoffnung, die auch ich einmal hatte, die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Vielleicht hat sie dieses Mal auch recht, vielleicht gibt es dieses Mal wirklich Hoffnung. Eventuell haven wir nun die Chance auf eine bessere Zukunft... Aria blickt mir nun direkt in die Augen, in ihrem Blick erkenne ich Trauer, Liebe und Hoffnung. Eine Weile hält sie meinen Blick fest, dann starrt sie zurück auf das Meer. „Ich vergebe dir, diese eine falsche Entscheidung soll den Rest meines Lebens nicht auch noch bedrücken." Ohne hinzusehen legt sie ihre Hand auf meine. Die Zeit scheint still zu stehen. Vergebung, ich hätte nicht gedacht, dass das nach so langer Zeit noch möglich ist. Hinter uns höre ich, wie mein Drache und ihrer sich beschnuppern, anscheinend mögen sie sich. Das alles erinnert mich an den Tag, als alles begann. An jenen Abend auf der Drachenklippe, die von einem Sturm heimgesucht worden war. An Arias Mutter und an diesen einen Kuss.
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Jetzt sitze ich hier, neben unserer Tochter in der Dunkelheit. Sie hat mir verziehen. Die Frage ist nun, ob es ihre Mutter auch tun wird.
Ich wusste, dass ich dieses Bild einmal benutzen werde! Es ist zwar nicht genau die Szene, aber es passt denke ich trotzdem. Bis dann, jolannasa