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Believe in
In me
In you
In us.
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~ Astrid ~
Das Bild fällt scheppernd zu Boden und bleibt dort liegen. Dieses Geräusch holt mich zurück in die Wirklichkeit. Ich atme einmal tief durch, dann löse ich mich von der Tischkante und hebe das Bild wieder auf. Mein Herz zieht sich bei seinem Anblick schmerzhaft zusammen. Es ist eines der wenigen Bilder aus der Zeit, in der alles noch in Ordnung war. Auf der Zeichnung sehe ich unsere kleine Familie. Ich stehe neben ihm und habe einen Arm um ihn gelegt. Er hält die Dreijährige Aria im Arm. Alle Personen auf dem Bild lächeln. Das Bild ist kurz bevor unser Glück zu bröckeln begann gemalt worden. Es spiegelt alles wieder, was ich verloren habe. Die Frage ist nur, wer es hier hin gestellt hat? Könnte es sein, dass...
Nein! Sofort verbiete ich mir den Gedanken wieder. Das kann einfach nicht sein, er würde so etwas doch niemals tun! Eine kleine Stimme in mir flüstert, dass er etwas derartiges durchaus tun würde. Um uns zu schützen zum Beispiel, um Berk ein gutes Oberhaupt zu sein. Ach, es würde schon irgendwie zu ihm passen. Nur, was hat ihn dazu bewogen und warum hat er sich in all den Jahren nie gemeldet? Vielleicht finde ich ja in dieser „Bibliothek" eine Antwort darauf. Schnell laufe ich auf das erstbeste Regal zu und ziehe eine Schrift heraus. „Nadder" ist sein Titel, hinter dem Buchdeckel verbergen sich Zeichnungen von verschiedenen Naddern und Informationen über ihn. Alles ist detailliert aufgelistet, es erinnert mich an das Buch der Drachen, aber auch an das Drachenauge. Bei der Erinnerung daran steigen mir Tränen in die Augen. Schnell stecke ich den Band zurück ins Regal und ziehe dafür eine andere Kladde heraus. Es ist ein Tagebuch, wie ich feststelle. Erstaunt beginne ich zu lesen:
Tag 243, Viktor bringt mich langsam zur Weißglut, immer scheint er mir einen Schritt voraus zu sein. Er ist ein wenig wie Viggo nur, dass es heute um viel mehr geht. Bald ist der Angriff ein Jahr her, auch meine Tochter habe ich schon ewig nicht mehr gesehen. Ebenso wie Astrid, ich habe jetzt schon Schuldgefühle, aber es geht nicht anders. Es ist jetzt schon ein Wunder, dass Viktor mich noch nicht erkannt hat. Oder tut er nur so? Ich weis nicht mehr was ich tun soll, vielleicht sollte ich die Anderen doch einweihen. Nächster Bericht in zwei Tagen, falls ich noch lebe...
~ Aria ~
Am nächsten Morgen ist mein Vater bereits vor mir wach. Er hat ein Feuer gemacht und dreht nun zwei Fische darüber. Mein Magen knurrt verräterisch und das, obwohl ich eigentlich keinen Fisch mehr sehen kann. Seit ich aus Berk weg bin gab es eigentlich andauernd Fisch, bis auf ein paar Beeren habe ich einfach nichts Anderes gefunden. „Du kannst wohl auch keinen Fisch mehr sehen." Mein Vater deutet meinen Blick genau richtig, was mich auf die Frage bringt, was er eigentlich in den letzten Jahren gegessen hat. Nur von Fisch hätte er auf jeden Fall diese Krankheit bekommen, die jeder bekommt, der zu wenig Obst und Gemüse isst. Ich habe mal irgendwo gelesen, dass das mit einem der Inhaltsstoffe zu tun hat. Aber das kann auch völliger Blödsinn sein. Vielleicht... Ja, die Vorräte in unserem Lagerhaus sind immer wieder weniger geworden! „Du hast dich an den Vorräten im Lagerhaus bedient." Sein schuldbewusster Blick zeigt mir, dass es so ist. Er hat tatsächlich ab und zu unsere Vorräte geklaut. „Ich hatte halt nicht so ein Glück wie Oswald." Verteidigt er sich: „Auf Vanagard wären wir viel zu sehr aufgefallen. Deshalb habe ich wo anders unseren Unterschlupf gebaut. Aber viele Fruchttragende Bäume und Sträucher gab es dort nicht. Ich habe ein wenig Ackerbau betrieben, aber der Boden ist dort nicht sehr ertragreich." Das habe ich nicht gewusst, aber wo könnte er hingegangen sein?
~ Hicks ~
Ich reiche ihr schweigend einen der Fische. Sie zögert kurz, beginnt dann aber doch ihn zu essen. An ihrem Gesicht kann ich sehen, das er ihr nicht unbedingt schmeckt. Aber sie isst ihn trotzdem. Für einige Zeit sitzen wir einfach nur da und verspeisen den Fisch schweigend. Es ist komisch, nach so langer Zeit wieder etwas mit ihr zu unternehmen. Es ist jetzt schon so lange her, aber wieso ist sie überhaupt aus Berk weg gegangen? Diese Frage stelle ich mir seit gestern nicht das erste Mal. Aber bisher habe ich keine zufriedenstellende Antwort darauf gefunden. „Stell die Frage einfach, aber hör auf mich so komisch anzustarren." Habe ich das wirklich? OK, ich habe sie wohl angestarrt, aber woher weis sie, dass ich eine Frage an sie habe? „In ernst? Man kann dir quasi ansehen was du denkst." Das hat mir bis jetzt noch nie jemand gesagt, aber es erklärt, warum ich immer so schlecht Lügen konnte. „Ich habe mich gefragt, warum du nicht mehr auf Berk bist." Sofort verdunkelt sich ihr Gesicht. Der Meister des Feingefühls hat wieder zugeschlagen. Langsam verstehe ich so einiges. „Berk, ja das war nicht unbedingt unser bester Tag." Sie seufzt und schaut wieder aufs Meer. „Irgendwann ist Mutter einfach verschwunden und ich bin losgezogen um sie zu suchen. Das ist jetzt auch schon eine gefühlte Ewigkeit her, aber bisher habe ich keine Spur von ihr gefunden." Hier draußen ist das Leben aber auch nicht einfacher. Einsam ist es sogar viel schwieriger. „Wie lange seit ihr schon weg?" Frage ich, sie zögert und malt mit den Fingern Kreise in den Sand. „Wie lange?" „Zwei Wochen." Die Linien nehmen die Form eines Nadders an. Ich frage mich von wem sie dieses Zeichentalent hat. Ihre Mutter ist also schon seit zwei Wochen weg, ich bin mir sicher, dass es meine Schuld ist. Aber was soll ich machen, in die Vergangenheit reisen kann ich nicht. „Aber das muss ich gar nicht!" Aria schaut mich überrascht an, ich muss wohl laut gedacht haben. Aber mir ist auf einmal klar, was ich zu tun habe. Plötzlich habe auch ich wieder die Hoffnung, die ich gestern schon in den Augen meiner Tochter gesehen. „Ich weis wo sie ist." Flüstere ich und ziehe eine kleine Karte hervor.
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Kalte Nächte
Fiksi PenggemarWenn Wenn ich dich liebe, liebst du mich auch? Wenn ich falle, fängst du mich auf? Wenn ich gehe, bleibst du bei mir? Mein Herz ist immer noch bei dir. Ich bliebe Der Tag, die Sonne, der Stern. Das Mädchen, die Liebe Ich habe dich gern Und hätt g...
