Kapitel 11

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„Geht es ihm gut?”, fragte Schattenpfote aufgebracht und schaute Blattsee an. Sie hatte ihn mit aller Kraft zurück ins Lager gezogen. „Im Moment nicht”, murmelte sie. Betrübt ging Schattenpfote aus dem Heilerbau hinaus. „Ich habe mir solche Sorgen gemacht! Ich dachte dir wäre was passiert!” Honigpfote kam angerannt und schmiegte sich an sie. „Ich konnte nicht ohne Löwenpfote ins Lager gehen. Ich bin froh, dass ich zurück gegangen bin, sonst wäre er gestorben.” Distelpfote kam aus dem Schülerbau gerannt. „Löwenpfote!”, rief sie und stürzte in den Heilerbau. „Ich glaube, viele sind die deswegen dankbar. Du hast echt Mut gezeigt.” Eichhornschweif und Brommbeerkralle kamen auf die beiden zu. „Ich muss dir danken”, sagte Eichhornschweif.
„Ich auch”, sagte Brommbeerkralle. „Du hast unseren Sohn gerettet, das werde ich dir nie vergessen”, miaute Eichhornschweif. „Ich musste einfach zu ihm und ihm helfen”, murmelte Schattenpfote verlegen. „Du magst ihn, oder?”, fragte Eichhornschweif. Schattenpfote nickte. „Ist das so offensichtlich?” „So wie du ihn anschaust, so wie du mit ihm sprichst und schließlich die Rettungsaktion, da muss man nur eins und eins zusammenzählen.” Eichhornschweif lachte leicht und ging. „Schattenpfote. Ich muss dir wirklich danken. Ich habe bei der ganzen Aufruhe nicht gemerkt, dass er nicht da war. Ich mache mir schon die ganze Zeit Vorwürfe deswegen”, sagte Brommbeerkralle. „Du hattest andere Sorgen. Ich habe ihn ja gerettet, also ist doch alles gut.” Feuerstern rief nach Brommbeerkralle. Also lief er zu ihm. Distelpfote kam aus dem Heilerbau und lief zu Schattenpfote und Honigpfote. Man sah ihr die Dankbarkeit, aber auch die Verlegenheit, an. „Ähm... Schattenpfote, ich möchte kurz mit dir sprechen”, murmelte sie. Honigpfote lächelte und lief in den Schülerbau. „Was gibt's? Gibt's neues von Löwenpfote?”, fragte Schattenpfote. „Blattsee sagt, dass du ihn in letzter Sekunde gerettet hat. Wäre er noch länger dort liegen geblieben, würde er jetzt im Sternenclan jagen. Ich wollte mich bei dir bedanken, dass du meinen Bruder gerettet hast. Vielleicht bist du doch nicht so schlimm, wie ich gedacht hatte.” Schattenpfote musste lächeln. „Das habe ich gerne gemacht. Frieden unter uns?” Distelpfote nickte. Das ist gut. Ich möchte keinen Streit mehr. Zusammen liefen sie in den Schülerbau. Schattenpfote machte es sich bequem, sie war erschöpft. Sie machte die Augen zu und schlief auch ein.
Als sie die Augen öffnete, sah sie wieder den Wald, den Wald der Finsternis. Sie trottete langsam zu dem Trainingsplatz. Dort warteten auch schon Braunstern, Tigerstern und Habichtfrost. „Da bist du ja”, murmelte Braunstern, er klang gereizt. „Was ist denn?”, fragte Schattenpfote und ging zu ihnen. „Nichts”, grummelte er und schaute erbost zu Tigerstern. Was ist denn passiert, während ich nicht da war? „Also von mir aus können wir anfangen, Tigerstern”, sagte ich und wollte loslaufen. „Tigerstern wird dich nicht trainieren, nicht heute. Sondern Habichtfrost”, brummte Braunstern. „Warum?”, fragte sie verwirrt. „Du sollst Abwechslung bekommen.” Sie nickte und folgte dann Habichtfrost. Wieso darf ich nicht mit Tigerstern trainieren? Ich kann verstehen, dass ich Abwechslung brauche, aber das macht doch keinen Sinn. Sie würde aus ihren Gedanken gerissen, als sie gegen Habichtfrost lief, der stehen geblieben war. „Pass doch auf!”, zischte er. „Tut mir leid”, kam es von ihr. „Heute lernst du eine neue Kampftechnik”, sagte er und machte sie vor.
„Gut gemacht”, sagte er, als sie die Technik endlich drauf hatte, „Und vergiss ja nicht, deinen Gegner vorher aus dem Gleichgewicht zu bringen, sonst klappt das nicht!” Sie lief wieder zur Lichtung. Braunstern redete gerade mit Tigerstern. Leise lauschte sie dem Gespräch. „Tu das nie wieder!”, brüllte Braunstern. „Wieso? Ich habe ihr und meinem Enkel geholfen!”, brüllte Tigerstern zurück. „Du weißt, dass er nicht dein Enkel ist! Was ist, wenn sie heraus findet, dass du das warst. Sie wird merken, dass jede Katze hier im Wald Besitz von ihr ergreifen kann! Sie wird das Feuerstern erzählen und dann werden sie trainieren, nur unsere Kräfte einzusetzen, aber nicht uns komplett! Sie kann uns dann zu ihr rufen, wenn sie es möchte! Alles nur wegen dir!” „Vielleicht weiß sie gar nicht, dass ich das war. Sie weiß vielleicht nicht, dass ich für sie Löwenpfote zum Lager getragen habe!” Ihr ging ein Licht auf. Das war Tigerstern gewesen. Er hat mir geholfen, Löwenpfote zu retten. Sie reden über mich... Sie hörte weiter zu. „Sie kann uns dann gefährlich werden. Sie ist mächtig, mächtiger als du es dir vorstellen kannst!” Das war genug, sie trabte auf die Lichtung und tat so, als hätte sie nichts gehört. Sofort verstummten beide. „Wo ist Habichtfrost?”, fragte Tigerstern, Wut klang noch in seiner Stimme. „Er ist noch dort geblieben”, murmelte Schattenpfote. Schnellen Schrittes verließ Tigerstern die Lichtung. Schattenpfote wollte zurück ins Lager. Sie schloss die Augen und entspannte sich. Sie machte die Augen wieder auf und lag im Bau der Schüler. Sie stand auf und lief sofort zum Heilerbau, Häherpfote stand da und machte eine Paste. „Guten Morgen”, sagte Schattenpfote. Häherpfote blickte auf. „Hallo Schattenpfote”, murmelte er und machte sich wieder an die Arbeit. „Wie geht es Löwenpfote? Kann ich zu ihm?” „Er liegt im hinteren Teil des Baus.” Sie lief zu Löwenpfote. Er lag in einem weichen Nest. Seine Flanke hob und senkte sich unregelmäßig. Sein Fell fehlte an manchen Stellen und an seinem linkem Hinterbein war ein Verband. Ein paar Wunden heilen schon, andere bluteten. Häherpfote kam und machte die Paste auf die noch blutenden Wunde. Löwenpfote zuckte leicht, als die Paste ihn berührte. Danach ging Häherpfote wieder. „Löwenpfote, bist du wach?”, fragte Schattenpfote leise. Er machte seine Augen auf und schaute sie an. „Ich bin so froh, dass du noch lebst”, flüsterte sie und kam näher.

Warrior Cats - Schattenpfotes Gabe FFGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt