Kapitel 14 - Tränen

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~~~Jungkook's Sicht~~~

Ich schaue ungeduldig aus dem Fenster und warte auf die Rückkehr von Taetae. Hätte er nicht irgendetwas anderes mit ihr machen können?! Wütend schlage ich mit der Faust gegen die Wand meines Zimmers, als ich sehe wie Tae zurück kommt und um Sie den Arm gelegt hat. Ich stehe auf und will sie am Eingang abfangen, doch auf der Treppe zum Erdgeschoss bleibe ich stehen. Ich schaffe es einfach nicht Tae zu sagen was ich für ihn Fühle.

Ich will nicht unsere Freundschaft aufs Spiel setzten, nur weil ich so egoistisch bin, außerdem will ich den immer glücklichen Tae nicht damit belasten und erst recht nicht die Gruppe, schließlich ist so eine Beziehung nicht gerade angesehen. Also bleibe ich nur, unfähig ein Wort zu sagen, auf der Treppe stehen und schaue den beiden hinterher, wie sie die Treppe zum Keller runter gehen.

Wütend gehe ich wieder die Treppe hoch. "Oh, hi Kookie, kannst du mir...", weiter kam Jimin nicht, denn ich stoße ihn frustriert aus dem Weg und haue ihm meine Zimmertür vor der Nase zu.

Später ließ ich mich auch nicht dazu überreden etwas im Wohnzimmer mit den anderen zu spielen. So lag ich noch einige Stunden ruhelos im Bett, mit schmerz im Herzen, dem Wissen, dass Tae niemals mir gehören wird und ohne daran denken zu können jetzt zu schlafen.

Irgendwann gegen 2 Uhr beschloss ich hoch in das Musikzimmer zu gehen und etwas Klavier zu spielen um runter zu kommen. Zum Glück ist das Zimmer relativ schalldicht wenn man die Türe schließt. So war ich beruhigt, dass niemand im 1. Stock mich hören würde wenn ich jetzt spiele. Ich setzte mich an den schönen weißen Flügel und fing an 'Fools' zu spielen und mit zu singen.

~~~Yumi's Sicht~~~

Als V sich verabschiedet hat war es schon recht spät und nachdem ich noch etwas Fernseh geschaut habe, habe ich mich ins Bett gelegt. Doch durch das Thema, welches Tae aufgebracht hat, kam ich mal wieder nicht zur Ruhe.

Irgendwann gegen 2 Uhr, beschloss ich hoch auf die Dachterasse zu gehen. Vorsichtshalber zog ich mir etwas längeres an, nicht das es wieder zu so einer peinlichen Situation wie letztens kommt. Aber inzwischen kenn mich ja fast jeder aus dem Haus, nur Jin und Jimin nicht. Niedergeschlagen von den Erinnerungen schlurfte ich hoch auf die Terrasse, doch als ich im 2. Stock am Musik Zimmer vorbei komme, bleibe ich geschockt stehen, denn ich höre jemanden Klavier spielen und dazu singen.

Ich spüre einen stechenden Schmerz in meinem Herzen, denn mein Vater hat auch oft um diese Zeit gespielt und ich habe heimlich zugehört, weil ich eigentlich schon längst schlafen sollte. Die Stimme von dem der singt klingt so erfüllt von Trauer, was mir ebenfalls das Herz zerreißt. Wer ist das nur. Ich überwinde mich dazu schnell und leise die Tür zu öffnen und in den Raum zu schleichen.

Die schwarz haarige Person ist so in sein Spiel vertieft, dass er mich nicht bemerkt. Zum Glück. Denn mir laufen ein paar Tränen die Wangen runter als ich dieser klaren und tief traurigen Stimme zuhöre. Es erinnert mich so an meinen Vater, wenn er mal Streit mit meiner Mutter hatte und es danach bereute, spielte er hier um seine Trauer freien Lauf zu lassen. Ich lehne mich gegen die Tür und höre ihm noch ein paar Minuten zu, bis das Stück fertig ist. Auch danach mache ich keine Anstalten mich bemerkbar zu machen, denn einerseits will ich, dass er weiter spielt und andererseits will ich vermeiden, dass er mich heulen sieht.

Doch leider dreht er sich um.

~~~Jungkook's Sicht~~~

Als ich fertig mit dem Spiel bin, merke ich wie ich wieder etwas runter gekommen bin und drehe mich um, um wieder in mein Zimmer zu gehen. Doch an der Tür sehe ich Yumi stehen, mit Tränen auf den Wangen. Wie lang ist sie schon da?! "W-was machst du hier?", frage ich überrascht. Sie wischt sich schnell die Tränen weg "Ich wollte auf der Dachterrasse auf andere Gedanken kommen... Und dann habe ich dich gehört", sagt sie und versucht, dass ihre Stimme normal klingt, doch ich merke das was nicht passt. Irgendwie tut sie mir schon leid...

"Ist alles inordnung?", frage ich zurückhaltend. Sie nickt nur und es sieht so aus, als ob sie ihre Tränen unterdrückt. Was sie wohl hat... Ich überwinde mich, stehe auf, gehe auf sie zu und umarme sie vorsichtig. Ich weiß nicht wie sie darauf reagieren wird und hoffe, dass sie mir keine reinhaut, wie so einige es aus meiner Gruppe es machen würden wenn sie schlecht gelaunt sind. Doch überraschenderweise legt sie ihren Kopf auf meiner Schulter an und lässt ihren Tränen freien Lauf. Wie lange sie wohl schon das weinen unterdrückt hat... Etwas überfordert streichel ich ihr über ihre Haare und sage nichts.

"Danke", höre ich sie zwischen zwei schluchzern murmeln. Und ich dachte ich wäre der dem es nicht gut geht... "Willst du mit mir darüber reden?", frage ich. Was ist nur in mich gefahren... Sie zuckt nur mit den Schultern, ihren Kopf immernoch auf meine Schulter gelehnt. "Du musst nicht wenn du nicht willst, aber vielleicht hilft es dir ja...".

Es bleibt still und als ich schon dachte, dass sie nichts mehr dazu sagen wird, kommt doch noch etwas von ihr. "Das du um diese Uhrzeit hier Klavier gespielt hast... Hat mich an meinen Vater erinnert", flüstert sie leise und ich habe etwas Probleme sie zu verstehen, deshalb hebe ich sie hoch und gehe mit ihr auf die Couch.

Fortsetzung folgt...

"Ich habe mich dir auch anvertraut, jetzt bist du dran", sie setzte sich hin, legt nun meinen Kopf auf ihren Schoß und grinst mich von oben her an. Ich hatte keine Chance mich zu wehren, einerseits weil ich das nicht vorher gesehen habe und andererseits ist sie wesentlich stärker als sie scheint. "Also?", sie schaut mich erwartungsvoll an.

Ein Jahr unter Jungen [Bts] Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt