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Ich werde durch das helle Licht in meinen Zimmer geweckt. Ich reibe meine Augen und tapse meinen Nachtisch nach meine Handy ab. 10:30 Uhr o gott für mich viel zu bald. Jetzt kann ich aber bestimmt nicht mehr schlafen. Also ziehe ich mir einen Cardigan über mein Top über, um meine Narben von gestern besser verstecken zu können  und ging die Treppe hinunter in die Küche. Meine Mutter sitzt im Wohnzimmer und liest die Zeitung, ich setze mich neben sie und frage  sie die Frage die mich schon die ganze Nacht beschäftigt hat.

,,Mum?"

,,Ja" sie lächelt mich mit ihren schönsten lächelen an.

,,Hat dich Dad nach dem Vorfall noch mal geschlagen." Augenblicklich verändert sich ihr Gesichtsausdruck und ihrer Augen wurden wieder wässrig.

,,Also hat er es öfters gemacht?"Sie beist sich leicht auf die Unterlippe um die Tränen zu unter drücken und nickt schwach.

,,Es tut mir so leid das ich so blind war und es nicht bemerkt habe. Ich hätte dir helfen sollen."

,,Es ist nicht deine Schuld Engel, ich wollte es nicht das du etwas bemerkst, ich wusste wie schwach du warst. Ich wollte deine Absturz der nach dem Tod deines Vaters passiert ist verhindern."

,,Hast du den Brief den Dad dir an den eine Abend gegeben hat schon gelesen?"

,,Ja" Die Tränen fließen nun stark über ihre Wange aber sie versucht trotz allem noch zu lächeln. Es verletzt mich meine Mutter so am Boden zerstört zu sehen. Ich war auch noch so dumm und habe ihr nach den Unfall von Dad Vorwürfe gemacht sie sei an allen Schuld.

,,Hast du ihn gestern noch gelesen?" unterbricht meine Mutter die Stille.

,,Nein, ich habe Angst davor, aber ich werde versuchen ihn heute zu lesen."

,,Ok. Ich bin stolz auf dich kleine."

,,Danke Mum."

Ich umarme meine Mum noch und gehe dann hoch in mein Zimmer ziehe eine Leggin aus meine Kleiderschranke und einen Kapuzenpulli. Ich steige in die Dusche, danach ziehe ich mich an und hole den Brief aus meinen Zimmer, ich stecke ihn in meine Tasche und laufe in Richtung See. Immer wenn ich traurig bin und alleine sein will gehe ich zu diesen Platz. Ich setze mich auf die Bank und hole noch einmal tief Luft und öffne vorsichtig den Brief. Der Brief ist in der Handschrift meines Vaters geschrieben, mir laufen vereinzelte Tränen über die Wange wärend ich den Brief  lesen.

Hei Em!

Du wirst diesen Brief vielleicht nie lesen oder ich bin schon längst tot und habe nicht mehr die Chance dir alles zu erklären. Aber falls du ihn doch irgendwann liest , musst du wissen das ich dich über alles liebe. Und ich hoffe du kannst mir irgendwann verzeihen. 

Kannst du dich noch erinnern als du klein warst und dir jedes Jahr zu Weihnachten eine großen Bruder gewünscht hast?  Ich wollte dir den Wunsch jedes Jahr wieder erfüllen hatte aber nicht den Mut es deiner Mutter und dir zu sagen. 

Verstehst du ich bin der größte Arsch den es gibt. Gott hat mir solche zwei wundervollen Mädchen wie dich und deine Mutter geschenkt. Und was mache ich? Ich spiele mit euren Gefühlen und spiele euch alles vor. Es tut mir leid aber ich führe ein Doppelleben....

Bei dem Wort Doppelleben zieht sich meine Herz schmerzhaft zusammen und die Tränen fließen so stark aus meine Augen das ich alles verschwommen sehe und manche Buchstaben am Brief nicht mehr zu lesen sind, weil sie vom Wasser verwischt sind. Ich bin so entäuscht und habe nicht den Mut weiter zu lesen. Aber meine Neugier ist zu stark. Also hole ich tief Luft und lese weiter. 

...Ich hätte es euch viel früher sagen sollen, aber ich rutschte jeden Tag mehr in die Lügengeschichte hinein und komme da auch nicht mehr heraus. Ich könnte es nicht ertragen deine Mutter und dich weinen zu sehen. Ich liebe euch doch so sehr. Aber ich habe auch wo anders eine Familie die denken das ich sie liebe. Und vor allem bist du nicht mein einziges Kind.

Em.. du hast in Irland zwei große Brüder. 

Niall und Greg Horan.. Niall ist 21 Jahre alt und Greg 27. Jetzt hast du deine zwei großen Brüder die du dir immer gewünscht hast.

Bitte versprich mir eins pass auf dich auf wenn ich nicht mehr da bin, ich werde auf dieser Welt nicht mehr gebraucht. Also ist es Zeit für mich zu gehen. Deine Mutter wird dich immer beschützen und ich auch aber an eine anderen Platz. Glaub mir es ist besser so. 

In liebe dein Dad!

Sollte dieser Brief ein Abschiedsbrief sein? War der Unfall geplant? Wie ich habe zwei Brüder? Es schwirren so viele verschieden Fragen in meine Kopf herum und ich kann nicht mehr klar denken. Ich sitze nun schon eine Ewigkeit hier im Wald und heule mir die Seele aus dem Leib. Ich weiß nicht was ich machen soll mein Vater hat sich selbst umgebracht, er hat mir und meiner Mutter die ganzen Jahre verarscht. Jeden Tag hat er mir gesagt wie sehr er mich liebt. Na klar, wie konnte er nur? Mein ganzes Leben war bis jetzt eine einzige Lügengeschichte. 

Plötzlich wird eine warme Decke über meinen zitternden Körper gelegt. Ich drehe mich um und hinter mir steht meine Mutter die mir leicht über den Rücken streicht. Sie setzt sich ohne etwas zu sagen neben mich auf die Bank und richtet ihren Blick auf den See. 

,,Woher weißt du das ich hier bin?" 

,,Als ich in deine Alter war bin ich auch immer hier her gekommen wenn ich traurig war, oder Stress mit meine Eltern hatte und ich habe dich schon öfters gesehen wo du in Richtung Wald gelaufen bist." lächelte mich meine Mutter an.

,,Hast du den Brief gelesen?"

Ich bekam noch ein leises Ja heraus bevor ich wieder in Tränen ausbrach. Meine Mutter nahm mich in den Arm und vereinzelte Tränen liefen ihre Wange hinunter. 

,,Hat er uns wirklich verarscht?"

,,Ich weiß es nicht, ich habe auch alles über den Brief erfahren."

,,Hat er den Autounfall geplant?"

,,Ja" Sie schluchzte.

,,Ich hasse ihn."

,,Du hasst ihn nicht, du bist einfach nur entäuscht und geschockt."

,,Nein ich hasse ihn ich bin froh das er nicht mehr da ist." schrei ich und konnte meine Aggresionen nicht mehr zurück halten. 

Ich stand auf und wollte einfach weg, ich musste meine Wut wo anders auslassen und nicht immer an meiner Mutter. Doch ich werde an meiner Hüfte gepackt und zurück gezogen.

Ich fiel zurück auf die Bank und kuschelte mich an die Brust meiner Mutter dort ließ ich meine Tränen wieder einmal freien Lauf. Wir saßen noch ewig am See und haben uns über meine Vater unterhalten. Meine Mutter gab mir das Gefühl von Geborgenheit und zeigte mir das ich nicht alleine bin, es tat so gut. 

Ich liege mit dem Kopf im Schoß meiner Mutter und sie streicht mir die Haare aus dem Gesicht. 

,,Mum?"

,,Ja mein Engel?"

,,Darf ich sie kennenlerne?"

,,Wenn du das willst."

Ich lächelte sie an und nickte ,,Ja ich möchte."

Es war immer einer meiner größten Wünsche einen großen Bruder zu haben, der mich beschützt und immer für mich da ist.

 

Wie gefällt euch meine neue Geschichte? Wenn ihr sie mögt dann bitte fest voten. :) <3 

Katrin. 

 

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