Als Sebastian mein Zimmer wieder verließ, entschied ich mich dazu nun der Gruppe zu antworten das ich wach sei und es mir den Umständen entsprechend ginge, was gar nicht mal gelogen war. Mein Kopf fand einfach keine Ruhe wegen dem was gestern war und pochte vor Kopfschmerzen. Ich wusste das ich so schnell wie möglich eine Ablenkung suchen musste und beschäftigte mich erst einmal mit meinem Handy, ehe die anderen antworteten das sie noch kurz in die Stadt wollten um etwas von Nürnberg zu sehen. Ich beschloss mich ihnen anzuschließen und begab mich auf dem Weg in die Lobby, wo die anderen bereits auf mich warteten um loszulegen. "Wo ist Sep?", entfleuchte mir kurzerhand, als ich mich fragend in der Lobby umsah um den kleineren zu entdecken, was vergebens war. "Der hat sich gestern wohl übertrunken, er wollte lieber hier bleiben um für den Abend wieder fit zu sein.", kicherte Peter vor sich hin, der auch nicht viel besser aussah als ich. Wir schienen alle gestern etwas übertrieben zu haben, bis auf Dennis und Christian, die sich ein Spass daraus machten und Peter und mir immer wieder etwas unter die Nase hielten was uns schon bei dem Geruch alleine fast übergeben ließ.
Ich streifte abwesend mit ihnen durch die Innenstadt Nürnbergs, während mich die Gedanken und Bilder von gestern Abend immer wieder einholten. "Jay? Was los? Das liegt doch nicht nur am Alkohol oder?", riss mich Dennis aus meinen Gedanken, als ich merkte das wir ein ganzes Stück hinter den anderen gefallen waren. Am liebsten hätte ich mit Dennis darüber geredet, um jedenfalls etwas Erleichterung zu finden und die Last mit Gedanken loszuwerden, geschweige denn von dem Gefühlschaos im Inneren, doch dies ging einfach nicht. "Nein alles gut, ich bin wirklich nur sehr fertig von gestern.", versuchte ich ihn zu überzeugen und zum Glück ließ er danach auch erst einmal von mir ab. Sebastian war gerade ein fester Bestandteil meiner Gedanken und egal was ich dagegen unternahm, ich wurde es einfach nicht los.
Inzwischen war es schon spät gewesen und ich entschied mich dazu, langsam zum Hotel zurückzukehren damit ich mich vor der Fahrt noch etwas ausruhen könnte. Ich berichtete den anderen von meiner Entscheidung und machte mich auf dem Weg.Im Hotel wieder angekommen, schlich langsam zu meinem Zimmer zurück. Ich fühlte mich wie einer dieser Emo-Kinder von damals. Doch auch diesesmal wurde ich wieder, mehr oder weniger unsanft, aus meinen Gedanken gerissen und erstarrte als ich Sebastian erblickte. Heute morgen war noch alles einigermaßen in Ordnung und nun war die Stimmung irgendwie eigenartig geworden, die Anspannung zwischen uns wuchs immer weiter als wir uns scheinbar ein grenzenloses Duell des Anstarrens lieferten. Mein Kopf senkte sich und ich versuchte ohne jeden weiteren Blickkontakt in meinen Zimmer zurückzukehren. Doch gerade als ich an meiner Tür angelangt war, hielt mich etwas an meinem Handgelenk fest. Mein Herz schlug bis ins unendliche als ich merkte das es Sebastian war der mich daran hinderte mein Zimmer zu betreten. Wieder starrten wir uns in die Augen als er mich langsam zu sich heran zog und unsere Gesichter nun direkt voreinander hielten. Ich verlor mich bei dem Blick in seine türkisen Augen, irgendetwas in ihnen schien mein inneres Chaos zu ordnen und besänftigen. Dieser Moment schien ewigkeiten anzuhalten, bis ich plötzlich seine warmen und weichen Lippen auf meinen spürte. Es schien als würde jede seiner Berührungen zu einem kleinen Stromschlag auf meiner Haut führen, da war wieder dieses Gefühl. Dieses unbeschreiblich schöne Gefühl. *War ich etwa...? Das kann nicht sein, er ist doch nur mein bester Freund! Das gestern war doch nur ein ausrutscher.. Oder nicht?*
Unser Kuss steckte voller Leidenschaft und für einen Moment fielen alle Sorgen von mir ab, selbst meine Salzigkeit schien wie verflogen.Wir lösten uns als wir jemanden hörten, der gerade den Flur betrat und sahen uns schweigend in die Augen. Es brauchte nicht viele Worte um zu wissen was nun zu tun war und so zog ich meinen Gegenüber mit in mein Zimmer. "Was war das ger...", ich konnte meinen Satz nicht einmal zu Ende sprechen als plötzlich Sebastian wieder an mich heran trat und mich erneuert in ein Kuss zog. Doch ich wollte wissen was gerade passiert war und stieß Sebastian wieder von mir ab. "Wie, ich meine was.. also .. was passiert hier gerade?", gab ich sichtlich verwirrt von mir ab. "Ich weiß nicht, ich bin momentan genauso verwirrt wie du. Ich weiß nur das es sich gestern richtig angefühlt hat und ich weiß nicht wieso aber ich wollte gerade einfach bei dir sein.", erwidert er mir mit einem zurückhaltendem Unterton. Ich trat wieder auf ihn zu, drückte sein Kinn mit meiner Hand sanft hoch, während die andere seine Taille umklammerte, sah ihn kurz in die Augen ehe ich ihn in eine feste Umarmung zog. "Ich wollte mich noch einmal kurz hinlegen, bevor wir fahren. Ich meine, wenn du möchtest kannst du dich gern zu mir legen.", sprach mein Mund schon schneller als ich überhaupt darüber nachdenken konnte. Sebastians Augen fingen an zu funkeln als er schließlich zustimmend nickten und wir gemeinsam in meinem Bett nieder sanken. Ich legte mich auf dem Rücken und breitete meine Arme aus, in den Sep seinen Platz fand. Er schmiegte sich eng an mich heran und mein Herz spielte verrückt als es die Wärme von seinen Körper spürte. Nach einem kurzen Blick auf den braunhaarigen, schlief ich auch schon schnell mit einem Lächeln ein. Ich fühlte mich seit langem wieder wohl, was mir aber auch etwas Angst bereitete, wieder verletzt zu werden oder alles zu verlieren.
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Die Route des grünen Herzens. 💚 (Pietsmiet FF)
أدب الهواةEine Leidenschaft - Eine Gruppe - Fünf Männer Eine wahre Männerfreundschaft wie sie im Buche steht. Pietsmiet ist eine kleine Gruppe von Youtubern die sich auf Videospiele spezialisiert haben, bestehend aus Peter, Dennis, Christian, Sebastian und Jo...