Jennilynn

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„So eine Frechheit!", rief ich aus, als May und ich schon eine ganze Weile gelaufen waren.

„Was denkt die eigentlich, wer sie ist?"

„Frag sie doch?", schlug May mit einem fragendem Unterton in der Stimme vor.

„Nein. Diese Person möchte ich nie mehr sehen. Sie widert mich an."

„Aber der Junge war nett", stellte May fest.

„Ja."

„Und jetzt?"

„Nichts. Wir werden verhungern. Allein. Wir werden in der Wüste sterben, das ist nicht zu ändern."

„Das sind ja tolle Aussichten."

„Ist halt so."

In dem Moment kamen zwei Männer in blauen Uniformen an uns vorbei. Ich stieß mit einem der beiden zusammen.

„Hoppla, wer seid ihr denn?", fragte er mich.

„Ihr habt euch aber gewaltig verlaufen", sagte nun der andere und warf dem anderen Mann einen allwissenden Blick zu.

„Nun kommt mal mit."

Da die Männer wie Polizisten aussahen, stiegen wir in ihren Wagen ein. Was ein großer Fehler war...

„So, nächster Halt: Das Dannische Waisenhaus. So Kurze, aussteigen bitte!"

Was?

„Sie heißt Elena-May, Sir."

„Gut, Elena-May. Trotzdem: Mr. Baldwin wird sie begleiten. Tschüss!"

Zuerst begriff ich nichts. Dann aber schon.

„In ein Waisenhaus? Wieso?"

„Weil sie ein Waisenkind ist."

„Und wo komm ich hin?"

„In ein Lager."

„Aber May muss bei mir bleiben!"

„Nein. Deine Schwester geht jetzt. Sofort!"

Sie protestierte, wurde dann aber weggezogen, und das Auto fuhr auch schon weiter.

Und hielt am Vernichtungslager. Mit Stacheldraht. Und Wachtürmen. Der übriggebliebene Mann zerrte mich ins Lager.

Und von einem jungen Mann wurde ich in die Baracke eingewiesen. Er stellte sich mir als Jason Parker Jr. vor.

Und dann sah er mich an und hatte eine unfassbare Idee...

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