Kapitel 3

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06.10.2019
Borussia Mönchengladbach vs. Fc Augsburg

Als ich erfahren hatte, dass ich heute nur auf der Bank sitzen würde, war ich noch weitaus gereizter als jetzt. In 20 Minuten würde angestoßen werden und ich hatte mich gut damit abgefunden heute nicht von Anfang an spielen zu dürfen. Im Gegensatz zu Matthias. Er war nach wie vor sauer darüber, dass ich ihn nicht auf dem Feld unterstützten würde. „Ist im Fußball nunmal so, manchmal sitzt man nur auf der Bank." versuchte ich ihn zu beruhigen. „Ja, aber doch kein Spieler mit deiner Qualität, ich werde nochmal mit Marco reden!" Wir befanden uns auf der Toilette, weshalb uns niemand hörte. Jetzt wollte Matze tatsächlich vom Boden aufstehen und zu unseren Trainer rennen. Blitzschnell griff ich nach seiner Hand und ignorierte das Kribbeln. „Matze, lass es. Er wird seine Gründe haben. Ich find's auch garnicht so schlimm, ich bin eh noch total erschöpft." Ich gähnte einmal um meine Aussage zu untermauern.
Nun lag ich, kurz nach dem Anstoß, in Nico's Armen. Die Jungs hatten den Ball direkt ins Tor geschossen. Und unser Erfolg endete nicht, der Ball landete noch mehrmals im Netz.
Das Spiel wäre super gelaufen, wenn Matthias sich nicht verletzt hätte. Am liebsten wäre ich zu ihm gerannt, doch dies wäre allerdings ziemlich auffällig gewesen. Außerdem landete die Hand von Nico ziemlich schnell an meinem Arm. „Flo, vergiss es. Du kannst später noch zu ihm." Also musste ich warten. Wir waren Tabellenführer, dass mussten wir schliesslich auch noch feiern.
Später sah ich dann endlich meinen Matthias. Im Krankenhaus. „Hey Florian!" Matt lächelte er mich aus dem Krankenbett an. „Hey." Ich ging auf ihn zu, wusste nicht was ich tun sollte. Ich wusste schliesslich auch nicht, was er hatte. Jedoch war der Arm, mit dem wir sonst immer zur Begrüßung einen Handshake durchführten, in eine Schiene gehüllt. Matze nahm mir die Entscheidung kurzerhand ab, umarmte mich einfach und rutschte etwas, so das ich mich auf das Bett setzten konnte. „Sie wollen mich morgen ins MRT stecken. Wie geht's dir so, du kamst garnicht zum Einsatz?" Ich fragte mich nur, ob das sein Ernst war. Er lag hier verletzt und fragte mich, wie es mir ging. „Matze, bei mir ist alles gut. Du bist doch der verletzte hier." Unser Gespräch lief weiter. Bis Matthias einen unfassbar unlustigen Witz riss, der deswegen schon wieder lustig war, und wir uns lachend schüttelten. Dabei landete mein Gesicht gefährlich nah an seinem. „Du hast sehr schöne Augen Florian." sprach er. „Quatsch, meine sind langweilig, deine sind wunderschön." Er lächelte. Unsere Gesichter kamen sich langsam näher und für eine Millisekunde berührten sich unsere Lippen. Es kribbelte unfassbar. Dann klopfte es. Ich nahm meinen Kopf wieder hoch, während Matze ein „Herein!" von sich gab. Eine Schwester kam rein, während Mathias unter der Decke nach meiner Hand griff. „Die Besuchszeit endet gleich. Ich muss sie bitten sich zu verabschieden." Sie verließ das Zimmer wieder. Ich drehte mich grade um als er schon mein Gesicht in seine Hand nahm und mich an ihn zog. Unsere Lippen berührten sich erneut. Es war ein sehr sanfter Kuss, er gefiel mir. „Ich mag dich Flo, ich mag dich sehr." lächelte er mich an. „Ich dich auch Matthias." Ich ging mit einem Grinsen aus der Tür.
Erst unten in meinem Auto realisierte ich alles. Wir hatten uns geküsst. Er mochte mich. Er mochte mich sehr.

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