P. O. V Zombey
Das erste, was ich beim Öffnen der Tür sehe, ist ein - wiedermal - unter seinen Flügeln begrabener Maudado auf meinem Bett. Ich rolle meine Augen, lasse ihn aber weiterschlafen, da ich sowieso erst duschen gehen wollte.
Ich betrete das Bad und schließe die Tür hinter mir ab.
Meine verschwitzten Klamotten werfe ich achtlos in eine Ecke, um die werde ich mich später kümmern. Jetzt trete ich erst mal unter den heißen Wasserstrahl und denke seit langem endlich mal wieder an nichts. Keine Probleme, keine Aufträge, keine Sorgen, keine Fragen.
Bis auf...
Wer bin ich wirklich?
Und schon ist meine kleine Entspannungs-Session ruiniert. Ich stöhne entnervt auf und stelle äußerst unwillig das Wasser ab.
Nicht einmal eine Minute kann man normal sein und sich von allem distanzieren.
Nachdem ein inzwischen wacher Maudado mich mit einem schläfrigen aber trotzdem ziemlich... interessierten Blick gemustert hat, weil ich mit nur einem Handtuch um die Hüften aus dem Bad gekommen bin, suche ich mir ein paar neue Anziehsachen und verschwinde wieder im Bad.
Dort kämme ich meine inzwischen fast schon schulterlangen Haare, rasiere mich und ziehe mir die frischen Sachen an. Dann setze ich noch meine Maske auf und voilà - ich bin wieder halbwegs ansehnlich.
Als ich mich noch einmal im Spiegel ansehe, höre ich ein leises Wimmern aus dem Zimmer. Vorsichtig und auf alles gefasst schleiche ich durch die Badezimmertür und zücke dabei eines der Messer, die ich immer bei mir trage. Natürlich vorausgesetzt ich habe überhaupt etwas an, sodass ich es verstecken kann.
Es stellt sich aber heraus, dass nicht etwa ein Fremder in m- unser Zimmer gekommen ist oder soetwas, sondern dass das Wimmern und Schniefen von Maudado kommt. Der kleine blonde Junge liegt zitternd auf meinem Bett, die Decke hat er von sich herunter getreten und auch seine Schwingen sind nicht über ihn ausgebreitet, sondern hängen nur schlaff von der Bettkante.
Ich kann sehen, wie ihm der Schweiß ausbricht und er beginnt, schwer zu atmen, während er immer stärker zittert und jetzt auch Dinge murmelt. Ich durchquere den Raum und lege ihm sanft eine Hand auf den Arm.
Er zuckt unter meiner Berührung sichtlich zusammen und wispert ängstlich etwas in einer anderen, mir unbekannten, Sprache.
Plötzlich sehe ich aus dem Augenwinkel eine Veränderung und drehe meinen Kopf ein wenig, um zu sehen, was meine Aufmerksamkeit erregt hat.
Was ich dann sehe erstaunt mich zutiefst: Die Spitzen seiner Flügel haben sich verfärbt! Sie sind jetzt von einem hellen rot, anstatt weiß, wie sie sonst immer sind.
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Kalt und grausam?
FanfictionFortsetzung von "Was bist du?", wer das nicht gelesen hat, sollte das zuerst tun um Unklarheiten zu vermeiden 😉 --------------------------------------------------------------- Zombey wacht nach seinem Suizidversuch plötzlich in einem ihm völlig un...
