Kapitel 3

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Now the day bleeds
Into nightfall
And you're not here
To get me through it all
I let my guard down
And then you pulled the rug
I was getting kinda used to beeing someone you -

"Ich komme ja schon!", fluchend lief ich in mein Zimmer, wo mein Handy klingelte. Es blinkte auf und der Name 'Luka' erschien auf dem Display.

"Luka?", fragte ich als ich endlich auf grün gedrückt habe.

"Wurd ja auch mal Zeit. Ich checke nicht, wieso du dein Handy in deinem Zimmer lädst während du unten bist. Mein Gott, immer muss ich so lange warten", brummte er und ich verdrehte grinsend die Augen.

"Danke für deine nette Begrüßung. Ich freue mich auch deine Stimme zu hören. Also...was ist los?", grinste ich. Luka rief selten an. Nur, wenn irgendwas passiert ist oder er etwas von mir möchte. Und da er fürs erstere zu gut gelaunt war, tippte ich aufs zweite.

"Also", Luka zog den letzten Buchstaben in die Länge. "Wir gehen heute feiern. Und du kommst mit", fügte er hinzu und ich hörte sein Grinsen. Ich verdrehte die Augen, obwohl ich wusste, dass er das nicht sah.

"Geht klar. Wann und wo?", fragte ich und klemmte das Handy zwischen Schulter und Ohr. Ich lief zu meinem Schrank, öffnete ihn und schaute schonmal was ich zur Auswahl hatte. Ablenkung würde gut tun.

"Bitte, Chloe. Ich lass- Moment? Du hast gerade ja gesagt? Ohne zu widersprechen?", ich hörte seine Verwirrung raus und musste lachen. Ich kam zwar immer mit, allerdings diskutiere ich immer erst einige Minuten.

"Ja, du Idiot. Und jetzt antworte mir, bevor ich es mir anders überlege", grinste ich. Dabei fuhr ich über den Stoff eines Oberteiles. Das ist schön.

"Wir holen dich um 22 Uhr ab. Gegen 23 Uhr beginnt die Party bei Paul. Bis gleich", bevor ich etwas erwidern konnte, legte er auf. Wie ich sowas hasste. Aber Paul? Das war ein Freund von Ryan, also wird mein Bruder wohl auch da sein.

Ich suchte mir nun das weiße Oberteil raus und dazu eine schwarze, eng anliegende Jeans. Ordentlich legte ich sie mir auf mein Bett, bevor ich die Treppen runter zum Wohnzimmer ging.

"Ryan!", rief ich ihn und hörte schon sein genervtes aufseufzen. Danke dafür Bruderherz.

"Trinkst du bei Paul heute was? Oder fährst du nach Hause?", fragte ich als ich endlich im Wohnzimmer ankam. Gespannt sah Ryan auf den Fernseher, wo ich Rio aus Haus des Geldes erkannte.

"Ich fahr vermutlich zu wem ganz anderen. Oder ich penn da. Und trinken werde ich auch", grinste er und hatte einen vielsprechenden Blick aufgesetzt, der dennoch auf den Fernseher gerichtet war. Ich verzog angewidert mein Gesicht. So genau wollte ich das nicht wissen.

"Na gut. Gibst du mir dann Geld für ein Taxi?", fragte ich ihn und hatte einen bittenden Blick aufgesetzt. Doch diesen sah er gar nicht.

"Nein, du hast selber was. Und jetzt sei leise", brummte er, schnappte sich die Fernbedienung und machte den Ton lauter um seine Aussage zu bekräftigen. Ist ja schon beleidigend. Schmollend stellte ich mich vor ihn und verschränkte die Arme. Dieser versuchte wütend an mir vorbeizuschauen.

"Chloe, jetzt hau ab!", knurrte er wütend, doch ich blieb tapfer stehen. Irgendwann bringt er mich um. Wobei, dass würde er sich nicht trauen.

"Ich finde es ja schon beleidigend, dass du Nairobi und Co mir vorziehst!", murrte ich und machte einen Schmollmund.

"Nimm dir das Geld und sei endlich leise!", knurrte er und versuchte weiterhin an mir vorbeizuschauen. Grinsend ging ich zur Seite.

"Du wiederholst dich, kleiner. Aber danke für das Geld", flötete ich bevor ich aus seinem Portmonee, welches vor ihm liegt, 50 Euro raus nahm. Dann lief ich mit einem zufriedenen Grinsen in mein Zimmer.

[...]

Die Musik dröhnte in deinen Ohren. Die Füße, die klebten am Boden fest. Währenddessen sprang jeder durch die Luft nur um danach gegen jemanden anderen zu stoßen. Jeder verdammte Mensch rempelte dich an. Typen fassen Frauen an um dann mit ihnen rumzumachen. Und die schüchternen Weiber, die einen Typen wollen, werden nicht beachtet. Meist weil die mit ihren besten Freundinnen da sind. Diese haben allerdings ihren Freund dabei und machten mit diesem rum. Tja und die Singles standen daneben und tanzten alleine. Die einen glücklich, die anderen eher unglücklich.

Und dann gibt es solche Feiertypen wie mich. Ich saß seit Beginn an der Bar und beobachtete die mitsingenden und angetrunkenden Menschen. Mal wieder war der Alkohol mein bester Freund. Denn Luka ist irgendwo zwischen den voll geschwitzten Leuten und tanzt. Oder macht mit seiner Freundin rum. Mir wurde wieder bewusst, warum ich feiern hasste. Bloß der Alkohol ließ meine Gedanken verschwinden. Wobei es war eher so als wären Wolken davor, die sie schützten an die Öffentlichkeit zu kommen. Ich habe nicht viel getrunken und war deswegen auch noch bei vollem Bewusstsein.

"Zweimal diesen Shot, bitte", ertönte eine Stimme neben mir. Verwirrt drehte ich mich zur Stimme und verdrehte dann die Augen. Matthew schaute mit einem süßen Grinsen zu mir. Jedenfalls sah es im Dunkeln so aus. Als er die Shots bekam, schob er mir einen hin. Zögernd hob ich eine Augenbraue. Angewohnheit, dass sah er bestimmt nicht mal.

"Was willst du, Matthew?", fragte ich und seufzte genervt. Beugte mich etwas zu ihm um ihn das etwas lauter ins Ohr zu sagen. Immerhin ertönte im Hintergrund die lauten Stimmen von Roland Kaiser, Maite Kelly und den anderen Idioten die lautstark mitsangen. Schon eher schrien.

"Dir einen Shot ausgeben", sagte er mir und beugte sich ebenfalls vor um es mir ins Ohr zu sagen. Ich verdrehte die Augen. Was wollte er? Zögerlich nahm ich den Shot. In diesem Licht schimmerte er leicht grünlich. Er tat es mir gleich und legte das Shotglas an seine Lippen. Zeitgleich ließen wir es in unseren Mund fließen und schluckten es runter. Ich verzog mein Gesicht. Matthew hingegen grinste und verzog keine Miene.

"Also Matthew - was willst du?", wiederholte ich meine Frage. Matthew sprang von seinem Stuhl runter und ging dabei diesen einen kleinen Schritt auf meinen Stuhl zu. Verwirrt musterte ich ihn. Er stellte sich zwischen meine Beine und lehnte sich wieder zu meinem Ohr.

"Mit dir ausgehen. Für's erste würde mir aber auch ein Tanz genügen", sagte er leise. Ich hatte fast Probleme ihn zu verstehen. Doch ich tat es. Nur glauben tat ich es ihm nicht. Als ich ihm wieder ins Gesicht schaute, lächelte er leicht. Verwirrt schüttelte ich den Kopf.

"Du glaubst doch nicht wirklich, dass ich mit dir ausgehe, weil du mir einen Shot ausgegeben hast oder?", amüsiert schaute ich zu dem älteren. Sein Lächeln verschwand nicht, sondern wurde etwas größer.

"Und weil ich dich zu dir gefahren habe. Und weil du mich geküsst hast", zählte er grinsend seine Gründe auf. Er fuhr sich durch seine braunen Haare. Wie gerne ich ihm dadurch fahren würde. Als mir klar wurde, was ich gerade dachte, strich ich den Gedanken durch. Mit einem Kulli und nicht mit einem Textmarker. Nur damit das klar ist.

"Vergiss es, Matthew. Ich gehe jetzt nach Hause", seufzte ich. Ich drückte ihn an seiner Brust zurück und sprang von meinem Stuhl. Als ich Richtung Ausgang ging, bemerkte ich weiterhin seine Anwesenheit. Draußen angekommen atmete ich die Luft ein. Endlich stank es nicht mehr nur nach Rauch und Alkohol.

"Wie kommst du Nachhause?", fragte er und ich hörte weiterhin sein Grinsen daraus. Warum konnte er mich nicht in Ruhe lassen? Nervensäge.

"Ich rufe mir ein Taxi", murmelte ich und lehnte mich an den Zaun, der das Grundstück umschloss. Da er nicht antwortete ging ich davon aus, dass er nickte.

"Okay", lächelte er und lehnte sich direkt neben mir auch an den Zaun.
"Dann warte ich solange mit dir", fügte er hinzu. Ich schaute zu ihm hoch. Kurz war ich in seinen Augen gefangen. Nur schwer konnte ich mich lösen. Ich schluckte. Dann nickte ich. Was sollte ich auch erwidern? Er würde sowieso nicht gehen.

*1312 Wörter*

Liebe auf die erste PflichtWo Geschichten leben. Entdecke jetzt